Schweiz

Hier ein Überblick über die wichtigsten Meldungen der Sonntagszeitungen. Bild: KEYSTONE

Kunstschmuggel, Rechtsrock-Konzert, Elektrovelos: Das schreibt die Sonntagspresse

23.10.16, 06:42 23.10.16, 16:52

Rekordbusse für Dolder-Eigentümer

Der Schweizer Milliardär und Mehrheitsaktionär des Zürcher Luxushotels Dolder Grand, Urs E. Schwarzenbach, soll offenbar eine Busse von vier Millionen Franken bezahlen. Das verfügte die Oberzolldirektion Bern Anfang Oktober, wie die «NZZ am Sonntag» und die «SonntagsZeitung» schreiben. Schwarzenbach wird beschuldigt, Kunstgegenstände im Wert von 130 Millionen Franken bei der Einfuhr nicht oder falsch angemeldet und damit über zehn Millionen Franken an Mehrwertsteuern hinterzogen zu haben. Es ist dies eine Rekordbusse. Er hat am Bezirksgericht Zürich gegen den Entscheid Beschwerde eingelegt.

Eines der Gemälde, das Schwarzenbach geschmuggelt haben soll: «Le due Madri» von Giovanni Segantini.  bild: christies.com

Aufruf zu Mord und Totschlag

Vom Rechtsrock-Konzert in Unterwasser SG am vergangenen Wochenende ist ein Video aufgetaucht. Dieses zeigt offenbar die Band «Frontalkraft», die in einem Lied über «Volksverräter» die Zeilen singt: «Schwarz ist die Nacht, in der wir euch kriegen. Weiss die Männer, die für Deutschland siegen. Rot ist das Blut auf dem Asphalt.» Im «SonntagsBlick», der die Aufnahme veröffentlichte, stuft Corina Eichenberger, FDP-Nationalrätin und Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, die Aussagen als «indirekten Aufruf zu Gewalt» ein. Es sei «sehr gut, dass Aufnahmen aus dem Konzert nun öffentlich werden». Ein Richter müsse jetzt beurteilen, ob die Zeilen gesetzeswidrig seien.

Parmelin äussert sich zum «Rocktoberfest» 

Trotz des Aufmarsches von rund 5000 Rechtsextremen am vergangenen Wochenende in Unterwasser SG sei die Schweiz «kein Paradies für Rechtsradikale». Das sagte SVP-Bundesrat Guy Parmelin im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag». Er habe sich über das Rechtsrock-Konzert geärgert, weil solche Anlässe «in der Schweiz nichts verloren» hätten. Doch sie zu verhindern sei eine «Verbundaufgabe». Am besten gelänge dies, wenn die möglichen Vermieter von Lokalen sensibilisiert seien und im Zweifelsfall an die Polizei gelangen würden.

Kopftuch-Tragen am Arbeitsplatz

Eine Berner Wäscherei, die einer Mitarbeiterin kündigte, nachdem die Frau mit dem Kopftuch zur Arbeit erschienen war, hat missbräuchlich gehandelt. Dieses Urteil fällte das Regionalgericht Bern-Mittelland Anfang September, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten. Demnach ist es der erste Gerichtsentscheid seit einem Vierteljahrhundert zum Tragen eines Kopftuchs in einem privaten Betrieb. Der Arbeitgeber hatte Hygiene- und Sicherheitsvorschriften geltend gemacht. Die Richter beriefen sich derweil auf die Religionsfreiheit, die das verfassungsmässige Recht schütze, auch während der Arbeit in der Privatwirtschaft ein Kopftuch zu tragen. Sie sprachen der Frau eine Entschädigung zu.

Babyboom in der Schweiz

86'559 Babys wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz geboren. Das sind so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Ein Grund für den Anstieg ist laut der Zeitung die Demografie. Die Töchter der Babyboomer sind heute diejenigen, die Kinder bekommen können: So gibt es derzeit mehr Frauen zwischen 26 und 36 Jahren. Mit einem Durchschnitt von 1,77 Kinder pro Frau liegt Appenzell Innerrhoden schweizweit an der Spitze, Basel-Stadt als Schlusslicht kommt auf 1,37 Kinder. Rangiert nach Herkunftsländern der Mütter stehen Norwegerinnen mit 2,7 Kindern an der Spitze, während Schweizerinnen mit 1,4 Kindern im unteren Teil der Tabelle zu finden sind.

Verhütung für Asylsuchende

Asylsuchende lassen sich offenbar immer häufiger zu Fragen rund um die Verhütung beraten. Die Dachorganisation «Sexuelle Gesundheit Schweiz» stellte in den vergangenen Monaten landesweit eine Zunahme der Beratungsgespräche in diesem Bereich fest, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die Organisation fordert nun einen Ausbau der Dienstleistungen rund um die Verhütung für Asylsuchende. Neben der heutigen Praxis mit gratis Kondomen müssten auch Verhütungsmittel angeboten werden, die Frauen selbstbestimmt anwenden können.

Gefährliche Elektrovelos

Elektrovelos sind gefährlicher als gemeinhin angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Einschätzung im Sinus-Rapport 2016 der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), aus dem «Le Matin Dimanche» und die «SonntagsZeitung» zitieren. Elektrovelo-Lenker sind demnach stärker gefährdet als Motorradfahrer. So kamen zwischen 2011 und 2015 auf 10'000 Unfälle mit Verletzten oder Toten. Bei den Motorradfahrern waren es 157. Dies hat laut der bfu auch mit dem tieferen Alter und dem besseren Schutz der Motorradfahrer zu tun.

200 km/h für Schweizer Züge

Die Verkehrskommission des Ständerats hat vergangene Woche über eine Initiative des Waadtländer FDP-Ständerats Olivier Français beraten. Diese will, dass Züge auf Schweizer Schienen statt wie heute rund 100 Stundenkilometer bis zu 200 Stundenkilometer schnell verkehren. Die SBB hat laut dem Initianten bereits die nötige Ausrüstung dazu. Es müssten lediglich einige Streckenabschnitte ausgebaut werden – zwischen Genf und St. Gallen sowie Basel und Zürich – um die Reisezeit zwischen den grossen Städten massgeblich zu verkürzen. Das Projekt würde 25 bis 30 Milliarden Franken kosten. (sda)

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Galghamon, 3.12.2016
Ein guter Mix von News und Unterhaltung, sowie der Mut zur kritischen Analyse.
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  • Joël 23.10.2016 15:21
    Highlight ...und in der NZZ am Sonntag ein Lob an watson von Alt Bundesrat Moritz Leuenberger.
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