Unvergessen

Secretariat an der Preakness Stakes im Jahr 1973. Bild: secretariatsmeadow.com

Die Nr. 35 der erfolgreichsten US-Sportler stirbt – nicht dieser Jockey, sondern sein Pferd

4. Oktober 1989: Eines der besten Rennpferde aller Zeiten stirbt. Secretariat war in vielerlei Hinsicht einzigartig: schnell, ausdauernd, ehrgeizig, schön, reich und fruchtbar. Und am Ende leider auch krank.

Publiziert: 04.10.16, 00:01

Soviel vorweg: Secretariat hat mit lahmer Bürokratie so wenig zu tun wie ein neuer Ferrari mit einem Trabi auf einem Schrottplatz in Jena. Secretariat ist nämlich pfeilschnell.

Secretariat ist so schnell, dass er im Jahr 1973 alle drei Triple-Crown-Rennen gewinnt. Er siegt beim Kentucky Derby, gewinnt die Belmont Stakes und die Preakness Stakes. Seit 25 Jahren ist dieses Kunststück keinem Pferd mehr gelungen. Aber Secretariat ist nicht nur schnell, er ist auch ausdauernd.

Secretariats Rekordrennen in Belmont Stakes 1973. Video: YouTube/Dingerz

Secretariats Spezialität ist, dass er während eines Rennens nicht langsamer, sondern immer schneller wird. Beim Kentucky Derby läuft er jede Viertelmeile jeweils schneller als die davor. Die Ausdauer von Secretariat ist legendär. Secretariat ist aber nicht nur schnell und ausdauernd, er ist auch ehrgeizig. 

Secretariat wird am Kentucky Derby mit jeder Viertelmeile schneller. Video: YouTube/wyocalboy

Secretariat ist so ehrgeizig, dass er sowohl am Kentucky Derby als auch an den Belmont Stakes einen neuen Streckenrekord aufstellt. Die Rekorde sind bis heute nicht geknackt worden. Eigentlich stellt Secretariat auch den Streckenrekord am Preakness Stakes auf. Weil aber die Zeitmessung defekt ist, wird dieser Rekord nie offiziell anerkannt. Secretariat ist aber nicht nur schnell, ehrgeizig und ausdauernd, er ist auch schön. 

Secretariat ist so schön, dass sich etliche Fanklubs bilden, die quer durch die Vereinigten Staaten reisen, nur um einen Blick auf ihn zu werfen. Secretariat ist aber nicht nur schön schnell, ausdauernd, ehrgeizig und schön, er ist auch reich.

Noch heute gibt es Secretariat-Fanklubs. Im Jahr 2014 wird in Bourbon County sogar ein Secretariat-Festival organisiert. Bild:secretariat.com

Secretariat ist so reich, dass man ihn getrost als Millionär bezeichnen kann. Während seiner Karriere kassiert er rund 1,3 Millionen Dollar an Preisgeldern. Secretariat ist aber nicht nur schnell, ausdauernd, ehrgeizig, schön und reich, er ist auch fruchtbar.

Secretariats Herz wog 9,6 Kilogramm. Normalerweise wiegt ein Pferde-Herz rund 3,2 Kilogramm.  Bild: zackmckay.info

Secretariat ist so fruchtbar, dass er nach seiner Aktivkarriere über 600 Nachkommen zeugt. Viele seiner Nachkommen werden ebenfalls erfolgreiche Rennpferde.

Dabei beendet er seine Karriere bereits im Alter von vier Jahren. Will heissen, dass Secretariat nur ungefähr zwei Jahre lang Rennen bestreitet und 15 Jahre damit beschäftigt ist, Nachkommen zu zeugen. Secretariats Leben ist halt doch ein Ponyhof … Secretariat ist aber nicht nur schnell, ausdauernd, ehrgeizig, schön, reich und fruchtbar, er ist irgendwann auch sehr krank.

Secretariat ist so krank, dass man ihn am 4. Oktober 1989 einschläfern muss. Wegen eines unheilbaren Huf-Infekts sieht man keine andere Lösung mehr. Bei der Beerdigung wird Secretariat eine besondere Ehre zuteil. Werden bei einem normalen Pferd nur der Kopf, die Hufe und das Herz begraben, so wird Secretariat als Ganzes ins Grab gelassen. Und weil die Geschichte von Secretariat so berührend ist, wird 2010 sogar ein Film mit dem Namen «Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende» gedreht.

John Malkovich und Diane Lane spielen die Hauptrollen im Film über Secretariat. Bild: imdb.com

Besser als ein 14-facher Grand-Slam-Sieger

Nicht weil Secretariat krank war, sondern weil er schnell, ausdauernd, ehrgeizig, schön, reich und fruchtbar war, wurde das Pferd auf der Liste der 100 besten amerikanischen Sportler des 20. Jahrhunderts auf Rang 35 gewählt.

Zwar nicht ganz so gut wie Michael Jordan (1.) und Carl Lewis (12.), aber immerhin vor Pete Sampras (48.). Ich glaub', mich tritt ein Pferd!

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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  • Hayek1902 04.10.2016 14:07
    Highlight Zum Preisgeld muss man noch sagen, dass 1.3 mio dollar damals ca. 6.5 mio CHF waren (Bretton-Woods lief 1973 aus). Jetzt könnt ihr diese {6.5 mio CHF *(1+durchschnittliche Inflationsrate)^43 Jahre} rechnen, dann habt ihr den Wert heute. Bei konservativen 3% Inflation wären das etwa 23 Mio. Nicht schlecht für 2 aktive Sportlerjahre. PS: Ich wusste von dem Pferd erst durch Bojack Horseman.
    5 0 Melden
    • HorstHüpfknete 04.10.2016 17:28
      Highlight ja genau, Bojack =D übrigens total zum empfehlen!
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