Rund ein Viertel der Zürcher Stadtfläche besteht aus Wald. Eine grosse Fläche, die zu 60 Prozent im Besitz der Stadt ist. Diese stösst mit ihren Plänen im Wald gerade auf Widerstand: Am Dienstag berichtete der Tagesanzeiger über eine Protestaktion gegen die Rodung von Eschen am Züriberg, unter den Protestierenden befanden sich Bestseller-Autor Martin Suter und Altbundesrat Moritz Leuenberger.
Tanja Huber, Mediensprecherin von Grün Stadt Zürich, sagt zu ZüriToday, dass am Donnerstag ein Holzschlag mit Helikopter am Zürichberg stattfinden wird. Dabei fällt die Stadt auch 24 Eschen.
Wie Huber erklärt, sei das Eschentriebsterben seit 2009 in der Schweiz bekannt und beschäftige auch die Stadt. Die gute Nachricht: Es muss nicht jeder Baum gefällt werden, der vom Pilz befallen ist.
Erst wenn ein Baum nicht mehr bruchsicher und standfest ist und eine Gefahr für den Menschen und die Infrastruktur darstellt, muss der Baum gefällt werden. So zum Beispiel in der Stadt selber. Im Wald betrifft es unter anderem die Bäume, die in der Nähe von Spazierwegen stehen. Ist dies nicht der Fall, lässt die Stadt die Bäume stehen.
Die Gefahr, die von den befallenen Eschen ausgeht, sieht auch Dr. Valentin Queloz von der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. «Bei befallenen Eschen sterben die Baumkronen langsam ab und Äste können herunterfallen», erklärt er gegenüber ZüriToday. Ob eine Esche vom Pilz befallen ist, sei zudem nicht immer gut sichtbar. So stürzten regelmässig Eschen mit einer völlig gesunden Baumkrone wegen Fäule im Stammfuss- und Wurzelbereich auch ab. Aus diesem Grund müssten immer wieder Bäume gefällt werden, obwohl diese den ersten Blick gesund aussehen.
Was machen gegen den ostasiatischen Pilz? Laut Huber gibt es keine Mittel, um aktiv gegen die Eschenwelke vorzugehen. In der Stadt ersetzen sie diejenigen Bäume, die gefällt werden müssen, im Wald wachsen sie glücklicherweise wieder nach. Die Stadt Zürich beobachte die Situation laufend.
Dass es keine wirksamen Bekämpfunfsmassnahmen gegen diesen Pilz gibt, bestätigt gegenüber ZüriToday auch Dr. Valentin Queloz. Gemäss den Schätzungen des WSL sind 90 bis 95 Prozent der Eschen erkrankt. Allerdings bedeute eine Erkrankung nicht sofort und nicht immer den Tod. Erwachsene Eschen könnten die Krankheit sehr lange überleben.