Griechenland
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Schweizerisch-griechischer Doppelbürger

Ex-Nationalrat Zisyadis in Athen: «Die Griechen hatten einfach genug!»

Josef Zisyadis, Ex-Nationalrat (PdA/AL) und schweizerisch-griechischer Doppelbürger, hat die historische Wahl aus Athen mitverfolgt. Im Interview mit watson zeigt er sich hocherfreut über das Resultat und ist zuversichtlich, dass für seine zweite Heimat bessere Zeiten anbrechen.



Herr Zisyadis, haben Sie auch gewählt?
Selbstverständlich habe ich das, und mit grossem Vergnügen! 

Darf man erfahren, wem Sie Ihre Stimme gegeben haben?
Syriza natürlich, die ich schon lange unterstütze und mit der wir in der Europäischen Linken regelmässig in Kontakt stehen.

Syriza hat die Wahl gewonnen. Was erhoffen Sie sich von der neuen Regierung?
Derzeit ist noch unklar, ob es für eine absolute Mehrheit reicht. Natürlich hoffe ich es. Es wäre besser für Syriza, wenn sie nicht auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen wäre, die ihren Kurs nicht teilen.

Sehen wir hier wirklich ein Votum für linke Politik oder eher verzweifelte Bürger, denen langsam die Alternativen ausgehen?
Wahrscheinlich etwas von beidem. Die Griechen hatten einfach genug, von der Sozialdemokratie und auch von der Neuen Demokratie (konservative Partei des bisherigen Regierungschefs Andonis Samaras, Anm. d. Red.). Gleichzeitig ist es ein historisches Ereignis: Erstmals seit dem Fall der Berliner Mauer hat eine Partei der Linken eine Wahl gewonnen.

Josef Zisyadis (PDA/GE) aeussert sich zur Besteuerung von Sozialhilfeleistungen und Entlastung des Existenzminimums am Donnerstag, 9. Dezember 2010 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Josef Zisyadis. Bild: KEYSTONE

Wie beurteilen Sie die Chancen für einen Schuldenschnitt, wie ihn Syriza fordert?
Ich denke, die Chance ist da. Die europäischen Regierungen müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Rahmenbedingungen mit dieser Wahl verändert haben. Sie könnte zudem Signalwirkung für andere Länder haben.

Sie denken an Spanien?
Ja, in den Umfragen liegt die linke Podemos-Bewegung vorn. Wir werden sehen, ob daraus die nächste Anti-Austeritäts-Regierung Europas hervorgeht. Syriza und Podemos sind pro-europäische Parteien, die Europa verändern, und nicht verlassen wollen.

Was ist ihr Eindruck von Syriza-Chef Alexis Tsipras? Manche halten ihn für zu jung und unerfahren für eine solche Aufgabe.
Ich kennen ihn aus vielen persönlichen Begegnungen in der Europäischen Linken. Erfahrung hat er genug, er politisiert seit der 16 ist! Ja, er ist jung. Aber er hört zu und ist nicht dogmatisch.

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 26.01.2015 09:47
    Highlight Highlight Bei Griechenland muss man leider befürchten, dass Syriza selbst Teil der Klientelpolitik wird und sich nur das korrupte politische Personal ändert. Tsipras hat keinerlei zukunftsweisende Ideen. Er will nur mehr Geld verteilen und sich das von der EU holen bzw. nicht zurückzahlen. Ein brauchbares Reformprogramm hat auch er nicht. So war es damals auch mit Samaras, als er Pasok abgelöst hat.

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