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National League A, 19. Runde

Kloten – ZSC Lions 2:3 (1:1,1:0,0:1,0:0) n.P.

Bern – Biel 3:1 (2:0,1:1,0:0)

Davos – Fribourg 4:2 (0:0,1:1,3:1)

Servette – Lugano 5:0 (1:0,2:0,2:0)

Martin Gerber ist geschlagen, Jerome Bachofner darf jubeln. Bild: KEYSTONE

ZSC beendet mit Derby-Sieg die Negativserie – Lugano erneut blamabel 

Mit einem 3:1-Sieg gegen Biel nähert sich der SC Bern in der NLA der Tabellenspitze immer mehr an. Die ZSC Lions verhindern gegen Kloten im Penaltyschiessen aber den Führungswechsel.

Publiziert: 29.10.16, 22:25 Aktualisiert: 31.10.16, 12:35

Kloten – ZSC Lions 2:3 n.P.

» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

– Kloten ist im 202. Zürcher Derby lange Zeit das bessere Team und hätte die Entscheidung in einem intensiv geführten Derby vor 6278 Zuschauern herbeiführen müssen. Die Tragische Figur ist Denis Hollenstein. Klotens Topskorer hat in der Verlängerung nach einem Foul von Patrick Thoresen mittels Penalty das 3:2 auf dem Stock, doch er schiesst den Versuch übers Tor. Im Penaltyschiessen läuft Hollenstein als letzter Schütze an und trifft nur den Pfosten. Unmittelbar zuvor trifft bei den Lions Roman Wick als dritter von vier Schützen.

– ZSC-Rückkehrer Ronalds Kenins leitet in der 51. Minute mit dem 2:2-Ausgleich die Wende ein. Für den ZSC wäre es nach dem Cup-Out in Freiburg (2:3) am Mittwoch und den beiden Meisterschaftsniederlagen gegen den SC Bern (2:3 n.P.) und die SCL Tigers (3:5) die vierte Niederlage in den letzten sechs Tagen gewesen.

– Der ZSC ist sichtlich bemüht, die enttäuschende Vorstellung vom Vorabend gegen Langnau zu korrigieren. Doch das Team des schwedischen Trainers Hans Wallson fass insgesamt zu viele Strafen, die es dem Heimteam immer wieder ermöglichen, gefährlich vor dem Tor von Lukas Flüeler aufzutauchen. Eine solche Überzahlsituation nutzt James Sheppard in der 27. Minute zur 2:1-Führung. Für den Kanadier ist es der zweite Treffer nach seiner Rückkehr aus Nordamerika.

Feuriger Einlauf in die Swiss Arena. Bild: KEYSTONE

Bern – Biel 3:1

– Der SC Bern kann die Achtelfinals in der Champions League gegen den finnischen Vertreter JYP Jyväskylä mit viel Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Gegen Biel feiert der Schweizer Meister beim 3:1 den fünften Sieg in Folge.

– Das Schlussresultat steht bereits nach 34 Minuten fest. Es hätte am Ende aber auch deutlicher zu Gunsten des SCB ausfallen können. Denn Marco Müller beklagt gleich zwei Pfostenschüsse (28./34.) und Topskorer Mark Arcobello, der in der 8. Minute die 1:0-Führung erzielt, scheitert gleich zweimal solo vor Biels Keeper Jonas Hiller (15./50.).

– Dass Biel so lange im Spiel bleibt, haben sie einerseits Hiller zu verdanken. Der ehemalige NHL-Goalie sieht zwar beim 0:2 durch Dario Meyer (10.) nicht vorteilhaft aus, als er nach einem Missverständnis mit seinen Verteidigern und einem missglückten Befreiungsversuch den Bernern assistiert, zeigt aber nicht nur gegen Arcobello starke Paraden.

– Andererseits läuft das Spiel in der 34. Minute für Biel. Ein Schuss von Berns Müller prallt vom Pfosten zurück, im Gegenzug trifft Biels Mathieu Tschantré. Statt entscheidend 0:4 aus Bieler Sicht steht es nur noch 1:3. Mehr liegt in der Folge für das Team von Trainer Kevin Schläpfer aber nicht drin.

Mark Arcobello trifft und trifft, auch gegen Biel. Bild: PHOTOPRESS

Davos – Fribourg 4:2

– Erfolgreiches Wochenende für den HC Davos: Auf den 5:2-Erfolg am Freitag in Lugano lassen die Bündner im Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron einen weiteren Sieg folgen. Der HCD gewinnt 4:2. Erst im Schlussdrittel können die Davoser die lange Zeit ausgeglichene Partie in entscheidende Bahnen lenken. Marc Wieser (42.) in Überzahl und Felicien Du Bois (48.) erhöhen vom 1:1 auf 3:1.

– Die aufopferungsvoll kämpfenden Freiburger kommen gut zweieinhalb Minuten vor Schluss dank einer schönen Einzelleistung von Nationalverteidiger Yannick Rathgeb nochmals auf 2:3 heran, doch Dick Axelsson besiegelt mit seinem Treffer ins leere Tor die siebte Auswärtsniederlage der Gäste im neunten Anlauf.

– Wie sein Goaliekollege Gilles Senn am Vorabend in Lugano zeigt auch Joren van Pottelberghe im Davoser Tor eine starke Leistung. Der Schweizer U20-Internationale hat mit 41 von 43 gehaltenen Schüssen massgeblichen Anteil am Sieg des HCD.

– Während der Abstand von Davos auf den Playoff-Strich nach zuletzt zwei Siegen nach 60 Minuten vor der Nationalmannschaftspause auf drei Punkte angewachsen ist, kleben die Freiburger mit acht Punkten weniger weiter am Tabellenende fest

Davos setzt sich dank zwei Siegen etwas vom Strich ab. Bild: KEYSTONE

Servette – Lugano 5:0

– Lugano hat eine verkorkste Woche hinter sich. Nach dem Out im Cup verlieren die Tessiner auch die zwei Meisterschaftspartien vom Wochenende. Auswärts gegen Genève-Servette setzt es nach einem fehlerhaften und phasenweise undisziplinierten Spiel eine 0:5-Niederlage ab.

– Dem 0:1 geht ein Missverständnis von Goalie Elvis Merzlikins und Verteidiger Julien Vauclair voraus. Servettes Neuzuzug Nathan Gerbe erfasst die Situation als erster und schiesst im zweiten NLA-Spiel seinen ersten Treffer (17.).

– Vor dem 0:2 (29.) und dem 0:3 (36.) bringen die Tessiner die Scheibe nicht heraus und lassen ihre Gegenspieler gewähren. Jim Slater und Jeremy Wick stochern die Scheibe jeweils im Nachsetzen ins Tor. Erschwerend kommt hinzu, dass Lugano in dieser Phase gleich mehrere Strafen wegen unsportlichen Verhaltens kassiert.

– Auch im letzten Drittel kann Lugano nicht reagieren. Im Gegenteil: Daniel Rubin und Damien Riat sorgen mit ihren Treffern für den höchsten Saisonsieg von Servette. Goalie Robert Mayer feiert den ersten Shutout in dieser Saison, sein Team den zweiten Erfolg in den letzten acht Spielen

Für Lugano ist in Genf nichts zu holen. Bild: KEYSTONE

Die Tabelle

Die Telegramme

Kloten - ZSC Lions 2:3 (1:1, 1:0, 0:1, 0:0) n.P.
6278 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Vinnerborg/Wehrli, Abegglen/Fluri.
Tore: 5. Bachofner (Bärtschi, Blindenbacher) 0:1. 11. Frick 1:1. 26. Sheppard (Shore, Grassi/Ausschluss Seger) 2:1. 51. Kenins 2:2.
Penaltyschiessen: Leone 1:0, Bärtschi -; Shore -; Kenins 1:1; Praplan -, Shannon 1:2; Santala 2:2, Wick 2:3; Hollenstein -
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kloten, 8mal 2 plus 10 Minuten (Thoresen) plus 5 Minuten (Chris Baltisberger) plus Spieldauer (Chris Baltisberger) gegen die ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Wick. Kloten: Gerber; Sanguinetti, Frick; Stoop, Weber; Back, Harlacher; Gähler; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Shore, Sheppard; Lemm, Schlagenhauf, Kellenberger; Obrist, Homberger, Leone.
ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Marti; Guerra, Phil Baltisberger; Thoresen, Sjögren, Wick; Nilsson, Shannon, Kenins; Chris Baltisberger, Trachsler, Schäppi; Bärtschi, Diem, Bachofner.
Bemerkungen: Kloten ohne Ramholt, Boltshauser, Bieber und Von Gunten, ZSC Lions ohne Cunti, Hächler und Suter (alle verletzt), Herzog (gesperrt), Pestoni und Künzle (verordnetes Aufbautraining). - Sanguinetti (13.) verletzt ausgeschieden. - Hollenstein (62.) verschiesst Penalty.

Bern - Biel 3:1 (2:0, 1:1, 0:0)
16'845 Zuschauer. - SR Fischer/Kurmann, Bürgi/Wüst.
Tore: 8. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 1:0. 10. Meyer (Bodenmann) 2:0. 24. Moser (Rüfenacht, Genoni) 3:0. 34. Tschantré 3:1.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Earl.
Bern: Genoni; Untersander, Blum; Noreau, Gerber; Jobin, Krueger; Kamerzin, Kreis; Bodenmann, Ebbett, Meyer; Berger, Plüss, Scherwey; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Müller, Macenauer, Meyer.
Biel: Hiller; Jecker, Wellinger; Dave Sutter, Fey; Valentin Lüthi, Dufner; Maurer, Lundin; Rossi, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Tschantré, Haas, Rajala; Micflikier, Earl, Schmutz; Wetzel, Fabian Sutter, Horansky.
Bemerkungen: Bern ohne Hischier, Reichert (beide verletzt) und Lasch (überzähliger Ausländer), Biel ohne Joggi, Pedretti (beide verletzt), Huguenin und Nicholas Steiner (beide krank). Tschantré verletzt ausgeschieden (54.). Pfostenschüsse Müller (28./34.). Timeouts Biel (58:01) und Bern (59:32). Biel ab 58:01 ohne Torhüter.

Davos - Fribourg-Gottéron 4:2 (0:0, 1:1, 3:1)
4782 Zuschauer. - SR Koch/Sir(CZE), Obwegeser/Stuber.
Tore: 23. Forster (Kousal, Schneeberger) 1:0. 36. Schmutz (Cervenka) 1:1. 42. Marc Wieser (Lindgren, Ambühl/Ausschluss Abplanalp) 2:1. 48. Du Bois (Walser) 3:1. 58. Rathgeb (Bykow) 2:3. 60. (59:57) Axelsson (Lindgren, Marc Wieser) 4:2 (ins leere Tor).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron.
PostFinance-Topskorer: Lindgren; Sprunger.
Davos: Van Pottelberghe; Schneeberger, Forster; Du Bois, Rahimi; Heldner, Paschoud; Kindschi; Eggenberger, Kousal, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Simion, Corvi, Jörg; Kessler, Walser, Egli; Jäger.
Fribourg-Gottéron: Conz; Stalder, Leeger; Rathgeb, Picard; Maret, Abplanalp; Chavaillaz; Mauldin, Cervenka, Gustafsson; Neukom, Rivera, Neuenschwander; Sprunger, Bykow, Mottet; Chiquet, Schmutz, Marchon.
Bemerkungen: Davos ohne Aeschlimann, Dino Wieser (beide verletzt), Sciaroni (gesperrt), Fribourg-Gottéron ohne Ritola, Kienzle, Schilt und Fritsche (alle verletzt). - Conz hält Penalty von Marc Wieser (47.). - Pfostenschüsse: Kindschi (24.), Simion (28.); Mottet (16.), Cervenka (25./Latte). - Timeout Fribourg (26.). - Fribourg-Gottéron von 58:13 bis 59:57 ohne Torhüter.

Genève-Servette - Lugano 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)
5906 Zuschauer. - SR Mollard/Wiegand, Kaderli/Progin.
Tore: 17. Gerbe 1:0. 29. Slater (Riat) 2:0. 36. Wick (Ausschluss Morini) 3:0. 50. Rubin (Simek) 4:0. 54. Riat (Rod) 5:0.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 10 Minuten (Vauclair) gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Wick; Klasen.
Genève-Servette: Mayer; Loeffel, Kast; Jacquemet, Fransson; Mercier, Petschenig; Wick, Slater, Rod; Simek, Rubin, Spaling; Schweri, Romy, Gerbe; Traber, Maillard, Impose; Riat, Leonelli.
Lugano: Merzlikins; Ulmer, Vauclair; Hirschi, Ronchetti; Chiesa, Sannitz; Sartori; Lapierre, Zackrisson, Hofmann; Bürgler, Martensson, Klasen; Brunner, Morini, Bertaggia; Walker, Gardner, Reuille.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Chuard (gesperrt), Antonietti, Vukovic, Détraz, Almond, Douay, Heinimann, Massimino (alle verletzt) und Ehrhardt (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Furrer, Fontana, Sondell, Kparghai (alle verletzt) und Wilson (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Klasen (22.). Timeout Genève-Servette (53.). (sda)

Die Cup-Blamagen der NLA-Klubs in der Neuzeit

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User-Review:
schlitteln - 18.4.2016
Guter Mix zwischen Seriösem und lustigem Geblödel. Schön gibt es Watson.
6 Kommentare anzeigen
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  • Kritiker_2 30.10.2016 13:06
    Highlight In Lugano könnte man ja wieder der Trainer wechseln.
    Ich würde es mal mit einer Dame versuchen.
    9 0 Melden
    • Der müde Joe 31.10.2016 08:24
      Highlight z.B. mit Vicky Mantegazza? ;)
      4 0 Melden
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  • Der müde Joe 30.10.2016 08:28
    Highlight Was mich mehr schmerzt, als die Niederlage, sind die dreckigen fouls! Man hatte fast schon das gefühl, dass die Leistungsträger absichtlich so angegangen wurden. Und das von Seger wurde nicht mal geandet! Kloten hätte den Sieg mehr verdient, aber so ist halt Eishockey.
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    • Nashville98 30.10.2016 12:51
      Highlight Hast du das Spiel überhaupt gesehen ?
      Ich denke kaum den dann hättest du gesehen wie Kloten teilweise an die Wand gespielt wurde.
      Und wen man so viele Powerplays nicht nutzt und sogar den Penalty in der OT verschiesst, dann ist also mar gar nichts verdient.
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    • hoele 31.10.2016 06:41
      Highlight @Nashville98
      "teilweise an die Wand gespielt"... geb ich dir recht. Und dennoch kein Tor erzielt. Genauso wenig wie die Klotener mit ihren wenigen aber wohl gefährlicheren Chancen. Den Sieg hätten beide verdient, der glücklichere hat gewonnen.
      Dies erklärt nicht die von müde Joe angesprochenen dreckigen Fouls. Hart spielen OK, aber das war teilweise mal wieder untere Z-Schublade. Die Strafen-Statistik belegts.....
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    • Der müde Joe 31.10.2016 07:52
      Highlight @Nashville98: Das mit den Chancen gebe ich dir recht, wenn man diese nicht nutzt, -selberschuld. Aber auch als Z-Fan muss man sagen, dass faires, hartes Hockey anders aussieht. Mit der Niederlage kann ich leben, aber nicht damit, dass Spieler fast schon gezielt verletzt werden. Das ist wirklich unterste Z-Schublade, was mit diesem Kader gar nicht nötig wäre.
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Anstand will gelernt sein

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

19. Oktober 1996: Arno Del Curto hat in seiner Karriere schon die unglaublichsten Szenen erlebt. Doch dass er bei seiner ersten Saison in Davos den Spielern gar erklären muss, dass man dem Schiedsrichter nicht mehr «Fuck you» sagen dürfe, übertrifft wohl alles. 

Was Del Curto schon alles mitmachen musste, kann man teilweise kaum glauben. Aber in über 20 Jahren als Trainer läppert sich da einiges zusammen. So auch diese Anekdote:

Del Curto kam im Sommer 1996 als Cheftrainer zum HC Davos. In der neunten Runde empfängt sein Team an diesem Oktobertag den SC Bern. Der HCD hat mit einem Sieg die Chance, erstmals seit elf Jahren wieder die Tabellenspitze der Nationalliga A zu übernehmen.

Doch Del Curto muss seine Spieler dabei in ungewöhnlichen Dingen coachen. …

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