Schweiz

Zürich bleibt führend in der Koks-Rangliste. 
Bild: KEYSTONE

Schweizer ziehen sich täglich über 22 Kilo Koks durch die Nase

Im Abwasser wird das Verborgene sichtbar: Eine neue Drogenrückstände-Analyse der Uni Lausanne zeigt: In der Schweiz werden täglich kiloweise Drogen konsumiert. 

06.10.15, 08:29

Bauen Konsumenten Drogen ab, scheiden sie spezielle Stoffe aus. Diese geben den besten Aufschluss darüber, wo in der Schweiz wie viele Drogen konsumiert werden. Die Stadt Zürich führt diese Rangliste seit Jahren an. Das dürfte auch so bleiben, wie die Resultate der neusten Studie der Universität Lausanne in Zusammenarbeit mit dem Wasserforschungsinstitut Eawag zeigen. In 13 grossen Schweizer Städten wurden Abwasserproben entnommen. 

Allein in Zürich werden täglich 1,7 Kilogramm reines Kokain konsumiert, in allen Städten zusammen sind es durchschnittlich 8,8 Kilogramm pro Tag. Da Kokain meistens gestreckt und nur zu 40 Prozent rein ist, dürften täglich sogar 22 Kilogramm zusammen kommen.

Rund 22'000 Kokain-Konsumenten in der Schweiz

Alexander Bücheli, Projektmitarbeiter von Safer Nightlife Schweiz schätzt diese Zahl als realistisch ein: «Das scheint mir relativ plausibel», sagt er gegenüber 20 Minuten. «Es ist zwar unklar, wie viele Konsumenten hinter dieser Zahl stehen. Wenn man – als Schnitt zwischen Schwerabhängigen und Gelegenheitskonsumenten – von einem Gramm pro Person ausgeht, wären dies 22'000 Konsumenten.»

Bei Ecstasy/MDMA haben die Forscher einen täglichen Verbrauch von 367 Gramm errechnet. Auch bei dieser Substanz liegt Zürich vorne, gefolgt von der Stadt St.Gallen, die sich noch vor Basel und Genf platziert. 

Erst bei Metamphetamine, besser bekannt als Crystal Meth, gibt Zürich seinen Spitzenplatz an Neuenburg ab. Laut den örtlichen Behörden gibt es in Neuenburg eine Szene von 200 bis 300 Meth-Konsumenten. 33,5 Gramm pro Tag und 1000 Einwohner werden davon konsumiert. Auf Neuenburg folgen Zürich, Basel und Bern

Partydrogen wie Ecstasy und Kokain werden vermehrt am Wochenende eingenommen. Bei stark abhängig machenden Drogen zeigt sich dieser Effekt weniger. Aber auch bei Kokain ist diese Tendenz wahrnehmbar: «Kokain wird vermutlich häufiger ausserhalb des Nachlebens genommen als früher», sagt Experte Bücheli. (rar)

Zieh' dir das mal rein – Koks-Werbung aus den 70ern

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  • rasca 06.10.2015 17:51
    Highlight "man – als Schnitt zwischen Schwerabhängigen und Gelegenheitskonsumenten – von einem Gramm pro Person ausgeht, wären dies 22'000 Konsumenten."

    1g pro Tag gilt nicht als "schwer abhängig"? Ich würde ehner von Gelegenheitskonsumenten 1g pro Woche und Süchtigen 1g pro Tag ausgehen was im Schnitt pro Person 0.5/Tag wäre. Da kommt man auf 44'000 Konsumenten, eine Zahl, die wenn man Gelegenheitskonsumenten mit einrechnet, wohl immernoch zu niedrig ist.
    0 1 Melden
  • arpa 06.10.2015 14:36
    Highlight @hierundjetzt
    22kg x 365 tage = 8030 kg = 8.03t
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  • M2020 06.10.2015 09:49
    Highlight Ok. Im Trinkwasser. Nebst Hormonen und sonstigen Überbleibsel. Deshalb dürfen unser Kinder kein Hahnenburger mehr trinken.
    2 29 Melden
    • manhunt 06.10.2015 11:48
      Highlight Im Abwasser, nicht im Trinkwasser.
      15 0 Melden
    • Hierundjetzt 06.10.2015 12:14
      Highlight M2020: Trinken Sie Abwasser? PS: Wasserfassungstelle der Stadt Zürich ist u.a. der Uezgi, also "oberhalb" der Kläranlage in Altstetten.
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    • Thanatos 06.10.2015 12:44
      Highlight @M2020 Da sind nur Abbauprodukte vorhanden und keine psychoaktiv wirksamen Stoffe. Und ich denke nicht, dass du Rheinwasser trinkst.
      1 0 Melden
    • M2020 06.10.2015 17:05
      Highlight Lustig, gibt Studien die belegen, dass Restbestandteile von Pillen im Urin ins Abwasser, Grundwasser, Trinkwasser gelangen weil sie nicht rausgefiltert werden können und sich negativ auf die Spermienproduktion bei Männern auswirkt. Soviel zur Frage, ob wir Abwasser trinken. Denken, dann schreiben.
      2 4 Melden
    • M2020 06.10.2015 17:06
      Highlight http://m.srf.ch/konsum/themen/gesundheit/pestizide-und-medikamente-im-trinkwasser
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    • M2020 06.10.2015 17:08
      Highlight @hierundjetzt: somit kommt bei uns nur Regenwasser aus dem Wasserhahn?
      @watson: dieses diskutierte Thema wäre doch mal eine Recherche wert?
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    • Hierundjetzt 06.10.2015 19:36
      Highlight Genau. Naturkunde 2 Klasse. Wasser fällt auf Berg. Wasser versickert. Wasser wird zu Bach. Bach trinken wir. Oder fliessen Flüsse seit neustem Bergauf?
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    • M2020 06.10.2015 20:24
      Highlight Daraus folge ich, dass sie in der 2. Klasse sind. Korrekt?
      Und an alle negativ-Kritiker meines Kommentars: nachlesen, informieren, denken, dann schreiben.
      Ist weder ein neues Problem, noch ein rein schweizerisches:
      http://m.swp.de/ulm/nachrichten/vermischtes/Kokainspuren-im-Trinkwasser-festgestellt;art4304,2607516
      Und mal auf gepostete Links klicken bevor weiter kommentiert wird.
      1 2 Melden
  • Thanatos 06.10.2015 08:42
    Highlight Boah das sind sicher etwa 10'000 t im Jahr :0. Da sollten sich unsere Politiker aber fragen, ob die Prohibition der richtige Weg ist.
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    • iNDone 06.10.2015 09:14
      Highlight Verbote bringen nichts, das weiss man eigentlich. Wit sollten uns fragen ob wir die richtigen Leute in der Politik haben.
      17 0 Melden
    • arpa 06.10.2015 09:32
      Highlight Und all die kleinen Städte und Dörfer wurden nicht berücksichtigt.. da geht ganz schön viel pulver durch die nasen...
      14 0 Melden
    • Oberon 06.10.2015 11:49
      Highlight Ich hab es schon mal gesagt, bei staatlicher Kontrolle würde man viel effektiver die Kriminalität bekämpfen und zusätzlich würden mehr Steuergelder generiert.

      Wieviele Milliarden werden so noch den Rhein runter fliessen bis diese Erkenntnis auch in der Schweiz angekommen ist?
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    • Hierundjetzt 06.10.2015 13:02
      Highlight 22x365=800kg = 0,8t ;-) immer noch viel aber doch eeeetwas realistischer
      1 4 Melden

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