DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Eisschnellläufer vor einer Windmühle: Das Rennen 1997.
Eisschnellläufer vor einer Windmühle: Das Rennen 1997.Bild: AP
Unvergessen

Wird es jemals wieder kalt genug für das Volksfest Elfstedentocht?

4. Januar 1997: Was dem Schweizer Ausdauersportler der Engadin Skimarathon, ist dem Holländer die Elfstedentocht. Das fast 200 km lange Eisschnelllauf-Rennen steht jedoch wegen der Klimaerwärmung vor einer ungewissen Zukunft. Es konnte schon seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr stattfinden.
04.01.2022, 00:0130.12.2021, 14:40

Holland, der flache Staat ohne Berge, gilt nicht als Hochburg des Wintersports. Doch es gibt eine Ausnahme: Eisschnelllauf. Dank ihm belegt die Niederlande den bemerkenswerten 9. Rang des ewigen Medaillenspiegels der Olympischen Winterspiele. Von den 130 errungenen Medaillen gingen lediglich neun nicht an Eisschnellläufer: Fünf gab's im Shorttrack, drei im Eiskunstlauf und eine im Snowboard.

«Schaatsen» nennen die Holländer den Eisschnelllauf und dass dieser nicht nur Spitzen- sondern Volkssport ist, belegt am eindrücklichsten die Elfstedentocht. Bis zu 17'000 Sportler nahmen schon am Langstrecken-Rennen teil, das knapp 200 Kilometer durch die Provinz Friesland im Norden des Landes führt. Auf Kanälen, Flüssen und Seen. Womit auf der Hand liegt, weshalb die Elf-Städte-Tour letztmals am 4. Januar 1997 durchgeführt werden konnte: Es ist seither nie mehr kalt genug gewesen.

Gewaltige Stimmung beim Zieleinlauf des Rennens 1997, welches von Henk Angenent gewonnen wurde.Video: streamable
Gewaltige Stimmung beim Rennen 1997.Video: YouTube/Omrop Fryslân

Die Hoffnung stirbt zuletzt

1909 war so ein Winter, der bitterkalt war und es erstmals überhaupt zuliess, dieses Rennen durchzuführen. 23 Wagemutige nahmen die Strecke unter die Schlittschuhe, bloss sieben sahen das Ziel. In über hundert Jahren gab es insgesamt nur fünfzehn Austragungen.

Hendrick Avercamp hielt Hollands Winterlandschaften im 16. Jahrhundert fest.
Hendrick Avercamp hielt Hollands Winterlandschaften im 16. Jahrhundert fest.bild: wikipedia

Ob überhaupt jemals wieder gelaufen werden kann? Das Thema ist natürlich eines für holländische Forscher, denen zufolge die Hoffnung nicht aufgegeben werden darf. Immerhin mit 5,5 Prozent wird die Chance beziffert, dass es in der heutigen Zeit genügend Eis für die Durchführung einer Elfstedentocht hat.

Tatsächlich wäre es vom Wetter her Anfang 2021 wohl möglich gewesen. Stattdessen verunmöglichte die vermaledeite Corona-Pandemie eine Durchführung.

Eindrückliche Bilder von 1963 …Video: YouTube/Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid
… und aus dem Jahr 1985.Video: YouTube/Robert van Alphen

Wer die Hoffnung sicher nicht aufgibt, ist der Macher des eigens eingerichteten Twitter-Accounts @gietitaloan («Geht es los?»): Er fragt seit Anfang 2013 täglich, ob es genug kalt ist für eine Austragung.

Tägliche Antwort: Nee.

Wenn Kärnten zu Friesland wird

Um der Klimaveränderung Rechnung zu tragen, findet bereits seit 1989 eine alternative Elfstedentocht statt – fern der Heimat. Auf dem Weissensee im österreichischen Bundesland Kärnten findet jährlich ein Rennen statt. Der Anlass zieht jeweils mehrere tausend Schlittschuhläufer aus Holland an, die ihre Kreise auf dem gefrorenen See drehen.

Der Weissensee liegt auf einer Höhe von 930 Metern über Meer. Für zwei Wochen im Jahr ist das Gewässer in Kärnten damit der höchste Punkt der Niederlande.

Die «Alternatieve Elfstedentocht» auf dem Weissensee in Kärnten

1 / 9
Die «Alternatieve Elfstedentocht» auf dem Weissensee in Kärnten
quelle: x00360 / leonhard foeger
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Unvergessen
In der Serie «Unvergessen» blicken wir am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Schneefiguren, wie du sie vermutlich noch nie gesehen hast

1 / 30
Schneefiguren, wie du sie vermutlich noch nie gesehen hast
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die fiesesten Fragen an unseren watson-Walliser Sergio

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Neue Studien sagen: Omikron tatsächlich weniger gefährlich
Die Variante des Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch. Was ist über sie bislang bekannt? Zwei Studien machen Hoffnung auf mildere Krankheitsverläufe.

Die WHO warnte in der vergangenen Woche: In den kommenden sechs bis acht Wochen könnten sich mehr als die Hälfte der Europäer mit Omikron infizieren. Was kommt da auf uns zu? Studien aus Kalifornien und Südafrika geben Aufschluss.

Zur Story