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Wirtschaft

Trumps Rede am WEF 2026: Eine Lektion für die Schweiz und die Welt

US President Donald Trump, second-right, speaks next to Switzerland's Federal President Guy Parmelin, second-left, Switzerland's Economy Minister Federal councillor Karin Keller-Sutter, left ...
Donald Trump begrüsst Karin Keller-Sutter, die er kurz zuvor verhöhnt hatte.Bild: keystone
Analyse

Jetzt weiss die Schweiz hoffentlich Bescheid über Trump

Manche hatten gehofft, Donald Trump werde sich in Davos zurückhalten. Dann hielt er eine seiner ausufernden Reden voller Eigenlob und Unwahrheiten. Die Schweiz verschonte er nicht.
21.01.2026, 18:1821.01.2026, 18:18

Es wäre zu schön gewesen: Donald Trump kommt als Stargast ans WEF, liest eine gemässigte Rede vom Teleprompter ab und äussert sich wohlwollend über das Gastgeberland Schweiz. So hatten sich das manche vorgestellt, in Bern, Davos und sonst wo. Versöhnlichkeit aber ist für diesen US-Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit kein Thema.

Seine Rede im Kongresszentrum begann trotz des verspäteten Fluges fast pünktlich. Und anfangs hielt er sich einigermassen ans Skript, auch wenn die erste Lüge nicht lange auf sich warten liess. «Wir haben die Inflation besiegt», behauptete Trump. Laut einer aktuellen Umfrage finden rund drei Viertel aller Amerikaner, er tue in dieser Hinsicht zu wenig.

Video: watson/Elena Maria Müller

Mit zunehmender Dauer aber erlebten die Zuschauer im Saal und im Stream jenen Trump, den die Amerikaner seit einem Jahr zur Genüge erlebt haben. Seine Ansprache entwickelte sich zu einem Sermon aus Abschweifungen, Selbstlob und Unwahrheiten. Mehrfach zog er über Vorgänger Joe Biden her, auf den er einen unbändigen Hass zu empfinden scheint.

Lügen über Chinas Windstrom

Die «gefälschte» Wahl 2020 erwähnte er beiläufig, ansonsten aber zeichnete er das Bild eines Landes, das unter Biden die Hölle war und sich seit seiner Rückkehr in ein Paradies verwandelt hat. Scheinheilige Sympathiebekundungen gab es für Europa, aber eigentlich bewege sich der Kontinent in die falsche Richtung, nicht zuletzt in der Energiepolitik.

Besonders heftig attackierte Trump die Briten, während der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz geradezu glimpflich davonkam. Seiner Verachtung für «Windmühlen» liess er freien Lauf, bis zur dreisten Lüge, Chinas Windparks dienten einzig als Werbevehikel für den Export von Windanlagen. Dabei ist China der weltgrösste Windstrom-Produzent.

Verhandlungen statt Gewalt

Und natürlich äusserte er sich zum Thema der Stunde: seinem Appetit auf die Einverleibung Grönlands in die Vereinigten Staaten. Gewalt schloss er aus (vielleicht hat er die Umfragen gesehen, nach denen fast 90 Prozent der Amerikaner dies ablehnen). Vielmehr kündigte er «sofortige Verhandlungen» über den Kauf der weltgrössten Insel an.

Dabei machte der Präsident keinen Hehl daraus, wie wenig ihn die Befindlichkeiten der Grönländer und ihres Mutterlandes Dänemark interessieren. Vielmehr bedauerte er mehrfach, dass die USA die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg den Dänen zurückgaben. Offenkundig geht es ihm nicht um eine stärkere Militärpräsenz, sondern um den Besitz.

Island oder Grönland?

Weshalb er am Ende doch eine verkappte Drohung äusserte: «Wenn ihr nein sagt, werden wir uns das merken.» Dann wieder sprach er von Island statt von Grönland. Hat er es etwa auch auf diese Insel abgesehen? Oder deutet dies auf einen geistigen Verfall hin? Vor Ferndiagnosen muss man sich hüten, und meistens sprach er durchaus nachvollziehbar.

Das galt – leider – auch, als er auf die Schweiz zu sprechen kam. Höflichkeiten gab es keine, vielmehr zog er unser Land so richtig durch den Kakao – oder eher durch den Dreck. «Sie zahlen den USA nichts», lamentierte er mit Verweis auf das Handelsdefizit von 41 Milliarden Franken. Und erneut verhöhnte er «Premierministerin» Karin Keller-Sutter.

Schweiz im Visier

Beim Telefonat am 31. Juli sei sie «dermassen aggressiv» gewesen, dass er keine Wahl gehabt habe, als den Zoll auf Schweizer Produkte von 30 auf 39 Prozent anzuheben. Danach sei in der Schweiz «die Hölle los» gewesen, schnödete Trump. Es sind wahrlich ideale Vorzeichen für die anstehenden Gespräche über ein definitives Handelsabkommen.

epa12667551 US President Donald Trump walks out of the Marine One helicopter as he arrives for the 56th annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos, Switzerland, 21 January 2026. The mee ...
Donald Trump bei seiner Ankunft in Davos.Bild: keystone

Wer von Donald Trump Dankbarkeit erwartet, ist selbst schuld. «America First» bedeutet vor allem «Trump Only». Das bekamen nicht nur die Grönländer, sondern auch die Ukrainer zu spüren, die sich nach dieser Rede wenig Hoffnungen auf einen baldigen Frieden machen dürfen. Und was er über somalische Einwanderer sagte, war blanker Rassismus.

Letztlich erhielt man mit Trumps Davoser Rede, was zu erwarten war. Für das Image des Weltwirtschaftsforums war es eine zweischneidige Angelegenheit. Statt Lösungen zu liefern, verdeutlichte sie nur, warum gerade so vieles auf dieser Welt in die falsche Richtung geht.

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Donald Trump in der Schweiz
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Donald Trump in der Schweiz

Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
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Donald Trump landet am Flughafen Zürich und fliegt mit «Marine One» nach Davos
Video: watson
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Die beliebtesten Kommentare
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Guerzo
21.01.2026 18:24registriert Februar 2016
Wann schnallen wir endlich, dass man mit Despoten keine Geschäfte macht? Sofort das Geld für die F35 abschreiben und in Europa einkaufen! Kein Cent nach Trumpistan!
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FrancoL
21.01.2026 18:33registriert November 2015
Ich finde es schon bemerkenswert;
Da kommt ein Gast, den man nicht eingeladen hat, sonder der sich selbst eingeladen hat und beschimpft die Regierung des Gastgeberlandes.

Und die offizielle Schweiz macht was genau?

Beobachten und weiter beobachten.
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N. Y. P.
21.01.2026 18:30registriert August 2018
Offenkundig geht es ihm nicht um eine stärkere Militärpräsenz, sondern um den Besitz.

Naaatürlich geht es um den Besitz. I Venezuela ging es ums Öl.

Trump will in die Geschichte eingehen, als der Präsident, der die USA um Grönland und Kanada erweiterte.

Und warum? Ganz einfach, weil es geil aussieht, wenn die USA so monströs viel Fläche hat. Ich denke, Donald will im tiefsten Innern nur das.

Deshalb geht es ihm auf den Sack, wenn die Dänen und die EU so saublöd sich benehmen wegen dieser Lappalie.
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Zuerst blossgestellt vor aller Welt – dann lobt Trump Keller-Sutter persönlich
In seiner Rede am World Economic Forum (WEF) in Davos hatte US-Präsident Donald Trump Bundesrätin Karin Keller-Sutter noch scharf angegangen. In der persönlichen Begegnung kurz danach war davon nichts mehr zu spüren.
Es war einer der auffälligsten Momente in einer ohnehin skurrilen WEF-Rede: Im voll besetzten Kongresszentrum in Davos begann Trump über die Schweiz und frühere Zollverhandlungen zu sprechen.
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