DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

36 Vergewaltigungs-Opfer der Kirche wenden sich an Westschweizer Kommission

17.09.2020, 14:3918.09.2020, 14:15
Bild: keystone

Bei der Westschweizer Anhörungskommission für Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche (Cecar) sind bisher 36 Anträge für Entschädigung von Betroffenen eingegangen. 28 davon wurden bewilligt, wie die Kommission am Donnerstag in Lausanne anlässlich einer Bilanz bekannt gab.

Der Gesamtbetrag der Entschädigungen beläuft sich auf 410'000 Franken, das entspricht einem Durchschnitt von 15'800 Franken. Bei den Antragstellern handelte es sich um 23 Männer und 13 Frauen im Alter von heute 37 bis 82 Jahren, wie Kommissions-Vizepräsident Pascal Corminboeuf mitteilte. Die meisten Fälle kamen demnach aus dem Wallis (8), Freiburg (7), Waadt (6) und Genf (4), je zwei kamen aus Neuenburg und Jura.

Auf der Pressekonferenz wiesen Betroffene darauf hin, dass es sich bei diese Zahlen nur um «die Spitze des Eisbergs» handle. Viele Opfer wagten immer noch nicht auszusagen. «Zum ersten Mal glauben mir die Menschen», sagten sie. «Es ist ein unerwartetes Geschenk.» Alle betonten, dass Vertrauen, Zuhören und die Anerkennung ihrer Misshandlungen wichtiger seien als eine Entschädigung. Die Cecar ermöglichte es ihnen so, «sich von einer Last zu befreien».

Die Kommission war 2016 für einen Zeitraum von fünf Jahren eingesetzt worden. Sie richtet sich vor allem an Opfer, die zum Zeitpunkt der bereits verjährten Taten minderjährig waren. Sie ist unabhängig und neutral und nur in der Romandie tätig.

Konkret muss sich ein Opfer, das einen Antrag auf Anerkennung und Wiedergutmachung stellen möchte, an seine Diözese oder an die Cecar wenden. Diese prüfen zunächst den Antrag und leiten ihn dann an die Entschädigungskommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) weiter, die dann über die Höhe der Wiedergutmachung entscheidet. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Erneuter Hackerangriff im Kanton Waadt – Gemeinde Montreux betroffen

Die Verwaltung der Gemeinde Montreux ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Der Hackerangriff wurde am Sonntagmorgen bemerkt, wie die Sicherheitsvereinigung Riviera (ASR), der zehn Gemeinden in der Region angehören, am Sonntagabend mitteilte.

Die Website des Sicherheits-Zweckverbandes (siehe unten) war am Montagmorgen nicht erreichbar, sondern zeigte beim Aufrufen einen Server-Fehler an.

Die bislang vorliegenden Informationen deuten auf eine Ransomware-Attacke hin. Dies würde bedeuten, dass …

Artikel lesen
Link zum Artikel