Gesundheit
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epa01955529 An over-weight Indian man takes part in a rally at the Marina Beach, Chennai, India, 05 December 2009. Obesity Foundation India organized the rally to create awareness about the perils of severe obesity with the theme being 'Obesity is a health hazard'. World Health Organization (WHO) officially classified that 1.2 billion people around the world are overweight and in India itself more than 25 per cent of the Indian population is overweight with statistics continuing to rise due to the changing lifestyle.  EPA/NATHAN G.

Bild: EPA

Fettleibigkeit

Praktisch jeder dritte Erdenbewohner – und jeder zweite Schweizer – ist zu dick



Wer zu viel wiegt, erkrankt eher an Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen ist. Experten sehen diese Entwicklung mit Sorge. 

Der Studie zufolge ist ein Drittel der Weltbevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Für die Übersichtsstudie wurden Daten aus über 180 Ländern, darunter auch der Schweiz, ausgewertet. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen. 

Das ist ein klar überproportionaler Anstieg im Vergleich zum Wachstum der Weltbevölkerung. Die Entwicklung treffe auf Industrie- und Entwicklungsländer gleichermassen zu, schreiben die Autoren der Studie. 

Mehr als die Hälfte der besonders stark übergewichtigen Menschen lebt laut der Studie in zehn Ländern: Dazu gehören die USA, China, Indien und Deutschland. Die Forscher um Marie Ng vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität von Washington stellten ihre Ergebnisse im britischen Journal «The Lancet» vor. 

Hier leben die meisten übergewichtigen Personen

Als Kriterium für Übergewicht nutzten die Wissenschaftler in ihrer Studie den sogenannten Body-Mass-Index (BMI), der sich aus der Körpergrösse und dem Körpergewicht eines Menschen ableitet. Wer einen BMI zwischen 25 und 29,9 hat, ist übergewichtig, bei Werten von 30 oder höher spricht man von Fettleibigkeit oder Adipositas. Dabei wird das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Grösse (Meter).

In den folgenden Ländern leben die meisten übergewichtigen Männer beziehungsweise Frauen:

Anteil übergewichtiger Männer in Prozent (BMI > 25)

statistik fettleibigkeit männer

Grafik: Datawrapper, Daten: IHME

Anteil übergewichtiger Frauen in Prozent (BMI > 25)

statistik fettleibigkeit frauen

Grafik: Datawrapper, Daten: IHME

Fettleibigkeit: USA liegt vorn, Naher Osten holt auf 

«Fettleibigkeit ist ein Problem, das Menschen jeden Alters und Einkommens betrifft – überall», sagte der IHME-Direktor Christopher Murray. Von den insgesamt 671 Millionen Menschen, die einen BMI von 30 oder höher haben, lebe der grösste Anteil in den USADen stärksten Anstieg bezüglich Adipositas gab es in den vergangenen drei Jahrzehnten in Ländern des Nahen Ostens, darunter Ägypten, Saudi-Arabien und Oman. 

Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind. «Wir wissen, dass Adipositas im Kindesalter ernsthafte nachgeschaltete Gesundheitseffekte hat, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele Krebsformen», sagte die Autorin Marie Ng. 

Fast jeder zweite Schweizer übergewichtig 

Bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz ist der Studie zufolge etwa jeder fünfte übergewichtig, rund jeder fünfzehnte ist sogar fettleibig. Bei den Menschen über 20 Jahren ist der Anteil mit zu hohem BMI noch grösser. So sind laut der Untersuchung hierzulande rund 57 Prozent dieser Männer und 40 Prozent dieser Frauen übergewichtig. 

In einem begleitenden Kommentar zur Studie würdigt Klim McPherson von der Oxford-Universität die Arbeit von Marie Ng und ihren Kollegen. Auch wenn die Autoren aufgrund der grossen und inhomogenen Menge an Informationen einige Datenmodellierungen haben vornehmen müssen, verschleiere dies nicht die Wahrheit, die hinter diesen Daten stecke. McPherson ruft die Politik dazu auf, mehr gegen das zunehmende Problem Adipositas zu unternehmen. 

Neben falscher Ernährung und zu wenig Bewegung zählen auch bestimmte Medikamente, Stress, Schlafmangel und genetische Veranlagungen zu den Ursachen von Übergewicht und Fettleibigkeit. (rey/sda/dpa) 

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