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Hearthstone, Videogame

Bild: Blizzard

Süchtigmachendes Sammelkartenspiel

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Das «Crack» für Gamer ist da: So schlägt sich «Hearthstone» gegen das Original «Magic: The Gathering»

Das Sammelkartenspiel «Magic: The Gathering» begeistert weltweit Millionen Fans mit immer neuen Versionen. «Hearthstone» nimmt die Erfolgsformel und bricht sie auf die Grundprinzipien herunter.



Wenn Blizzard ein neues Spiel rausbringt, ist das eine grosse Sache. Der Game-Hersteller hütet seine wenigen Marken wie Schätze und lässt sich viele Jahre Zeit für neue Versionen. Seit Mittwoch ist nun endlich das neuste Werk der «Diablo»-Väter erhältlich. Zwar kann «Hearthstone» seit über einem Jahr in der Beta-Version gespielt werden, erst jetzt wurde das Spiel aber offiziell veröffentlicht. 

Das süchtig machende digitale Zweispieler-Duell bedient sich ausgiebig bei «Magic: The Gathering». Wir stellen den Neuankömmling dem Platzhirschen der Sammelkartenspiele gegenüber.

Jetzt mal langsam, worum gehts überhaupt?

«Hearthstone» spielt man entweder gegen Computergegner oder echte Spieler. Das Ziel ist es, die 30 Lebenspunkte seines Kontrahenten auf Null zu bringen. Erreicht wird das mit einem Deck aus 30 Karten, die nacheinander gezogen werden und verschiedene Funktionen aufweisen. Das Deck kann frei zusammengestellt werden. Es gibt Zauber-,
Monster-, Heilkarten und so weiter. Zusätzlich kann man zwischen neun Charakterklassen auswählen, die neben eigenen Karten auch Sonderfähigkeiten mit sich bringen.

Worin sich «Magic: The Gathering» unterscheidet, ist die Komplexität der Regeln und dem Mana-Management. Anders als bei «Hearthstone», wo man pro Runde ein Mana mehr erhält, das anschliessend in das Ausspielen von Karten investiert werden kann, muss man bei «Magic: The Gathering» erst Länder (in fünf möglichen Farben) aus dem Deck ziehen, die nach dem Ausspielen als Mana verwendet werden können. Klingt kompliziert, ist es auch.

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«Magic: The Gathering» kann manchmal frustrierend sein. GIF: Giphy

Ich bin ungeduldig, wie schnell kann ich das Spiel lernen?

Einfach: «Hearthstone» bietet ein einfaches Tutorial, das nach und nach neue Mechaniken einführt, ohne den Spieler zu überfordern oder zu langweilen. Ganz nach dem Prinzip: Einfach zu lernen, schwierig zu meistern. Werte addieren, Karten aufdecken und Reihenfolgen, all das übernimmt das Spiel, wodurch man sich voll und ganz auf das Duell konzentrieren kann.

hearthstone

«Hearthstone» bietet ein einfaches Tutorial. Screenshot: YouTube/Cremefraice

Mittel: Wer «Magic: The Gathering» lernen will, braucht fast jemanden, der das Spiel bereits kennt. Der Einstieg ist dabei nicht ganz einfach. Im Vergleich zu «Hearthstone» sind bereits die Grundregeln einiges komplexer.

magic the gathering

«Magic: The Gathering» lernt man am besten von einem erfahrenen Spieler.  Bild: Wikipedia

Ich bin voll der Hirni. Bietet das Spiel bei so viel Reduktion überhaupt noch genug Tiefgang?

Je länger man «Hearthstone» spielt, desto mehr Karten erhält man (rund 300 zur Zeit), umso mehr Regeln werden eingeführt. Die neun Klassen besitzen eigene Karten und Spielstile. Der Jäger setzt auf eine Vielzahl von Tieren, während der Priester auf Heilzauber spezialisiert ist. Die richtige Kombination der Spielkarten ist entscheidend und erlaubt verschiedene Spielstile. 

Im Standard-Spielmodus kann man auswählen zwischen ungewertet und gewertet. Bei Letzterem kann man nach genügend Duellen im Rang auf- und absteigen. Landet man auf Rang 1 erhält man den Titel «Legende».

Im Modus Arena bezahlt man entweder mit 150 Goldeinheiten oder mit Echtgeld. Danach stellt man sich ein Deck aus zufälligen Karten zusammen und kann so viele Partien spielen, bis man dreimal besiegt worden ist. Je länger man durchhält, desto grösser ist die Belohnung.   

Tägliche Quests, wie «gewinne dreimal mit dem Hexenmeister» oder «verursache einen bestimmten Schaden», werden mit kleineren Goldmengen entlöhnt.

Bisher stehen rund 300 Karten zur Auswahl. Bild: Diablo3net

«Magic: The Gathering» bietet mit 10'000 verschiedenen Karten und dem komplizierteren Mana-Management, aktuell noch die grössere Vielfalt.

«Magic: The Gathering» verfügt über rund das 30-fache an Karten. Bild: Scientificgamer

Ist sicher wieder nur ein popliges PC-Spiel oder?

Im Moment ist «Hearthstone» für PC und Mac verfügbar. Android- und iOS-Versionen sind aber geplant und sollten durch die Touch-Steuerung wie geschaffen sein für das Spiel.

Hearthstone

«Hearthstone» ist auf PC und Mac erhältlich. Tablet-Versionen sollen folgen. Bild: Diablo3net

«Magic: The Gathering» wird eigentlich mit echten Sammelkarten gespielt. Daneben existieren aber auch diverse PC-, und Konsolen-Ableger.

magic the gathering

«Magic: The Gathering Duels» kann sowohl auf dem PC als auch auf der Xbox 360 gespielt werden. Bild: Bittech

Von mir kriegen die keinen Rappen. Was kostet der Spass überhaupt?

Das ist das Beste daran: Gar nichts. «Hearthstone» ist ein Free-to-Play-Spiel. Neue Karten kann man durch Ingame-Gold erwerben. Wem das zulange dauert, darf aber auch echtes Geld reinstecken. Der Fortschritt ist aber fair und auch Sparfüchse kommen auf ihre Kosten.

Hearthstone

In «Hearthstone» kann man Gold verdienen, um damit Karten zu kaufen. Bild: Wtfspaghetti

Ein wesentlich teurerer Spass ist «Magic: The Gathering». Nur wer Geld in die Hand nimmt, kann sein Deck erweitern. Ausnahmen sind Gratis-Online-Versionen wie «Cockatrice».

magic the gathering

Seltene Magic-Karten wie diese Black Lotus erzielen bei Sammler Rekordpreise von bis zu 25'000 Dollar. Bild: Vintagemagic

Mir schwirrt der Kopf. Welches ist denn nun besser?

«Hearthstone» überzeugt durch das Zusammenspiel zwischen Zugänglichkeit und Tiefgang. Man kann kurz eine 15-Minuten-Partie spielen oder sich stundenlang im Game verlieren. Dadurch, dass man nichts bezahlen muss, aber dennoch neue Karten sammeln kann, ist anhaltender Spielspass garantiert. Mit den angekündigten Mobile-Versionen wird das Suchtspiel sein Einzugsgebiet noch massiv erweitern können.

Hearthstone

In «Hearthstone» stehen nur rudimentäre Interaktionen zur Verfügung. Der Chat steht nur befreundeten Spielern zur Verfügung. Bild: Chip

Der Klassiker «Magic: The Gathering» punktet dagegen mit dem sozialen Aspekt. Ob an Events oder Zuhause mit einem Freund, am meisten Laune machen Spiele immer noch, wenn man sich gegenübersitzen kann. Zudem macht das Sammeln von echten Karten wesentlich mehr Spass als beim digitalen Gegenstück. Ausser wenns ums Sortieren geht.

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«Magic: The Gathering» profitiert vom sozialen Austausch. GIF: Giphy

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