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Kommentar

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Mit hasserfüllten Kommentaren zielen die Leser auf die Klimaaktivistin Greta-Thunberg. Warum tun sie das?

Raffael Schuppisser / ch media



epa07776329 A handout photo made available by Team Malizia shows Swedish climate activist Greta Thunberg watching a doplhin swimming alongside the racing boat Malizia II in the Atlantic Ocean, 14 August 2019 (issued 16 August 2019). Thunberg and a crew consisting of German skipper Boris Herrmann, filmmaker Nathan Grossman, founder of Team Malizia Pierre Casiraghi, and her father Svante Thunberg currently sail to the US for the UN Climate Action Summit on the racing boat Malizia II. The journey started on 14 August and is expected to take about 2 weeks.  EPA/BORIS HERRMANN / TEAM MALIZIA HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Auf hoher See: Greta Thunberg Bild: EPA

«Ich will, dass ihr in Panik ausbrecht!» Greta Thunberg fand drastische Worte, als sie Anfang Jahr den Managern am World Economic Forum in Davos ins Gewissen redete. Seither ist die 16-jährige Klimaaktivistin omnipräsent in den Medien. Doch statt wegen der Klimaerwärmung in Panik zu geraten, brechen die Menschen wegen Greta in Wut aus. Jeder Artikel, der auf einem Online-Medium zu Greta aufgeschaltet wird, zieht einen Schweif an hasserfüllten Kommentaren nach sich.

Es ist wie mit einem Sommerhit: Zuerst gefällt einem der neue Song und man summt gerne mit. Bald einmal, kann man die penetrante Melodie aber nicht mehr hören. Diesen Status haben die Auftritte Gretas erreicht. Ihre Botschaften wiederholen sich scheinbar endlos, wie die Tonfolgen eines Ohrwurms. Irgendwann nervt das gewaltig.

Jetzt wären doch allmählich Lösungen gefragt, statt immer bloss den Missstand zu kritisieren. Mit Recht fühlt sich die 16-Jährige dafür aber nicht zuständig. Es wäre an den Erwachsenen und insbesondere an den Politikern, zu handeln. Doch solange die sich nicht bewegen, bleibt Greta nichts anders übrig, als am Leierkasten zu drehen.

Greta Thunberg und das Schiff

Damit ist sie zur Spassbremse geworden. Sobald man das Leben ein bisschen geniesst, liegt sie einem in den Ohren: Kein Fleisch, keine Flugreisen, kein Auto. Das nervt umso mehr, weil man ja weiss, dass sie damit eigentlich recht hat. Statt diese Botschaft ernst zunehmen und in Panik zu geraten, reagieren die Menschen eben mit Wut auf die Botin.

Das ist nicht schön. Allerdings ist Panik eine ebenso unbesonnene Reaktion wie Wut. Im Kampf um die Klimaproblematik hilft am Ende nur Vernunft.

Greta Thunberg sticht in See – so sieht die Jacht aus (Plymouth, 13. August 2019)

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich an Bord einer Hochsee-Segeljacht auf den Weg in die USA gemacht. Gemeinsam mit den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi stach die 16-Jährige am Mittwoch im englischen Plymouth in See. Video: © AP

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