Wirtschaft

Wer braucht schon Regulierung? Trump entfesselt den US-Finanzmarkt 

03.02.17, 12:20 03.02.17, 12:52

Trumps Wirtschafts-Stunts

US-Präsident Donald Trump macht offenbar Ernst mit seinem Versprechen, den Finanzmarkt wieder zu entfesseln. Nach Angaben eines Regierungsvertreters in Washington wird der am Freitagmittag (Ortszeit) dazu zwei Dekrete unterzeichnen.

Zum einen soll das Wall-Street-Reformpaket «Dodd-Frank Act» auf den Prüfstand gestellt werden. Ausserdem könnte ein Gesetz der Vorgängerregierung gestoppt werden, das im Kern Finanzfirmen verpflichtet, bei Altersvorsorge-Produkten im Sinne der Kunden anstatt der eigenen Gewinnmaximierung zu handeln.

Der Geschäftsmann Trump hatte schon nach seinem Wahlsieg angekündigt, die Finanzmarkt-Regulierung aufzuweichen. Das hatte zu Begeisterungsstürmen an der Wall Street geführt - die Aktienkurse von Banken stiegen deutlich.

Am Montag hatte Trump nach einem Treffen mit Vertretern kleinerer Firmen dann gesagt: «Die Regulierung hat sich in der Tat als schrecklich für Konzerne herausgestellt, aber für kleine Unternehmen war es noch schlimmer.» Der Unternehmergeist leide, der Zugang zu Krediten werde erschwert. «Dodd-Frank ist ein Desaster.»

Kernprojekt von Obama

Die Wall-Street-Reform war eines der Kernprojekte von Vorgänger Barack Obama nach dessen Amtsantritt 2009. Damals war die Erinnerung an die Finanzkrise noch frisch: Banker und Spekulanten hatten mit hochriskanten, verschachtelten Deals das Finanzsystem an den Rand des Kollapses geführt.

Nur das Einspringen des Steuerzahlers konnte am Ende das Schlimmste verhindern. Die Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und die Menschen waren dennoch verheerend: Zahlreiche Unternehmen gingen pleite, verschuldete Hausbesitzer wurden aus ihren Immobilien gedrängt, die Arbeitslosigkeit in den USA stieg rasant.

Die Regierung Obama sah das Problem in der Zügellosigkeit der Finanzmärkte und brachte daraufhin den «Dodd-Frank Act» auf den Weg. So sollte die darin festgeschriebene «Volcker Rule» es den Banken verbieten, auf eigene Rechnung zu spekulieren.

Von Anfang an gab es aber Widerstand aus der republikanischen Partei und von der Finanzlobby. Auch Trumps Finanzminister Steven Mnuchin - ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker - gilt nicht als Freund der Regulierung. (sda/dpa)

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Catloveeer, 19.12.2016
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36 Kommentare anzeigen
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  • Zarzis 04.02.2017 19:15
    Highlight


    Habe kürzlich wiedereinmal diesen Deutschen Spielfilm von 1965 geschaut. Ich weiss, geht 75min. Aber es ist schon krass, wenn man Curt Jürgens bei der Senats Anhörung Reden hört, Was die wirkliche Person 1935 da Aussagte, es 1965 Verfilmt und diese Woche, fast 1zu1 Wiederholt wird. Also hat die Geldindustrie in den letzten 80 Jahren, nicht, wirklich gar nichts gelernt.
    Dabei ist die Banken zu Deregulieren wie zu sagen, Jemanden Ausrauben mit Pistole ist ein Verbrechen, mit Messer, erlaubt!
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  • Sapere Aude 03.02.2017 19:39
    Highlight Hillary hat die Nähe zur Finanzindustrie noch geschadet, willkommen in der Welt der alternativen Fakten.
    7 0 Melden
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  • Chääschueche 03.02.2017 19:27
    Highlight Byebye Welt.
    Wann befreist du dich endlich von uns?
    4 0 Melden
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  • phreko 03.02.2017 18:35
    Highlight Dow Jones auf einem Rekord hoch, Banken werden entfesselt: ich glaub ich muss lernen Leerverkäufe zu tätigen, das wird ein schönes Festessen geben!
    8 0 Melden
    • CASSIO 03.02.2017 19:28
      Highlight Bin dabei. Gehen wir short.
      2 0 Melden
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  • banda69 03.02.2017 17:32
    Highlight Trump, der feuchte Traum des SVP-Establishments.
    21 4 Melden
    • Tom Anderegg 03.02.2017 18:28
      Highlight Was für eine digitale Verschmutzung der Welt mit Deinem Beitrag. Weiter so!
      Anstelle sich zu fragen wie konnte das passieren, einfach weitermachen wie gehabt. Sehr kreativ....schade bringst Du nicht mehr.
      Zu Trump, eins und vermutlich das einzige was man ihm lassen muss, er plappert nicht nur. Dämmert's?
      3 22 Melden
    • phreko 03.02.2017 18:32
      Highlight @Anderegg: Was muss man da noch Fragen, wenn eine Gruppe Milliardäre entscheidet was gut für die Welt sein soll?
      14 2 Melden
    • banda69 03.02.2017 20:37
      Highlight @tom - Man kann die Gemeinsamkeiten von Trump und der SVP nicht oft genug herausstreichen.

      Beide verarschen das Volk aufs Übelste.
      9 1 Melden
    • Fabio74 04.02.2017 12:51
      Highlight @anderegg: Dann liefere doch deine Sicht warum das passieren konnte,.,.
      3 0 Melden
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  • molekular 03.02.2017 16:36
    Highlight Zeit für eine ernsthafte "to big to fail" Debatte!
    17 0 Melden
    • Lorent Patron 03.02.2017 16:55
      Highlight Wie gemeint?
      0 0 Melden
    • molekular 03.02.2017 18:14
      Highlight Es sollte jetzt entschieden werden, wie reagiert wird, sollte ein Bank wegen Fehlinvestitionen vor der Pleite stehen - und das auch klar kommuniziert werden: 64 Mrd in den Allerwertesten schieben oder eben nicht...
      7 1 Melden
    • Lorent Patron 03.02.2017 19:19
      Highlight Ich fürchte, die Diskussion kommt zu spät. Es droht nicht mehr nur der Konkurs einzelner Banken. Es droht ein Währungskollaps mit schlagartiger Insolvenz gleich mehrerer Banken.

      Amerikanische und englische Notenbanker propagieren das Qualitative Easing, die Übernahme von Risiken, die Privaten nicht selber tragen wollen.

      http://www.bankofengland.co.uk/research/Pages/workingpapers/2016/swp613.aspx

      "central banks can use trades in risky assets to insure those unable to insure themselves."
      https://bankunderground.co.uk/2016/09/30/why-unconventional-monetary-policy-works-in-theory/#more-2091
      4 0 Melden
    • Lorent Patron 03.02.2017 19:29
      Highlight Die Schweizer Nationalbank betreibt Qualitative Easing schon eine ganze Weile. Sie investierte inzwischen unzählige Milliarden (frisch gedruckter Franken) in amerikanische und europäische Index-Aktien. Andere Zentralbanken und Staatsfonds tun es ihr gleich.

      Die Folge ist, dass mit Qualitative Easing die Börsenkurse weltweit künstlich stabilisiert, bzw. sogar nach oben gedrückt werden. Dafür sind Währung und Banken stabil.

      Aber es entstand dadurch eine gigantische Blase. Sie droht zu platzen. Es wären aber vorallem Notenbanken und ihre Währungen, die dann straucheln würden. To big to fail?
      4 0 Melden
    • molekular 03.02.2017 20:39
      Highlight Autsch. Tatsächlich to big to fail...
      3 0 Melden
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  • D(r)ummer 03.02.2017 14:27
    Highlight Im Dodd-Frank hatte es sicher auch einige Ausnahmen drin, wie das so üblich ist. (Bush war ganz schlimm)

    Kann man nur hoffen, dass Trump später was härteres einführen wird...
    Ansonsten, ciao.
    13 0 Melden
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  • Lowend 03.02.2017 14:23
    Highlight Wenn ich zurückdenke, wie die ganze Russenpropaganda Trumps Gegnerin im Wahlkampf zu grosse Nähe zur Wall Street vorwarf und man nun sieht, wie Trumps Kabinett nur so von Vertretern der Hochfinanz durchsetzt ist, könnte man sich, wenn es nicht so traurig wäre, fast krank lachen, wie grob sich die Welt von zwei skrupellosen Autokraten an der Nase herumführen liess!
    Ähnlich verhält es sich mit fast allen Vorwürfen, denn auch die Kriegsgefahr die angeblich von dieser Frau ausgegangen sei, wären Peanuts gegen die krankhaft narzisstische Kriegsgurgel, die jetzt im Oval Office ihr Unwesen treibt!
    58 8 Melden
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  • Repplyfire 03.02.2017 13:51
    Highlight Und so einer wurde von mehreren Milionen Leuten gewählt. Trump oder irgendjemand sonst und sie nehmen Trump... Der Leidensdruck unter dem Status Quo musste enorm sein.
    32 2 Melden
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  • Linus Luchs 03.02.2017 13:48
    Highlight Trump zog im Wahlkampf über das Finanz-Establishment her und öffnet nun für die Wall-Street-Haie alle Schleusen.
    58 0 Melden
    • FrancoL 03.02.2017 15:58
      Highlight Nein das kann nicht sein, das hätte doch HC getan, Trump würde sowas nie und nimmer tun
      Ironie off*
      21 3 Melden
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  • Triumvir 03.02.2017 13:42
    Highlight Moll super, lieber dumb Trump. Somit dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein bis wird die nächste Finanzkrise erleben dürfen. Die letzte Krise datiert aus dem Jahre 2008, also dürfte es bis zum Platzen der "Dumb-Trump-Blase" gar nicht mehr so lange dauern... Das Desaster kann dann der nächste - ziemlich bedauernswerte - POTUS ausbaden. Leider dürfte auch dann wieder ein grosser Teil der Weltbevölkerung unter den Folgen der neuen Krise zu leiden haben.
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  • cero 03.02.2017 13:36
    Highlight Bin gespannt, ob die Banken ein weiteres Mal von Steuerzahlern gerettet werden.... Habe doch fast den Eindruck, als mache Väterchen Marx erste Stretching-Übungen, damit er, wenn es Zeit ist, wieder voll da ist. Es gibt schönere Arten, eine Dampflok zum stehen zu bringen, als den Dampfkessel explodieren zu lassen...
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    • Yallix 03.02.2017 13:52
      Highlight "Es gibt schönere Arten, eine Dampflok zum stehen zu bringen, als den Dampfkessel explodieren zu lassen..."? 😂😂👍
      - und erst noch passend zu einem Dampfplauderi wie Trump einer ist: unter narzisstischen Über- und mentalem Unterdruck.
      27 0 Melden
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  • Wandtafel 03.02.2017 13:36
    Highlight Geht es gut will man weniger Staat, geht es schlecht schreien alle nach mehr Staat.
    Und nie etwas daraus gelernt.
    36 0 Melden
    • CASSIO 03.02.2017 19:32
      Highlight Wandtafel. Wer hat nichts gelernt? Ich sag's Dir: der Staat. Hohe Gewinne für wenige privatisieren, grosse Verluste für alle verstaatlichen. Es gibt diese wenigen, die genau wissen, was sie machen und immer mit trockener Hose aus der Sch***se steigen.
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  • FrancoL 03.02.2017 13:31
    Highlight Wenn wir alles laufen lassen wie es die Finanzlobby gerne sehen mag, dann haben wir wenigstens eine Sicherheit: Wir wissen wo es hin läuft!
    Es läuft ins Verderben für ganz, ganz viele und zu immensem Reichtum für ganz, ganz wenige.
    Ich kann nicht verstehen wie man einen solchen Weg einschlagen mag und noch viel weniger wieso man diesen Weg stützen mag.
    39 0 Melden
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  • Tartaruga 03.02.2017 13:17
    Highlight Einfach nur wow...
    21 0 Melden
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  • Majoras Maske 03.02.2017 13:16
    Highlight Vielleicht schafft Trumpel ja wirklich den Neoliberalismus unabsichtlich ab. Er dereguliert und befeuert den Kasinokapitalismus, die Kurse steigen und die Lemminge streiten um Tulpen und dann bemerkt man, dass seine Wirtschaftspolitik in die Sackgasse führt, auch solche Milliardenkonzerne wie Facebook überbewertet sind und Milliarden verspekuliert wurden, die Banken wieder Millionen Bürger über den Tisch gezogen haben und et voilà die Krise ist schlimmer als jemals zu vor.
    40 4 Melden
    • m:k: 03.02.2017 13:40
      Highlight Es wäre schön, wenn das der Fall wäre. Ich befürchte aber, dass sich die Bevölkerung zuerst selber bekämpft oder halt andere Sündenböcke sucht, bevor sie merkt, dass die Wirtschaftspolitik in die Sackgasse führt. Dass man nach der letzten Finanzkrise schon nicht gemerkt hat, wie gefährlich zu wenig regulierte Finanzmärkte sind, stimmt mich pessimistisch.
      23 1 Melden
    • Majoras Maske 03.02.2017 14:13
      Highlight Ja, da hast du leider recht. Beziehungsweise glaube ich schon, dass grosse Teile der Bevölkerung einer Regulierung positiv gegenüber stehen, nur leider haben die eben nicht so viel Einfluss wie die Wallstreet. Und diese Vertreter der Wallstreet sind auch nicht an dem Gemeinwohl interessiert, sondern der eigenen Profitmaximierung. Und verkauft wird das dann als Wirtschaftsförderung für alle. Ist doch ein globales Debakel. :-(
      10 1 Melden
    • CASSIO 03.02.2017 19:34
      Highlight Snapchat Börsengang steht ja offenbar auch schon vor der Tür.
      1 0 Melden
    • Citation Needed 07.02.2017 14:30
      Highlight Majoras Maske, nebenbei: Wenn Trumps 'Kasinokapitalismus' so mies rauskommt wie seine Casinos, dann Halleluja! Aus der Insolvenzmasse (mehrere Kasinos) wurde nur das Taj Mahal rausgelöst und an Investor Carl Icahn verscherbelt, der inwischen Trumps Sonderberater für die Regulierungsreform ist. Der totale Filz.
      5 0 Melden
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  • Bongalicius 03.02.2017 13:11
    Highlight Und so kommt die nächste Finanzkrise schneller als befürchtet...
    44 1 Melden
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  • Gurgelhals 03.02.2017 13:02
    Highlight "Aber Hillary mit den Emails und den Wallstreet-Reden..."
    51 7 Melden
    • Majoras Maske 03.02.2017 14:20
      Highlight Oh, wie tragisch wenn ein Politiker es wagt, sein Wahlversprechen ein zu halten.

      What? Trump hatte im Wahlkampf eine Position gegen die Wallstreet?

      Ups.
      16 4 Melden
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