Wirtschaft

Falsche Rechnungen beglichen

Kanton Waadt bezahlt fälschlicherweise Spitalrechnungen der CSS

06.09.14, 16:56 06.09.14, 18:01

Der Kanton Waadt hat fälschlicherweise Spitalrechnungen bezahlt, welche eigentlich die Krankenkasse CSS hätte übernehmen sollen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist über den Sachverhalt informiert und prüft, ob weitere Kantone betroffen sind, wie eine Sprecherin am Samstag sagte.

Der Fall betrifft ausländische Studenten, die bei der CSS eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Ihre Spitalrechnungen wurden beglichen, als ob sie eine Grundversicherung abgeschlossen hätten.

CSS-Sprecherin Carole Sunier bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine Meldung in den Zeitungen «Tribune de Genève» und «24 Heures». Bei stationären Behandlungen bezahlt der Kanton 55 Prozent der Kosten und die Versicherung 45 Prozent.

Während rund zehn Jahren hatte niemand diesen Fehler bemerkt. Die falsche Abrechnungsmethode flog erst diesen Frühling auf, als ein ausländischer, in Genf wohnhafter, Student im Universitätsspital Lausanne (CHUV) hospitalisiert wurde.

Die Genfer Universitätsspitäler (HUG) stellten fest, dass der Patient eine Zusatzversicherung der CSS mit der Bezeichnung «Student Care» hatte. Die HUG teilten dem Studenten deshalb mit, dass sie die Kosten für den Spitalaufenthalt im Kanton Waadt nicht zurückerstatten würden.

Unterschiedliche Zahlen

In den Jahren 2012 bis 2013 hat der Kanton Waadt jährlich zwischen 200'000 und 300'000 Franken zu viel bezahlt, sagte der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard (SP). Auf zehn Jahre gerechnet hätte der Kanton so 2 bis 3 Millionen Franken zu viel ausgegeben.

Die CSS gesteht den «Fehler» ein und will den Betrag zurückzahlen. Nach ihrer Darstellung schuldet sie aber nur 1,5 Mio. Franken. Erst seit 2012 sei klar definiert, welchen Teil der Spitalkosten die Kantone tragen müssten. Zuvor habe der Anteil variiert. Vor dem Bezahlen wartet die CSS deshalb auf Zahlen des Kantons Waadt.

«Wir werden für unseren Teil die Verantwortung übernehmen», sagte Sprecherin Sunier. Für die CSS sei immer klar gewesen, dass es sich um eine Zusatzversicherung handle. Die Studenten hätten eine entsprechende andere Karte erhalten.

Bei «Student Care» handle es sich um ein Nischenprodukt. Aktuell hätten rund 8000 ausländische Studenten eine solche Versicherung bei der CSS abgeschlossen. (sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2Alle Kommentare anzeigen
2
Um mit zudiskutieren oder Bilder und Youtube-Videos zu posten, musst du eingeloggt sein.
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600
  • boxart 06.09.2014 21:56
    Highlight Ist das nicht Vorsatz der Versicherung?
    Ich bin für eine Einheitskrankenkasse.
    0 1 Melden
    • Michael Mettler 07.09.2014 08:30
      Highlight Klar, mit einer Einheitskasse lösen Sie ein Problem in den Zusatzversicherungen.
      1 0 Melden
    600

«Je länger keine Renten-Reform mehr durchkommt, desto radikaler muss die nächste sein»

Höheres Frauenrentenalter, weniger Geld aus der Pensionskasse, dafür ein Zückerchen für Neurentner: Im September stimmen wir über die Rentenreform ab. Politik-Professorin Silja Häusermann sagt im Interview, wer welche «Kröten schlucken» muss – und warum es keinen logischen Plan B gibt.

Frau Häusermann, Sie sind 40 Jahre alt. Glauben Sie, dass Sie im Alter eine Rente bekommen werden, die zum Leben reicht?Silja Häusermann: Ja, das glaube ich. Wahrscheinlich wird meine Rente weniger grosszügig ausfallen als jene der heute pensionierten Professoren und Professorinnen. Und vielleicht werde ich noch nicht mit 65 pensioniert. Aber die Lebenserwartung meiner Generation ist auch höher als jene meiner Eltern und Grosseltern. Renten, «die zum Leben reichen», sind in erster Linie …

Artikel lesen