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Kommentar

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Mit hasserfüllten Kommentaren zielen die Leser auf die Klimaaktivistin Greta-Thunberg. Warum tun sie das?
17.08.2019, 08:3217.08.2019, 12:25
Raffael Schuppisser / ch media
Auf hoher See: Greta Thunberg
Auf hoher See: Greta ThunbergBild: EPA

«Ich will, dass ihr in Panik ausbrecht!» Greta Thunberg fand drastische Worte, als sie Anfang Jahr den Managern am World Economic Forum in Davos ins Gewissen redete. Seither ist die 16-jährige Klimaaktivistin omnipräsent in den Medien. Doch statt wegen der Klimaerwärmung in Panik zu geraten, brechen die Menschen wegen Greta in Wut aus. Jeder Artikel, der auf einem Online-Medium zu Greta aufgeschaltet wird, zieht einen Schweif an hasserfüllten Kommentaren nach sich.

Es ist wie mit einem Sommerhit: Zuerst gefällt einem der neue Song und man summt gerne mit. Bald einmal, kann man die penetrante Melodie aber nicht mehr hören. Diesen Status haben die Auftritte Gretas erreicht. Ihre Botschaften wiederholen sich scheinbar endlos, wie die Tonfolgen eines Ohrwurms. Irgendwann nervt das gewaltig.

Jetzt wären doch allmählich Lösungen gefragt, statt immer bloss den Missstand zu kritisieren. Mit Recht fühlt sich die 16-Jährige dafür aber nicht zuständig. Es wäre an den Erwachsenen und insbesondere an den Politikern, zu handeln. Doch solange die sich nicht bewegen, bleibt Greta nichts anders übrig, als am Leierkasten zu drehen.

Greta Thunberg und das Schiff

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Greta Thunberg und das Schiff
quelle: ap / kirsty wigglesworth
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Damit ist sie zur Spassbremse geworden. Sobald man das Leben ein bisschen geniesst, liegt sie einem in den Ohren: Kein Fleisch, keine Flugreisen, kein Auto. Das nervt umso mehr, weil man ja weiss, dass sie damit eigentlich recht hat. Statt diese Botschaft ernst zunehmen und in Panik zu geraten, reagieren die Menschen eben mit Wut auf die Botin.

Das ist nicht schön. Allerdings ist Panik eine ebenso unbesonnene Reaktion wie Wut. Im Kampf um die Klimaproblematik hilft am Ende nur Vernunft.

Greta Thunberg sticht in See – so sieht die Jacht aus (Plymouth, 13. August 2019)

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich an Bord einer Hochsee-Segeljacht auf den Weg in die USA gemacht. Gemeinsam mit den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi stach die 16-Jährige am Mittwoch im englischen Plymouth in See. Video: © AP
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194 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FITO
17.08.2019 10:24registriert April 2019
Wie gross muss der Minderwertigkeitskomplex und wie tief das Selbstwertgefühl von jemandem sein, der sich an einem halben Kind abarbeitet und seinen ganzen Hass über vermeintlich schwächeren ausschüttet.
Nichts in der Hose aber die Klappe stetig weit aufgerissen und immer feste drauf!
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Trasher2
17.08.2019 08:46registriert März 2016
Greta hat recht. Unsere Generationen haben es bislang verbockt, das Klima irgendwie zu stabilisieren.
Sie wollte das eigentlich nur den schwedischen Behörden mitteilen. Alles andere haben die Medien aus ihr gemacht.

Doof ist, dass die Medien nicht täglich dasselbe (ab)schreiben können.
Eventuell solltet ihr mal darüber Nachdenken, wie ihr Greta unterstützen könnt, in dem ihr vermehrt über die vielen kleinen und guten Schritte berichtet, die zur Verbesserung des Klimas am laufen sind und welche anderen Vorbild sein können das auch zu tun.
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Petoman
17.08.2019 08:57registriert Mai 2015
Dieser Hass ist ein Zeichen des schlechten Gewissens und der Bequemlichkeit etwas dagegen zu unternehmen. Es ist ein Zeichen der Schwäche und ein Mittel den Frust über das eigene Versagen abzulassen. So kann man schön über eine 16jährige herziehen und weiter im SUV, Pick-up und Flugzeug rumgurken. Es sind dann auch oft dieselben, die gegen Flüchtlinge, IV etc. wettern. Genau wegen diesen Wutbürgern verliere ich langsam den Glauben an die Menschheit.
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