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Drogen

Drogen im Abwasser: 22 Kilo Koks pro Tag in der Schweiz

Zürich bleibt führend in der Koks-Rangliste. 
Zürich bleibt führend in der Koks-Rangliste.
Bild: KEYSTONE

Schweizer ziehen sich täglich über 22 Kilo Koks durch die Nase

Im Abwasser wird das Verborgene sichtbar: Eine neue Drogenrückstände-Analyse der Uni Lausanne zeigt: In der Schweiz werden täglich kiloweise Drogen konsumiert. 
06.10.2015, 08:2906.10.2015, 08:38

Bauen Konsumenten Drogen ab, scheiden sie spezielle Stoffe aus. Diese geben den besten Aufschluss darüber, wo in der Schweiz wie viele Drogen konsumiert werden. Die Stadt Zürich führt diese Rangliste seit Jahren an. Das dürfte auch so bleiben, wie die Resultate der neusten Studie der Universität Lausanne in Zusammenarbeit mit dem Wasserforschungsinstitut Eawag zeigen. In 13 grossen Schweizer Städten wurden Abwasserproben entnommen. 

Drogen

Allein in Zürich werden täglich 1,7 Kilogramm reines Kokain konsumiert, in allen Städten zusammen sind es durchschnittlich 8,8 Kilogramm pro Tag. Da Kokain meistens gestreckt und nur zu 40 Prozent rein ist, dürften täglich sogar 22 Kilogramm zusammen kommen.

Rund 22'000 Kokain-Konsumenten in der Schweiz

Alexander Bücheli, Projektmitarbeiter von Safer Nightlife Schweiz schätzt diese Zahl als realistisch ein: «Das scheint mir relativ plausibel», sagt er gegenüber 20 Minuten. «Es ist zwar unklar, wie viele Konsumenten hinter dieser Zahl stehen. Wenn man – als Schnitt zwischen Schwerabhängigen und Gelegenheitskonsumenten – von einem Gramm pro Person ausgeht, wären dies 22'000 Konsumenten.»

Bei Ecstasy/MDMA haben die Forscher einen täglichen Verbrauch von 367 Gramm errechnet. Auch bei dieser Substanz liegt Zürich vorne, gefolgt von der Stadt St.Gallen, die sich noch vor Basel und Genf platziert. 

Erst bei Metamphetamine, besser bekannt als Crystal Meth, gibt Zürich seinen Spitzenplatz an Neuenburg ab. Laut den örtlichen Behörden gibt es in Neuenburg eine Szene von 200 bis 300 Meth-Konsumenten. 33,5 Gramm pro Tag und 1000 Einwohner werden davon konsumiert. Auf Neuenburg folgen Zürich, Basel und Bern. 

Partydrogen wie Ecstasy und Kokain werden vermehrt am Wochenende eingenommen. Bei stark abhängig machenden Drogen zeigt sich dieser Effekt weniger. Aber auch bei Kokain ist diese Tendenz wahrnehmbar: «Kokain wird vermutlich häufiger ausserhalb des Nachlebens genommen als früher», sagt Experte Bücheli. (rar)

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