International
Afghanistan

Afghanischer Vizepräsident verprügelt und entführt einen Widersacher

Afghan General Abdul Rashid Dostum speaks during an interview with Reuters at his Palace in Shibergan, in northern Afghanistan August 19, 2009. REUTERS/Caren Firouz/File Photo
Hat oft Wutanfälle: Vizepräsident Abdul Raschid Dostum.Bild: CAREN FIROUZ/REUTERS

Afghanischer Vizepräsident verprügelt und entführt einen Widersacher

28.11.2016, 06:1628.11.2016, 06:45

Der afghanische Vizepräsident Abdul Raschid Dostum hat während eines Sportturniers in Nordafghanistan einen Widersacher zuerst selbst geschlagen, dann von seinen Wächtern verprügeln lassen und schliesslich entführt. Das berichtete die «New York Times» am Montag.

Der Vorfall habe sich bereits am Freitag ereignet, am Rande eines Buskaschi-Turniers, bei dem zwei Mannschaften zu Pferde versuchen, eine kopflose Ziege über eine gegnerische Linie zu schleifen. Der entführte Mann sei ein Politiker aus Dostums eigener Junbesch-Partei namens Ahmed Ishchi. Er habe Dostum zuvor kritisiert.

Dostum, ein Kriegsherr, dem viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, ist seit Monaten unglücklich mit der afghanischen Einheitsregierung von Präsident Aschraf Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Sie ignorierten ihn, klagte er. Er drohte öffentlich damit, Ärger zu verursachen, sollte er nicht ernst genommen werden. Die Schlägerei geschah der Zeitung zufolge kurz nach einem weiteren Wutausbruch gegen Präsident Ghani.

Hunderte Demonstranten verlangten am Sonntag vor dem Haus Dostums die Freilassung des Entführten. Ohne Erfolg. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Vermietungsverbot mit Tücken: Befeuert der Klimaschutz die Wohnungsnot?
Frankreich wollte die Vermietung schlecht isolierter Gebäude untersagen. Daraufhin stieg die Wohnungsnot, die Regierung krebste zurück. Eine Ausnahme bildet die linksregierte Hauptstadt Paris: Sie geht noch härter gegen Vermieter vor.
Es ist nicht das einzige leerstehende Haus in der Rue Saint-Maur in Paris, aber vielleicht das hässlichste. Im Erdgeschoss kleben halb abgerissene Plakate an blinden Ladenschaufenstern. Im Stockwerk darüber sind die Fenster mit Backsteinen bis zur Hälfte zugemauert. Der Verputz bröckelt, die Russspuren der ungesunden Pariser Luft zeugen vom Alter des baufälligen Gebäudes.
Zur Story