Vance findet, die EU mische sich in Ungarns Wahlen ein – und tut es dann selbst
Am kommenden Sonntag wählt Ungarn einen neuen Premierminister. Der rechtskonservative Viktor Orban, der das osteuropäische Land seit 16 Jahren quasi-autonom führt, stellt sich zur Wiederwahl. Sein Herausforderer ist Peter Magyar. Er war einst selbst Mitglied von Orbans Partei Fidesz.
Orban ist der am längsten amtierende Ministerpräsident Ungarns und der dienstälteste Regierungschef innerhalb der EU ist. Nun bröckelt seine Zustimmung im eigenen Land und laut Beobachterinnen und Beobachtern könnte die Wahl für ihn eng werden.
Vor diesem Hintergrund ist der US-Vizepräsident J.D. Vance nach Ungarn gereist, um Orban im Namen der US-Regierung den Rücken zu decken.
An einer Wahlkampfveranstaltung in der ungarischen Hauptstadt Budapest forderte er Orbans Anhängerinnen und Anhänger auf, diesen wiederzuwählen. Gleichzeitig lästerte er über «Brüsseler Bürokraten», die sich in die Wahl einmischen und das Land zerstören würden.
Er selbst hingegen gebe keine explizite Wahlempfehlung ab, predigte Vance. Und tat es dann doch:
Vance betonte während des Auftritts mehrfach, wie sehr er und sein Chef, US-Präsident Donald Trump, Viktor Orban lieben würden. Er schaltete Trump sogar per Handyanruf dazu.
Warum die US-Regierung den ungarischen Premierminister so bewundert und unterstützt, hat der britisch-US-amerikanischer Moderator John Oliver kürzlich in seiner Late-Night-Show «Last Week Tonight» aufgezeigt. Seinen Darstellungen zufolge sehen Trump und seine politischen Verbündeten in Orban ein Vorbild.
Sie wollen seinem Beispiel in den USA folgen, indem sie auch dort die Institutionen aushöhlen, die Justiz und die Medienlandschaft in die eigene Hand bringen, um so die politische Macht praktisch unwiderruflich zu sichern.
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