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Biels PostFinance Top Scorer Janis Jerome Moser, rechts, kaempft um den Puck gegen Lions Reto Schaeppi, links, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Samstag 17. Oktober 2020 in der Tissot Arena in Biel. (PostFinance/KEYSTONE/Marcel Bieri)

Janis Moser (r., Biel) kämpft mit Reto Schäppi vom ZSC um den Puck. Bild: keystone

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Ist Biels Janis Moser der nächste Roman Josi?

Biels Nationalverteidiger Janis Moser (20) ist beim Saisonstart produktiver als einst Roman Josi im gleichen Alter – wird auch er ein NHL-Star?



Für den schon etwas gewagten Vergleich mit Roman Josi gibt es zumindest eine statistische Grundlage: Janis Moser (20) hat nach vier Partien 2 Tore und 5 Assists auf dem Konto und ist mit 1,75 Punkten pro Spiel der produktivste Verteidiger der Liga. So ein Saisonstart ist nicht einmal Roman Josi in unserer höchsten Liga gelungen. Der ehemalige SCB-Junior wechselte im Alter von 20 Jahren im Sommer 2010 nach Nordamerika und gilt heute als bester Verteidiger der NHL. Und damit der Welt.

Janis Moser ist im Juni 20 Jahre alt geworden und führt in Biel teamintern alle wichtigen Statistiken an: Er trägt das Ehrengewand des Topskorers (7 Punkte). Er hat die beste Plus-Minus-Bilanz (+4) und schulterte bisher am meisten Eiszeit (20:34 Minuten pro Partie).

Auch wenn der Bieler am Samstag gegen die ZSC Lions (1:5) erstmals in dieser Saison leer ausgegangen ist (kein Skorerpunkt): Er war in dieser Partie statistisch solide (neutrale Bilanz). Für seine erfahreneren Verteidiger-Kollegen Kevin Fey (-1), Yannick Rathgeb (-1), Beat Forster (-1) und Samuel Kreis (-1) gab es hingegen gegen die Zürcher Minus-Bilanzen.

Ist Biels Nationalverteidiger also der nächste Roman Josi? Der Captain der Nashville Predators war im gleichen Alter beim SCB grösser (186 cm) und schwerer (84 kg) als Janis Moser (185 cm/78 kg). Diese Differenz ist allerdings nicht so gross, um daraus tiefgreifende Schlüsse für unseren Vergleich ziehen zu können. In der körperlichen Entwicklung gibt es in diesem Alter oft noch erhebliche Unterschiede, die dann im Laufe der nächsten drei, vier Jahre verschwinden.

Berns Roman Josi im Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers am Freitag, 21. Dezember 2012, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Moser der neue Josi? Roost: «Sie stellen mir diese Frage in einem eher ungünstigen Moment.» Bild: KEYSTONE

Unsere Frage kann nur seriös beantworten, wer sich in der Wissenschaft der Spielerbeurteilung (Scouting) auskennt. Der Zufall will es, dass Thomas Roost im Mandat für Biel arbeitet. Er ist Personalchef einer international tätigen Firma und NHL-Scout. Er kann Menschenkenntnis und Hockey-Kompetenz kombinieren und geniesst international hohen Respekt. Er ist der Mann, an den wir die Frage richten: Ist Janis Moser der nächste Roman Josi? «Sie stellen mir diese Frage in einem eher ungünstigen Moment. Seine frühe Performance in dieser Saison verwirrt mich ein wenig und macht mich unsicher, ob ich ihn bisher nicht zu vorsichtig eingestuft habe.»

Ein Vergleich sei schwierig. Roman Josi habe bereits bei internationalen Juniorenturnieren dominiert. «Er hat früher offensive Dynamik entwickelt, während Moser sehr lange ein unauffälliger Verteidiger war, der keine Risiken einging und durch smarte Entscheidungen und eine extrem tiefe Fehlerquote überzeugte.» Aber bei geringer offensiver Kreativität und ungenügender Schussqualität. «Sein ‹heisser› Start in diese Saison überrascht mich deshalb. Ich glaube nicht, dass er diese Punkte-Pace durchhält, vermutlich auch nicht 50 Prozent davon.»

«Ich habe ihn zum Draft empfohlen und dazu stehe ich noch immer.»

Thomas Roost

Also doch nicht der nächste Roman Josi? Thomas Roost sagt, Janis Moser sei nicht in derselben Kategorie anzusiedeln. «Aber seine jüngste Entwicklung zeugt von Lernfähigkeit. Er hat jetzt in kurzer Zeit einen erstaunlich grossen Sprung gemacht.» Als NHL-Scout sei er überrascht, dass Janis Moser nicht wenigstens in einer späten Runde gedraftet worden sei. «Ich habe ihn zum Draft empfohlen und dazu stehe ich noch immer.» Das Potenzial zum NHL-Star, zum nächsten Roman Josi sehe er trotzdem nicht. «Aber das Potenzial zum NHL-Verteidiger Nummer sechs bis sieben, in den allerkühnsten Träumen zur Nummer vier oder fünf.» Aber Janis Moser sei künftig aus der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken und in zwei bis drei Jahren könne er Biels Captain sein. Nach wie vor empfehle er ihn für die NHL.

Ein Wechsel in die NHL ist transfertechnisch weiterhin möglich. Janis Moser hat zwar soeben mit Biel um drei Jahre bis 2024 verlängert. Wegen des Transferabkommens mit der NHL benötigt er in seinem Vertrag keine NHL-Klausel mehr. Er darf während den entsprechenden Transferfristen vor jeder Saison in die NHL wechseln und Biel kann ihn dann durch einen 5. Ausländer ersetzen. Und wenn er schon kein neuer Roman Josi und kein NHL-Verteidiger werden sollte – zum nächsten Raphael Diaz (34) sollte es eigentlich bei weitem reichen. Zugs Captain hat diese Saison nach fünf Partien einen Skorerpunkt auf dem Konto und eine ausgeglichene Plus/Minus-Bilanz.

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