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bild: shutterstock / watson
Emma Amour

Phuu! Nach meiner Liebeserklärung kommt seine Beichte!

Mich hats ja ein bisschen erwischt. Und weil das so ist, habe ich Max gefragt, wie es bei ihm aussieht. Die gute News: Er hat viel Liebe. Die schlechte: Ich werde dennoch nie seine Nummer 1 sein. Aber von Anfang an.
01.04.2021, 09:06

Ich hab ja schon länger was mit Max, meinem neuen Nachbarn. Mit «was» meine ich enorm guten Sex. Unter anderem. Beziehungsweise: Ich hatte enorm guten Sex mit Max. Lange war es das nämlich. Just Sex. Easy. Keine Verpflichtungen. Nur frei, lässig, olé!

Das ist vorbei. Weil ich mir eingestehen musste, dass da mehr ist. Dass ich es oft mal lässiger finde, in seinen Armen wegzudösen, statt mich auf dem Küchentisch vor ihm zu beugen. Wobei nein, das ist geflunkert. Max, Küchentisch und ich, das ist schon verdammt fabelhaft.

Aber ihr wisst ja, was ich meine. Ich hab Herzklopfen. Max macht mir Herzklopfen. Und Max macht, dass die Schmetterlinge in meinem Bauch einen wuseligen Rave feiern.

Wie ernst es um meine Gefühle steht, merke ich, als Suff-SMS-Sandro vergangenes Wochenende mit Wein, Take-away-Food vom Inder und einer Packung Kondomen vorbeikommen wollte.

Es fühlte sich nicht nur nicht richtig an, ich hatte keine Lust. Keine Lust auf Suff-SMS-Sandro habe ich nur, wenn ich verknallt bin.

Ich, das Weichei, tauche ab!

So weit, so kompliziert. Zumal Max vor noch nicht allzu langer Zeit betonte, dass er es super findet, wie es ist. Keine Verpflichtungen, kein Label.

Ich wiederum hätte jetzt sehr gerne ein Label. Ich will den Beziehungs-Stempel. Fürchte aber, dass ich einen Korb bekomme. Und verfluche den Moment, als Max in mein Haus gezogen ist. Ich will mich schon voll und ganz dem Liebeskummer hingeben, als ich entscheide, dass wir eine Chance verdienen. Und die kriegen wir nur, wenn ich ehrlich bin.

Dann tauche ich drei Tage ab. Der Grund: Ich bin ein Weichei. Mir ist es peinlich, einem Menschen zu sagen, dass ich in ihn verliebt bin. Was total hohl ist. In jemanden verliebt sein, ist ja das schönste Kompliment.

Nach drei Tagen des Quasi-Ghostings, ich habe immer nur sehr knapp auf seine Nachrichten geantwortet, treffe ich Cleo und Sophie zum Znacht bei Sophie. Wir trinken und reden und trinken noch mehr und reden noch mehr.

Ich bin also schon einigermassen gut unterwegs, als ich nach Hause komme. Es ist Freitag. Weit nach Mitternacht. Bei Max brennt kein Licht.

Ich klingle dennoch.

Er macht nicht auf.

Dann klingle ich Sturm.

Irgendwann macht er sehr verschlafen auf.

«Ich bin in dich verschossen», sage ich.

Er lächelt.

«Mir ist das sehr peinlich.»

Er lacht.

«Ich wollte das nicht», sage ich.

Dann zieht mich Max an sich und drückt mich fest.

Er sagt nichts.

Kein Wort.

«Dass du nichts sagst, ist mir auch peinlich, Max.»

Er streichelt mir übers Haar und küsst mich.

Muss er Zeit gewinnen?

Ach, egal. Gesagt ist gesagt. Geniess ich halt das Knutschen. Ist ja vielleicht das letzte Mal.

FML.

«Ich mag dich auch sehr, Emma», sagt Max. Da schwingt aber ein Unterton mit. «Ich weiss einfach nicht, ob ich alles unter einen Hut kriege. Ich habe es schon ein paar Mal probiert. Und bin gescheitert.»

Ich verstehe nicht.

«Ich habe ein Kind, Emma. Eine Tochter. Lou ist vier Jahre alt. Ich war lange mit Lous Mama zusammen. Als Lou aber 2 Jahre alt war, sind wir als Paar gescheitert.»

Ok. Damit habe ich NULL gerechnet.

«Lou und ihre Mama sind auch der Grund, warum ich nach Zürich gezogen bin. Sie sind auch hier.»

Ich habe 8 Millionen Gedanken. Davon ist aber kein einziger klar.

Er verstehe sich super mit Lous Mutter. Und Lou sei ein grossartiges Kind. Sein Ein und Alles. Zurzeit verbringt sie drei Monate mit ihrer Mutter im Ausland. Die Mutter musste arbeitsbedingt nach Israel.

«In zwei Wochen sind sie zurück», sagt Max. Dann ist Lou ganz sicher mindestens eine Nacht pro Woche bei ihm. Und mindestens jedes zweite Wochenende.

Ich muss diese Info setzen lassen. Ich hatte noch nie einen Freund mit Kartoffel. Und ich habe mich, Pardon, auch nie danach gesehnt. Zu gross war der Terror, den ALL meine Freundinnen hatten, die mit Männern zusammen waren, die schon Kinder hatten.

«Weisst du was, Max?», sage ich. «Ich freue mich so für Lou, dass sie dich zum Papa hat.»

Er zieht mich noch fester an sich. Dann liegen wir einfach so da. Und streicheln uns. Und halten uns. Und schlafen ein.

Dieses Bett. Diese Arme. Dieser Duft. Dieser Mann. All das fühlt sich so richtig an.

Aber will ich einen Mann mit Kind? Kann ich einen Mann mit Kind? Kann der Mann mit Kind mich?

Haha. Fühle mich beim Tippen der Fragen gerade ein bisschen wie Carrie Bradshaw, die immer so nachdenklich aus dem Fenster schauend deepe Fragen zu Papier brachte.

Hat mich stets zu Tode genervt.

Hätte nie gedacht, dass mich das Leben dahin bringt, wo ich genau das auch mache. Und es ernst meine. Und so fühle. Nehme alles zurück, Carrie.

Und nun geh ich über die Bücher. Oder rufe meine Therapeutin an. Ok, ich rufe meine Therapeutin an.

Adieu,

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Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

Emma und Cleo könnten unterschiedlicher nicht sein, was sie jedoch verbindet: ein zeitweise fantastisches, zeitweise frustrierendes, aber nie langweiliges Liebes- und Sexleben.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
bild: watson
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