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Juhu, wir haben mit «.ch» die sicherste Adresse Europas

Vor dreissig Jahren ging die Schweizer Top-Level-Domain an den Start. Ihre Geschichte ist eng mit der Stiftung Switch verbunden. Wir blicken zurück und erklären die wichtigsten Begriffe, die man kennen sollte.

20.05.17, 15:30 20.05.17, 15:53

Am 20. Mai 1987 trug der ETH-Professor Bernhard Plattner «.ch» ins internationale Domain-Namen-System ein und markierte damit den Start des Internets in der Schweiz.

Kurz darauf, am 22. Oktober 1987, wurde die Stiftung Switch gegründet. Switch habe in 30 Jahren nicht nur das Internet in der Schweiz etabliert, sondern «.ch» zur sichersten Adresse Europas gemacht, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung zum Jubiläum.

Die folgende Grafik zeigt laut Switch das «Preis-Sicherheits-Verhältnis» europäischer Registrys mit «offener Policy». (Was das ist, erklären wir weiter unten)

Unschön: Switch verschweigt die anderen Länder-Registrys «aus Gründen der Vertraulichkeit».

«Ende der Achtzigerjahre hat noch niemand an eine kommerzielle Nutzung des Internets gedacht.»

Der Schweizer Internet-Pionier und emeritierte ETH-Professor Bernhard Platter quelle: ethzh.ch

So viele wie man will, fast ohne Einschränkungen

Switch verwaltet als offizielle Registrierungsstelle (Registry) alle Domain-Namen mit der Endung «.ch». Sie tut dies mit so genannt «offener Policy». Damit sei gemeint, dass es keine Einschränkungen gebe, wer wie viele Domain-Namen registrieren darf, erklärt Switch-Sprecher Roland Eugster.

«Einschränkungen könnten sein, dass man in einem Land oder Gebiet wohnhaft/registriert sein muss, dass nur Firmen Domain-Namen registrieren dürfen, dass man in einer bestimmten Branche tätig sein muss etc.» Solche Bestimmungen kennt zum Beispiel Frankreich, wo man den Wohn- oder Unternehmenssitz im Land haben muss, um eine Adresse mit Top-Level-Domain (TLD) «.fr» zu registrieren.

Einschränkung in der Schweiz: Nur die die Bundeskanzlei («ch.ch») sowie die Kantone besitzen eine Internetadresse mit lediglich zwei Zeichen vor der TLD («.ch»).

Heute ist der Schutz des Schweizer Internets zentral. Der Bundesrat habe die Registry von «.ch» zu einer kritischen Infrastruktur erklärt, betont Switch in seiner Medienmitteilung. Das heisst, es werden spezielle Vorsichtsmassnahmen getroffen, um die Verfügbarkeit und Stabilität zu gewährleisten.

Das Herzstück des Schweizer Internets ist das «Domain Name System» DNS. Diese Datenbank ist das «Internet-Telefonbuch» für Adressen mit den Endungen «.ch» und «.li».

Über 60 auf der ganzen Welt verteilte Server sorgen laut Switch dafür, dass Webseiten auch von den entlegensten Orten in kürzester Zeit aufgerufen werden können. grafik: switch / Christoph Frei

So geht das

Jedes Land hat das Recht, die Vergabe seiner Internet-Adressen selber zu regeln. Das Schweizer Fernmeldegesetz überträgt die Verwaltung und Zuteilung der «.ch»-Adressen dem Bundesamt für Kommunikation BAKOM. Wie im Gesetz vorgesehen, hat das BAKOM die Aufgaben an die Stiftung Switch delegiert, die gemäss ihren Statuten nicht gewinnorientiert arbeitet. Seit 2015 muss sich Switch auf die technische Verwaltung beschränken und darf den Endkunden die Registrierung von «.ch»-Domains nicht mehr direkt anbieten. Diese Dienstleitung bieten so genannte Registrare an, dabei handelt es sich in der Regel um private Unternehmen, die im Wettbewerb miteinander stehen. (Quellen: Wikipedia & Bakom)

Die Schweiz ist top, das sei «kein Zufall», wird sichtlich stolz betont

Dass «.ch» zur sichersten Adresse Europas wurde, sei kein Zufall, heisst es in der Medienmitteilung. In keinem anderen Land gingen Sicherheitsexperten derart aktiv und systematisch gegen Malware und Phishing vor. Die Fakten fürs 2016:

Geschafft habe dies das 14-köpfige Expertenteam Switch-Cert in Zusammenarbeit mit Behörden wie dem Bakom und Melani, den Registraren, Hostern und betroffenen Webseiten-Inhabern.

Switch werde noch für mindestens weitere fünf Jahre für die Sicherheit und Stabilität von «.ch»-Webseiten verantwortlich bleiben, heisst es. Die Stiftung habe 2016 die öffentliche Ausschreibung des Bakom für den Betrieb der Registry «unter anderem dank des besten Sicherheitskonzepts» gewonnen.

(dsc)

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Micha-CH, 16.12.2016
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