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Grönland: Wie Dänemark das Beste im Streit mit den USA herausgeholt hat

Streit um Grönland: Dänemark hat vorerst das Bestmögliche herausgeholt

Der Grönland-Gipfel in Washington brachte keine Entscheidung, was die unmittelbare Zukunft der Arktisinsel betrifft. Darum sprechen Dänen und Grönländer trotzdem von einer erfolgreichen Mission.
16.01.2026, 17:2416.01.2026, 17:24
Niels Anner / ch media

Die Skandinavier werten ihr Treffen mit der US-Regierung in Washington vom Mittwoch als grossen Erfolg. Im Nervenkrieg um Grönlands Zukunft  haben sie sich Zeit verschafft – und sehen jetzt einen möglichen Ausweg aus dem Konflikt um die arktische Insel.

KEYPIX - An American flag is displayed on the facade of the US consulate in Nuuk, Greenland, Wednesday, Jan. 14, 2026. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Nur bedingt willkommen: Vor dem US-Konsulat in Nuuk hängen die «Stars and Stripes».Bild: keystone

Ob Donald Trump seine Kampfansagen nun etwas dämpft, bleibt aber offen. Die vier wichtigsten Erkenntnisse des «Grönland-Gipfels»  lauten:

  • Es gab in Washington keinen Selenski-Moment, keine Demütigung oder neue Drohungen und auch kein Kaufangebot für Grönland. Beim Treffen der dänischen, grönländischen und amerikanischen Aussenminister sowie US-Vizepräsident JD Vance haben die Nordländer das Bestmögliche herausgeholt. Zwar bleiben fundamentale Differenzen: Der US-Präsident will die strategisch wichtige Insel weiterhin besitzen – was das dänische Königreich vollständig ablehnt. Und was die Arbeitsgruppe letztlich bringt, die man nun bildet, um einen Kompromiss und vielleicht ein umfassendes Kooperationsabkommen auszuloten, muss sich zeigen. Aber Grönland und Dänemark erhalten neu einen direkten Draht in Trumps Regierung. Dessen Ausbrüche in sozialen Medien können dort vielleicht einfacher abgefedert werden. Und der US-Präsident klang zunächst sogar etwas milder, selbst wenn er Dänemark weiterhin für unfähig hält, die Arktisinsel gegen Russland und China zu verteidigen: Es werde sich, sagte er zu Journalisten, «schon irgendwie eine Lösung finden».
  • Was die Sicherheit in der Arktis angeht, hat Dänemark – spät, aber zu einem wichtigen Zeitpunkt – mit der Verlegung von eigenen sowie europäischen Truppen einen schlauen Zug gemacht. Die Europäer zeigen nun konkret, dass sie Trump ernst nehmen und mehr beitragen wollen. Dänemark hat klargemacht, dass China und Russland entgegen Trumps Behauptungen keine akute Bedrohung für Grönland darstellen. Da sich das aber in Zukunft ändern kann, wollen Kopenhagen und Nuuk weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit den USA setzen.
  • Die Grönländer wollen im Moment eindeutig im Königreich Dänemark verbleiben. In diesem Punkt hat sich die Trump-Regierung verkalkuliert. Gerade Vance hatte mehrfach erklärt, Dänemark behandle die grönländische Bevölkerung schlecht. Das ist – wie so vieles in der Argumentation des Trump-Lagers – vereinfacht. Die jahrhundertelange Kolonialgeschichte, gerade auch im 20. Jahrhundert, war für Grönland schmerzlich, und viele hegen auch heute noch eine Abneigung gegen Dänemark. Das ist aber nicht dasselbe wie der Wunsch nach sofortiger Unabhängigkeit. Denn eine solche ist schlicht nicht finanzierbar. Dänemark leistet heute viel für die grönländische Gesellschaft, bietet einen umfassenden Wohlfahrtsstaat, der allen gratis Zugang zum Gesundheitswesen und zu Hochschulbildung gewährt. Der dänische Aussenminister erklärte auf Fox News trocken, weshalb sich laut einer Umfrage bloss 6 Prozent der Grönländer den USA anschliessen wollen: «Die USA bezahlen ja kein nordisches Wohlfahrtssystem.» Es geht aber nicht nur ums Geld; Dänemark und Grönland sind zusammengewachsen. 17'000 Grönländer wohnen in Dänemark, fast ein Drittel so viele, wie auf der Insel leben. Umgekehrt machen Dänen und gemischte Familien einen wichtigen Teil der grönländischen Gesellschaft aus. Diese ist, mit ihrer Inuit-Kultur, aber auch der grönländisch-skandinavischen Geschichte, ein stolzes Volk, das weder das aggressive, kolonialistische Gebaren Trumps goutiert noch verzweifelt von Dänemark wegwill.
  • Der Widerstand gegen Trumps Ambitionen wächst, auch in den USA. Eine neue Umfrage zeigt: 75 Prozent der Amerikaner lehnen eine Annexion Grönlands ab. Im US-Kongress werden seine Gegner lauter, vor allem jene eines militärischen Vorstosses. Trumps Drohkulisse klingt damit etwas hohler. Wenn er den Druck erhöhen will, muss er nun der Nato drohen, vielleicht auch mit dem Rückzug der Ukraine-Unterstützung. Für Grönland und Dänemark sind die Stimmen der Vernunft im US-Kongress enorm wichtig. Sie tragen auch die Argumentation an die Öffentlichkeit, dass die USA jetzt schon grossen Spielraum in Grönland haben, sowohl militärisch als auch im Hinblick auf die Rohstoffe. Sie müssen bloss mit ihrem langjährigen Partner zusammenarbeiten – statt am Fundament der Nato und des Westens zu sägen. (aargauerzeitung.ch)
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Trump Jr. trifft in Grönland ein
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Trump Jr. trifft in Grönland ein
Donald Trump Jr. posiert für Fotos nach seiner Ankunft in Nuuk.
quelle: keystone / emil stach
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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tokyo
16.01.2026 17:42registriert Juni 2021
Es gibt keinen Streit um Grönland!
Donald fordert wie 1938 Dinge er nicht zu fordern hat
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banda69
16.01.2026 18:01registriert Januar 2020
Der Rechtspopulist und Wunschpräsident der SVPler droht Gegnern seiner Grönland-Pläne mit Strafzöllen.

Auch in Grönland zeigen sich die Kernkompetenzen der Rechtspopulisten: Drohen, Lügen, Hetzen.

Ja, die Rechtspopulisten, die können halt Wirtschaft!
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Eckhardt
16.01.2026 18:09registriert Juni 2024
Als Beobachter der USA seit einem Jahr, kann man sarkastisch nur festhalten: Es wurde von der recht knappen Mehrheit der Abstimmenden ein Rüppel gewählt, um der politischen Elite eins auszuwischen. Angesichts seines Machtzuwachses, seines Geltungsdrangs und mangelnder Grenzen (!), die ihm auf allen Ebenen gesetzt werden, entwickelt er sich nun zu einem Despoten.
Es gibt nur zwei Dinge nun:
US-Bevölkerung inkl Kongress muss ihrer Verantwortung nachkommen.
Wer Don‘s Ansichten nicht teilt, muss zusammenstehen und gemeinsam Widerstand leisten; Alternativen suchen und sich ihm nicht unterwerfen.
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