Schweiz

52-Jähriger in Appenzell wegen Vergewaltigung der Stieftochter verurteilt

25.10.16, 16:11

Ein 52-jähriger Mann soll seine Stieftochter während Jahren immer wieder vergewaltigt und sexuell ausgebeutet haben. Das Appenzell Ausserrhoder Kantonsgericht verurteilte ihn deswegen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und fünf Monaten.

Das Gericht sprach den Mann wegen Vergewaltigung, sexuellen Handlungen mit einem Kind, sexueller Nötigung, Pornografie und weiteren Tatbeständen schuldig, wie es am Dienstag bekannt gab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwältin hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten beantragt. Mit seinem Urteil ging das Gericht weit über diesen Strafantrag hinaus. Der Angeklagte selbst stritt in der Verhandlung vom Montag alles ab. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in den Jahren 2008 bis 2013 seine Stieftochter zu Hause immer wieder schwer sexuell missbrauchte. Er soll das Mädchen, das damals zwischen zehn und 16 Jahre alt war, auch geschlagen und getreten haben. Auch drohte er, ihrem Bruder etwas anzutun.

Bei einer Hausdurchsuchung am Wohnort des Angeklagten wurden auf seinem PC zudem kinder- und tierpornografische Bilder sichergestellt. Weiter wurde ihm vorgeworfen, alkoholisiert mit 1.6 Promille einen Lieferwagen gelenkt zu haben.

Bei einzelnen Vorwürfen, die länger zurückliegen, stellte das Gericht das Verfahren wegen Verjährung ein. Dem Opfer sprach es eine Genugtuung von 30'000 Franken zu. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • MaxHeiri 26.10.2016 08:25
    Highlight Die Staatsanwalt sollte man mit so einem niedrigen Strafdauervorschlag gleich mit einsperren.
    Waren die beiden im Appenzell miteinander verwandt?
    2 1 Melden
  • pamayer 26.10.2016 01:11
    Highlight Oh du heilige scheisse...
    Bei missbräuchen rechnet man mit einer Dunkelziffer von 90%...
    3 0 Melden
    • wipix 26.10.2016 09:56
      Highlight Na, so hoch wird die wohl nicht sein. Das würde heissen, dass auf einen aufegklärten Fall 9 nicht aufgeklärt/publik würden.
      Es gibt auch Annahmen, dass man davon ausgehen kann, dass jedes 7. Mädchen und jeder 10. Junge einmal in der Kindheit sexuellen übergriffen ausgesetzt waren.
      Ist auch viel zu viel, aber realistischer als die 90% Dunkelziffer.
      Seit Jahren sind die Fälle jedoch Rückläufig, durch verbesserter Aufklärung der Kinder, Vereine und den Eltern.
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    • pamayer 26.10.2016 18:03
      Highlight die zahl ist von den kantonspolizeien, nicht von mir.
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    • wipix 26.10.2016 20:34
      Highlight Noch nie gelesen, solche Zahlen. (Dunkelziffer90%)
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  • dääd 25.10.2016 19:02
    Highlight q.e.d. Feminismus
    3 10 Melden
  • Tici 25.10.2016 16:49
    Highlight Es ist so, bei solchen Dingen kann ich nicht objektiv bleiben. Darum frage ich mich, ob mir jemand erklären kann wieso ein Mann für diese Tat "nur" 7 Jahre bekommt? Meiner Meinung nach hätte er lebenslang verdient - Liege ich da falsch? Ich meine wenn die Tat bewiesen wurde?
    Dieses Mädchen wird es doch schwer haben jemals eine gescheite Beziehung aufzubauen - Ein Leben lang...
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    • Hierundjetzt 25.10.2016 18:10
      Highlight Ein Versuch einer Erklärung (stark vereinfacht).

      Es gibt Delikte die sind im Strafgesetzbuch mit noch längeren Strafen belegt zB. Mord, Totschlag usw.

      Ich kann für sexuellen Missbrauch daher keine 10 oder 20 jährige Strafe aussprechen, da dies dann in Konkurrenz zum Tatbestand zB. "Mord" stehen würde, der objektiv gesehen ja schlimmer ist.

      Wie gesagt, Das ist eine stark vereinfachte Aussage und bezieht sich auf unser europäisches römisches Recht nicht auf US-amerikanisches Recht.
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    • Radiochopf 25.10.2016 18:40
      Highlight @tici

      Sehe ich in etwa genau so, aber immerhin ist das Urteil härter als die lächerliche Strafe welche die Staatsanwaltschaf gefordert hatte...
      16 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.10.2016 23:37
      Highlight Der Versuch eine Straftat mit "der richtigen Menge" Strafe zu sanktionieren, scheitert immer. Ausgleichen kann eine Strafe ein begangenes Unrecht sowieso nicht mehr. Zugleich führen harte Strafen auch zu nichts Nützlichem - ausser einer kurzen Illusion von Genugtuung.
      Am Ende meint der Beschuldigte (fast) immer, es sei keine so schwere Strafe nötig, während Sympathisanten des Opfers sich bestenfalls mit lebenslanger Kerkerhaft zufrieden gäben...
      Wenn man zu Ende denkt, was eine mehrjährige Gefängnisstrafe für einen sozial integrierten Beschuldigten bedeutet, ist das auch nicht harmlos.
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    • wipix 26.10.2016 05:54
      Highlight In der heutigen Zeit wird eine solche Straftat mehrheitlich aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme. Ist/wäre der Täter nicht Therapierbar würde er in den Regelvollzug versetzt. Da Gewalt im Spiel war wird schlussendlich die Kommission für Gemeingefährliche über jeden Schritt der Vollzugslockerung eine Empfehlung aussprechen. Diese Empfehlung wird in den allermeisten Fällen entsprochen. Psychiatrische Gutachten mit Prognosen für die Zukunft (Rückfallgefahr) bilden mit dem Führungsbericht die Grundlage hierfür, schlussendlich unabhängig von der tatsächlichen Strafdauer.
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