Umwelt
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4 Start-ups, die die Welt ein kleines bisschen besser machen



Start-ups, die die Welt verbessern wollen, gibt es sehr viele. Das ist auch gut so. Doch ein Start-up muss nicht immer gleich im Alleingang die Weltmeere säubern oder den Regenwald wiederaufforsten, um etwas zu bewirken. Wir haben vier interessante Start-ups gefunden, die auf ganz unterschiedliche Weise zu einer besseren Welt beitragen.

Love Your Neighbour

Love your neighbour

Bild: Love Your Neighbour

Love Your Neighbour ist ein Kleiderlabel aus der Schweiz, welches sich dem fairen Handel verschrieben hat. Sich selbst bezeichnet das 2017 gegründete Start-up als «soziales Modelabel», dessen «Herzschlag es ist, anderen zu helfen».

Das Label versucht dabei, so viel wie nur möglich fair und nachhaltig zu produzieren. Um das sicherzustellen, arbeitet das Start-up nur mit Lieferanten zusammen, die man persönlich kennt. Ausserdem statte man den Geschäftspartnern regelmässig Besuche ab, damit Vorgaben der Produktionsbedingungen eingehalten würden. Die Veredelung der Produktion findet ausserdem in der Schweiz statt. Das beinhaltet beispielsweise den Druck oder Stick der Textilmotive oder das Lasern der Gravur bei Flaschen.

David Toni

David Togni gründete das Label 2016. Bild: Phil Wenger

Erfreulich ist auch, dass das Label mindestens zwölf Prozent seines Gewinns für gute Zwecke einsetzt. Dazu hat das Start-up die gemeinnützige Organisation LYN-Foundation gegründet. Diese finanziert sich aus dem Gewinnanteil und den Spenden der Mitglieder. Unterstützt werden Bedürftige im In- und Ausland.

Im Jahr 2019 konnte das Label so beispielsweise 145'082 Franken spenden, was laut dem Start-up weitaus mehr als zwölf Prozent des Gewinns gewesen sein soll. Wo sich die LYN-Foundation schon überall engagiert hat und noch engagieren möchte, hat die Organisation auf ihrer Website dokumentiert.

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Auch die bisherigen Spenden sind auf der Website aufgeführt. Bild: Love Your Neighbour

Ab Ende August möchte das Start-up sogar noch einen Schritt weiter gehen, wie uns David Toni, der Gründer des Labels bereits verraten hat:

«Ab dem 29. August gehen wir mit Love Your Neighbour neue Wege. Bei der Gründung des Labels haben wir zunächst jedes zehnte Shirt in eine Kiste gelegt und anschliessend gespendet. Später dann jedes siebte, jedes fünfte und so weiter. Ab dem 29. August sind wir endlich so weit und werden unser neues Konzept umsetzen, das wir seit Beginn verfolgen: Nach dem Prinzip one+one werden wir für jedes verkaufte Produkt das gleiche Produkt auch spenden. Also für jedes verkaufte T-Shirt ein T-Shirt, für jeden verkauften Pulli einen Pulli, usw.»

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Bild: Love your neighbour

Mondays

Mondays

Bild: organicmondays.com

Mondays ist ein Start-up aus Küsnacht, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hygieneprodukte für Frauen herzustellen – und zwar ohne Plastik. Egal ob Tampons, Binden oder Slipeinlagen, bei Mondays bestehen sie immer aus biologisch abbaubaren Materialien.

Das Start-up möchte dabei gegen den Plastikmüll ankämpfen, der auch bei Hygieneprodukten ein grosses Problem darstellt. Viele herkömmliche Produkte bestehen zu einem grossen Teil aus Plastik – sei es das Produkt selbst oder die Verpackung. Bei Mondays kommen aber nur Materialien wie Bio-Baumwolle oder Karton zum Einsatz. Selbst die Verpackung ist 100 Prozent plastikfrei und kann damit kompostiert werden.

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Die Gründerinnen Nancy Saddington und Elisabeth Dewey. Bild: organicmondays.com

Wichtig ist dem Start-up auch der Herstellungsprozess. Bei vielen herkömmlichen Produkten würden in der Herstellungskette irgendwo Pestizide und Bleichmittel zum Einsatz kommen. Damit belaste man die Umwelt mit Hygieneprodukten auch indirekt. Bei der Herstellung von Monday-Produkten kämen weder Pestizide, Bleichmittel noch sonstige Chemikalien zum Einsatz.

Um ihr Engagement noch abzurunden, beteiligt sich das Start-up ausserdem am Projekt 1% for the Planet. Bei diesem spenden Partnerunternehmen ein Prozent ihres Umsatzes an eine gemeinnützige Organisation. Im Falle von Monday geht das Geld an City to Sea, eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Plastikbelastung von der Stadt bis zum Meer zu stoppen.

tip me

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Bild: Tip Me

Das Konzept von tip me ist im Grunde ganz einfach: Das Start-up stellt Online-Shops von Kleidern und Schuhen ein Plugin zur Verfügung, mit dem Kunden beim Bezahlvorgang der Person, die den Schuh hergestellt hat, ein Trinkgeld geben können. Das Start-up verspricht, dass 100 Prozent des Trinkgeldes bei der betreffenden Person ankommt.

Damit das funktioniert, betreibt tip me einiges an Aufwand. So muss das Team bei der Fabrik vor Ort jeden Angestellten manuell mit Handy-Nummer erfassen. Auch muss die Fabrik dem Start-up vollumfänglichen Zugriff auf die Mitarbeiterdatenbank geben, damit Arbeitszeiten kontrolliert werden können.

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Das Team von tip me betreut Arbeiter vor Ort. Bild: Tip Me

Gibt man einer Person dann ein Trinkgeld, wird dieses per SMS-Überweisung vollumfänglich an die betreffende Person weitergeleitet. Man kann die Überweisung sogar in Echtzeit verfolgen und wird per Mail oder Whatsapp informiert, wenn das Trinkgeld ausbezahlt wurde.

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Das Team hinter tip me: Helen Deacon, Jonathan Funke, Robin Collin und Oliver Sonnenwald. Bild: Tip Me

Natürlich arbeitet das Start-up nicht kostenlos. Sein Geld verdient tip me mit einer kleinen Provision, die es von den Firmen erhält, die das Trinkgeld-Tool einsetzen. Diese wiederum profitieren vom positiven Marketing. Einfach so kriegt eine Firma das Tool aber nicht, denn tip me möchte Greenwashing verhindern. Ein Unternehmen muss unter anderem folgende Dinge einhalten:

Nur wenn ein Unternehmen Transparenz und Verantwortung in seiner Lieferkette nachweisen kann, kommt eine Zusammenarbeit für tip me infrage.

Kitro

Die Gründerinnen von Kitro verfolgen mit ihrem Start-up das Ziel, Food-Waste zu reduzieren. Dabei setzen sie aber nicht beim Endkonsumenten an, sondern wollen bereits Restaurants und Kantinen dazu bringen, mit Esswaren bewusster umzugehen.

Laut dem Schweizer Start-up sind rund zwei Drittel der Lebensmittelabfälle in der Gastronomie, die täglich im Abfall landen, noch essbar. Kitro will diese Mengen in Zukunft nach und nach vermindern.

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Die beiden Gründerinnen Naomi MacKenzie und Anastasia Hofmann. Bild: Rika Reviva Photo

Dafür hat das Start-up ein Gerät entwickelt, das ein bisschen wie eine Waage aussieht. Darauf kommt ein Abfallbehälter, in dem das Küchenpersonal ihre Lebensmittelabfälle wie bisher entsorgt. Das System misst nun fortlaufend, was und wie viel weggeworfen wurde und zeichnet es auf. Damit das zuverlässig klappt, kommt jede Menge Sensorik zum Einsatz, unter anderem auch Bilderkennung.

Diese Daten fliessen dann in einen ausführlichen Report, der dem Betriebt zeigt, wie viel Geld in Form von Lebensmitteln eigentlich im Abfall landet. Das wirklich Interessante ist aber, dass Kitro anhand dieser Daten diverse Empfehlungen zur Optimierung abgeben kann.

So merkt das System zum Beispiel, wenn häufig Überproduktionen im Abfall landen. Auch fällt dem System auf, wenn von einem Gericht regelmässig Reste übrig bleiben, weil es zu grosse Portionen sind. So können Betreiber von Kantinen und Restaurants ihre Abläufe überarbeiten und optimieren. Das System assistiert sogar beim Zusammenstellen neuer Menüs, die den Lebensmittelüberschuss reduzieren sollen.

Mit dieser Methode können Lebensmittelabfälle eingespart werden, während sich für die Gastronomen gleichzeitig die Kosten reduzieren. Eine Win-Win-Situation also. Laut Kitro sollen so bisher schon über 150'000 Mahlzeiten nicht im Abfall gelandet sein.

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