Iran
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«Beispielloses Leak» – Geheimdienstberichte zeigen, wie gefährlich der Iran im Irak agiert



Es ist laut Experten ein «beispielloses Leak», das eines der verschwiegensten Regimes der Welt betrifft: Eine anonyme Quelle hat iranische Geheimdienstberichte an das Newsportal The Intercept weitergegeben. Die Person sagt, sie wolle «die Welt wissen lassen, was der Iran in meinem Land Irak tut».

Hinweis: Diese Breaking-News-Story, die sich bei Twitter unter dem Hashtag #irancables verbreitet, wird laufend ergänzt.

Die Enthüllungen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt für den Iran und dessen Machthaber. Die islamische Republik am Persischen Golf wird von Unruhen geschüttelt. Laut unabhängiger Berichte herrscht staatliche Zensur und die Bevölkerung wurde vom freien Internet abgeschnitten.

Was für Dokumente wurden geleakt?

Rund 700 Geheimdienstberichte.

Es handelt sich um geheime diplomatische Nachrichten, sogenannte Nachrichtenkabel, die The Intercept aus dem Persischen übersetzen liess und mit Journalisten der «New York Times» bearbeitete. The Intercept und die «New York Times» haben am Montag früh erste Artikel dazu publiziert.

Die geleakten iranischen Dokumente zeigten im Detail, wie aggressiv Teheran daran gearbeitet habe, sich in irakische Angelegenheiten einzubringen. Und wie die Machthaber vom militärischen Einmarsch der USA profitierten.

Wer wird attackiert?

Im Zentrum der Enthüllungen steht die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, die im Ausland agiert. Ihr Name: Quds. Ihr Anführer: General-Major Qassim Suleimani.

Ist das der gefährlichste Mann im Nahen Osten?

Bild

Qassim Suleimani, Chef der iranischen Quds-Einheit. screenshot: theintercept.com

Das Wichtigste in Kürze

«Diese Art von Leak ist beispiellos für den Iran, ein Land mit einer höchst verschwiegenen Regierung und Spionagebehörden, die ihre vertraulichen Informationen eifrig schützen.»

The Intercept

Krisengeschütteltes Land

In Iran herrschen unruhige Zeiten. Nach zwei Tagen wütender Proteste warnte Präsident Hassan Ruhani in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung vor «Unsicherheit» im Land.

Eine Erhöhung der Benzinpreise hatte die Unruhen ausgelöst. Bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten wurden ein Polizist und ein Zivilist getötet.

Die USA verurteilten die «tödliche Gewalt» gegen Demonstranten, genauso wie die «strengen Kommunikationsbeschränkungen». Die iranischen Behörden hatten als Reaktion auf die Proteste den Internetzugang im Land massiv eingeschränkt.

Bild

Der Iran hat rund 82 Millionen Einwohner. 98 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, wobei die Schiiten die dominierende Gruppe sind. screenshot: srf.ch

Die iranische Regierung hatte am Freitag die Ausgabe von Benzin eingeschränkt und die Spritpreise um mindestens 50 Prozent erhöht. Mit den zusätzlichen Einnahmen will Präsident Hassan Ruhani neue Hilfen für 60 Millionen Bedürftige finanzieren. Rückendeckung bekam die Regierung vom geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

Schliesslich ist an einen zuletzt gefährlich eskalierenden internationalen Konflikt zu erinnern: Zwischen den USA und ihren Verbündeten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der einen Seite, und dem Iran auf der anderen Seite. Ein Fünftel des Erdöls, das die Welt verbraucht, wird durch die Strasse von Hormus verschifft. Rund um die Meerenge kommt es immer wieder zu Scharmützeln.

Im letzten halben Jahr seien in diesem Seegebiet sechs westliche Öltanker bei Angriffen beschädigt worden, fasste «10 vor 10» die explosive Situation zusammen. «Kurz darauf schoss der Iran eine amerikanische Drohne ab. Und im September haben Drohnen oder Raketen die wichtigste saudische Ölförderungs-Anlage getroffen.» Die USA beschuldigten den Iran, hinter den Angriffen zu stecken. Mit Ausnahme des Drohnenabschusses bestreite Teheran jegliche Beteiligung.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA

(dsc)

Auf der Flucht vor der islamistischen Hölle

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Liselote Meier 18.11.2019 13:09
    Highlight Highlight Was soll an diesem Mossad-Bericht den "Beispiellos" sein?

    Das ist simple Gegenspionage. Wäre komisch wenn der Iran im Irak keine Spionage betreiben würde.
  • Joe Smith 18.11.2019 12:58
    Highlight Highlight Der iranische Geheimdienst tut also tatsächlich das, was alle anderen Geheimdienste auch tun. So eine Frechheit aber auch!
    • @schurt3r 18.11.2019 14:00
      Highlight Highlight Nur, dass es nicht mehr so richtig geheim ist ;-)
  • P. Silie 18.11.2019 10:20
    Highlight Highlight Es ist ein Einfaches, Jahre oder gar Jahrzehnte zurück zu gehen und die Vorgänge zu kritisieren.
    Gerade in dieser Region ist wohl im Nachhinein vieles falsch gelaufen. Jedoch waren auch die Zeiten anders -> kalter Krieg, allgemeines Kräfte verschieben ex-Europa nach USA, vermehrte Abhängigkeit von Oel etc. etc.

    Klar müsste eigentlich jedem sein, dass der Iran bzw. die Führung alles andere als eine Taube ist. Da wird bereits seit Jahrzehnten und besonders seit 1979, weltweiter Terror finanziell und logistisch unterstützt.
    • Ueli der Knecht 19.11.2019 18:31
      Highlight Highlight Wieder nur ein israelisch-amerikanisches Märchen, das du uns hier auftischst, P.Silie.

      Der weltweite, vorallem islamistische Terror wird vom Iran nicht unterstützt sondern bekämpft. Der Iran bekämpfte vehement und erfolgreich den IS, die Al-Qaïda, Talibans usw.

      Hamas und dschihadistischen Freiheitskämpfer im Gaza sind keine Terroristen. Hisbollah im Libanon sind ebenfalls keine Terroristen sondern die Partei, die im Libanon an der Macht ist und daher auch für Sicherheit sorgen muss.

      Weltweiter Terror wird vielmehr von USA, Israel und einigen arabischen Staaten finanziert.
  • malu 64 18.11.2019 09:58
    Highlight Highlight Am ganzen Schlamassel Iran, Irak tragen die Amerikaner die Hauptschuld. Sind die Leaks echt oder Fake?
    • DemonCore 18.11.2019 13:02
      Highlight Highlight Wie wär's mit extremer religiöser Sektiererei zwischen Schiiten und Sunniten? Angeheizt durch die totalitären Theokratien Iran und Saudi Arabien, auf dem Buckel der irakischen Gesellschaft.

      Und immer gleich die nächste Verschwörungstheorie anwärmen. Ts... ts... Ja, die Nachrichten sind echt und der Iran ist kein Unschuldsengelchen.
    • Ueli der Knecht 19.11.2019 19:49
      Highlight Highlight "Sind die Leaks echt oder Fake?"

      Cui bono?

      "Ja, die Nachrichten sind echt"

      Wer sowas mit der absoluten Sicherheit von DemonCore behauptet, der kann nicht ernst genommen werden. Es gibt keinerlei Hinweise für die Echtheit, und ebensowenige Hinweise für eine Fälschung.

      Ergo: Tatsache ist, beides ist möglich. Eine Fälschung ist allerdings plausibler, und auch ein Vielfaches einfacher zu produzieren.
  • HabbyHab 18.11.2019 09:58
    Highlight Highlight Ach, die CIA tut das schon seit ihrer Gründung (:
  • COLD AS ICE 18.11.2019 09:49
    Highlight Highlight und die EU glaubt noch immer an das atom-abkommen......hahahaha. trump hatte einmal mehr recht, dass er dem iran nicht traut. das zeigt auf wie der iran tickt. diesem land darf und kann man nicht vertrauen.
    • ChlyklassSFI 18.11.2019 10:16
      Highlight Highlight CAI: Und Trump liegt deswegen immer richtig? Trump darf man noch weniger vertrauen. Aber du glaubst ihm alles. Krass...
    • Sandro Lightwood 18.11.2019 10:25
      Highlight Highlight Inwiefern hat Trump denn die Situation verbessert? Dass die Iraner keine Chorknaben sind, ist glaub ich den meisten klar.
    • Foxcroft 18.11.2019 11:24
      Highlight Highlight You dreamer du!
    Weitere Antworten anzeigen
  • what's on? 18.11.2019 09:17
    Highlight Highlight Den Grundstein zur iranischen "Irak-Politik" hat US-Präsident Bush Junior zu verantworten. Nation Building at its best!
    • DemonCore 18.11.2019 13:04
      Highlight Highlight Immer sind die USA schuld, niemand sonst, schon gar nicht der Iran, der seit bald 50 Jahren von einer Gang religiöser Fanatiker mit eiserner Faust regiert wird. Du machst es dir einfach. Sehr einfach.

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Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

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