International

Chef-Koordinator der US-Geheimdienste Clapper tritt zurück

Publiziert: 17.11.16, 16:27 Aktualisiert: 17.11.16, 18:23

James Clapper. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Zwei Monate vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat der Geheimdienstkoordinator James Clapper seinen Rücktritt erklärt. Der 75-Jährige teilte am Donnerstag im Kongress in Washington mit, er habe am Vorabend sein Rücktrittsschreiben abgeschickt.

Sein Abschied kommt allerdings nicht überraschend: Clapper hatte schon vor der Wahl und unabhängig von ihrem Ausgang wissen lassen, dass er abtreten wolle.

Der Geheimdienstkoordinator ist der wichtigste Berater des Präsidenten in nachrichtendienstlichen Angelegenheiten. Er überwacht die Arbeit von 17 Behörden. Dazu gehören der Auslandsgeheimdienst CIA und die auf Lauschangriffe spezialisierte NSA. Trump, der bislang noch keinen Ministerposten besetzt hat, wird nun also auch nach einem neuen Geheimdienstkoordinator suchen müssen.

Das Amt war nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 geschaffen worden, um für eine bessere Abstimmung und Kommunikation zwischen den zahlreichen Sicherheits- und Geheimdienstbehörden zu sorgen.

Der Amtsträger ist auch für die Koordination der Anti-Terror-Massnahmen zwischen der Bundespolizei FBI und dem Ministerium für innere Sicherheit zuständig. Ihm direkt unterstellt ist das Nationale Zentrum für Terrorismusbekämpfung, in dem alle Informationen über Terrordrohungen gesammelt und analysiert werden sollen.

Verbleib im Amt kein Thema

Clapper machte deutlich, dass er auch dann nicht für einen Verbleib im Amt zur Verfügung stünde, sollte ihn der neue Präsident darum bitten. Nach sechs Jahren auf dem Posten fühle er sich wegen seines bevorstehenden Abschieds «ziemlich gut», sagte der frühere Luftwaffengeneral vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Seine Amtszeit laufe nun noch über 64 Tage, und eine Verlängerung darüber hinaus hätte «eine schwierige Zeit» mit seiner Frau zur Folge, scherzte Clapper. Er hatte schon seit Monaten über seinen bevorstehenden Abschied geredet.

Clapper ist einer der erfahrensten Geheimdienstexperten in Washington. Während seiner 32 Jahre in der Luftwaffe übernahm er immer wieder wichtige Geheimdienstaufgaben. Seinen letzten militärischen Posten bekleidete er im militärischen Nachrichtendienst DIA.

Amtszeit von Snowden-Enthüllungen überschattet

Im Jahr 2001 wurde Clapper zum Chef der Nationalen Behörde für Geographische Aufklärung (NGA) ernannt, die unter anderem von Satelliten und Flugzeugen gesammelte Daten auswertet. Später war er als Staatssekretär im Verteidigungsministerium für die Geheimdienste zuständig, bevor er von Präsident Barack Obama zum Geheimdienstkoordinator ernannt wurde.

Clappers Amtszeit wurde durch den Skandal um die Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die massiven Spähangriffe der NSA im Inland wie Ausland überschattet.

Vor diesen Enthüllungen hatte Clapper im März 2013 bei einer Anhörung im Kongress geleugnet, dass die NSA riesige Datenmengen von den Telekommunikationsunternehmen über die Kommunikation von US-Bürgern abgefischt habe. Die von Snowden veröffentlichten Dokumente zeigten dann, dass Clapper die Unwahrheit gesagt hatte. Deshalb gab es damals Rufe nach seinem Rücktritt. (sda/afp)

So könnte Trumps Regierungsmannschaft aussehen

Hol dir die catson-App!

Die flauschigste App der Welt! 10 von 10 Katzen empfehlen sie ihren Menschen weiter.
3 Kommentare anzeigen
3
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • (M)eine Meinung 18.11.2016 01:49
    Highlight Ob da wohl eine grössere Säuberungsaktion läuft, bevor der Orangentyp antrappelt
    http://www.voltairenet.org/article194037.html

    Wäre interessant ob dies wirklich stimmt. Kann watson das herausfinden oder ist Putin daran schuld?
    Grüsse
    0 0 Melden
    600
  • Radiochopf 17.11.2016 20:07
    Highlight Dieser Mann hat den Kongress und die Welt wissentlich angelogen und müsste dafür ins Gefängnis
    das er noch frei rumläuft ist eigentlich ein Skandal... leider ist zu erwarten das sein Nachfolger nicht besser sein wird...
    3 0 Melden
    • Beobachter24 19.11.2016 20:33
      Highlight Dass er noch frei herum spaziert ist das eine.

      Für mich besteht der Skandal darin, dass Clapper, obwohl er das Parlament angelogen hat, den Posten des DNI erhalten hat.

      Obamas Auffassung von Demokratie oder einfach "courrant normal" in den USA?
      1 0 Melden
    600

Jackpot geknackt: 20 US-Stahlarbeiter gewinnen 421 Millionen Dollar

Eine 20-köpfige Tippgemeinschaft von Stahlarbeitern aus dem US-Bundesstaat Tennessee hat einen Jackpot von stolzen 421 Millionen US-Dollar geknackt. Die «Tennessee 20» investieren seit längerem wöchentlich 120 Dollar in die «Powerball»-Lotterie.

Bei Sofortauszahlung hat der Jackpot nach Angaben der Lotterie einen Wert von 254 Millionen Dollar. Das bringt jedem Spieler 12.7 Millionen Dollar (umgerechnet 12.9 Mio. Franken), abzüglich Steuern. Die Spieler haben sich offensichtlich für diese Art …

Artikel lesen