International

Erster Fall von Sterbehilfe für Minderjährige in Belgien

Zum ersten Mal ist die gesetzlich erlaubte Sterbehilfe für Minderjährige in Belgien angewandt worden. Das bestätigte der Vorsitzende der staatlichen Sterbehilfe-Kommission, Professor Wim Distelmans, am Samstag.

Publiziert: 17.09.16, 18:00 Aktualisiert: 18.09.16, 10:46

Er sei innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von dem Fall unterrichtet worden. Der minderjährige Patient oder die minderjährige Patientin war den Angaben zufolge todkrank. Details wurden nicht genannt.

In Belgien ist seit 2002 ein Sterbehilfe-Gesetz in Kraft, das als besonders liberal gilt. Es erlaubt Ärzten die Tötung auf Verlangen von erwachsenen, unheilbar kranken Patienten, sofern die Mediziner ihnen unerträgliche Leiden bescheinigen. Anfang 2014 dehnte das Parlament die Sterbehilfe auf Minderjährige aus, wenn die Eltern zustimmen.

«Glücklicherweise gibt es nur wenige Kinder, auf die das zutrifft, aber das bedeutet nicht, dass wir ihnen das Recht auf einen würdevollen Tod verwehren sollten», sagte Distelmans der Zeitung «Het Nieuwsblad», die als erste über den Fall berichtet hatte. Der flämische Sender VRT meldete ergänzend, es gehe in dem Fall eher um einen Teenager als um ein Kind.

Aktive Sterbehilfe ist in den meisten Ländern verboten. In der Europäischen Union erlauben nur die Niederlande, Luxemburg und Belgien ausdrücklich die Tötung auf Verlangen.

In der Schweiz ist die Tötung auf Verlangen zwar verboten. Doch es ist erlaubt, unheilbar Kranken Gift anzubieten. Die Schweizer Organisationen Exit und Dignitas bieten Sterbenskranken an, ihnen auf Wunsch beim Suizid zu helfen. Die passive Sterbehilfe, der Abbruch lebenserhaltender Massnahmen, ist in zahlreichen Ländern erlaubt beziehungsweise wird geduldet. (wst/sda/dpa)

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4 Kommentare anzeigen
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  • Maria B. 18.09.2016 11:18
    Highlight Ob AKTIVE Sterbehilfe zu propagieren ist, daran scheiden sich zurecht die Geister und so könnte auch bei diesem Teenager durchaus auch die PASSIVE Sterbehilfe, wie sie bei uns üblich und legal ist, durchaus ausreichend gewesen sein.

    Mit dem eigenen Griff zum Becher, oder dem selbständigen Öffnen der Zufuhr über Kanüle durch Sterbewillige, würde der klare Eigenwille zusätzlich bestätigt und somit jeglicher ungerechfertigte Verdacht prophylaktisch aus der Welt geschaffen.
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  • kleiner_Schurke 17.09.2016 22:15
    Highlight Und wieder mal sind es die Kirchen die hier alles und wirklich alles tun, um ein halbwegs würdiges Sterben zu verhindern.
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    • Marbek 21.09.2016 15:35
      Highlight Mir verschlägts bei diesem Thema oft etwas die Sprache - so unfassbar grausam und menschenfeindlich ist dieses ideologisch aufgeladene Beharren auf irgendwelchen Regeln, die in irgendeinem alten Buch stehen. Ich habe ja kein Problem damit, wenn ein Gläubiger das für sich selbst so sieht. Aber Anderen ein menschliches, selbst bestimmtes Sterben zu verweigern, weil man in irgendwelchen fragwürdigen Moralvorstellungen gefangen ist, ist, vor allem auch angesichts des moralischen Anspruchs der Gläubigen, einfach nur krank.
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    • PuRpLE_KusH 23.09.2016 11:59
      Highlight Vorallem ist dieses alte Buch das Wort Gottes und blablabla. Für mich immer noch unbegreifflich das die Kirche so weiter machen kann und existiert.
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    600

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