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Der smarte Robo «iPal» ist so gross wie ein Fünfjähriger. 
Der smarte Robo «iPal» ist so gross wie ein Fünfjähriger. 
Bild: AP/AP

Darum sollen in China Roboter Kinder hüten und Mathe unterrichten

Er spricht englisch und chinesisch, gibt Mathe-Unterricht und erzählt Witze: «iPal» ist der Babysitter, von dem in China viele Eltern träumen. Roboter sollen die Folgen der Ein-Kind-Politik dämpfen.
09.08.2018, 13:15

iPal leistet einsamen Kindern Gesellschaft, agiert als Babysitter und kommuniziert durch den Tablet-Schirm in seiner Brust. Eltern dürfte vor allem seine Überwachungsfunktion überzeugen.

Der Roboter in hellblauem oder pinkem Design ist so gross wie ein Fünfjähriger, bewegt sich auf Rädern und verfolgt seine Schützlinge durch in die Augen integrierte Gesichtserkennungstechnologie. Durch eine Smartphone-App können die Eltern aus der Ferne alles hören und sehen und mit ihren Kindern kommunizieren. Was nach einem Datenschutz-Albtraum klingt, könnte in China viele Anhänger finden.

Der Roboter gehört zu den Innovationen, die bei der diesjährigen Technologiemesse CES in Schanghai vorgestellt wurden.
Der Roboter gehört zu den Innovationen, die bei der diesjährigen Technologiemesse CES in Schanghai vorgestellt wurden.
Bild: EPA/EPA

«Dieser Roboter soll ein Kamerad für Kinder sein», sagt Tingyu Huang vom Start-Up Avatar Mind Robot Technology, das er vor vier Jahren im ostchinesischen Nankin mitgründete. «Wenn ein Kind ihn sieht, wird es ihn als Freund sehen, als weiteres Kind in der Familie

Die Technologie hat ihren Preis: Umgerechnet 1200 Euro kostet ein «iPal», die Luxusvariante mit einem grösseren Bildschirm und langlebigeren Akku liegt bei 1720 Euro.

Roboter sollen Folgen der Ein-Kind-Politik dämpfen

Bei einer Tanzshow der Roboter auf der Messe in Schanghai waren die Kunden begeistert: «Sie sind ziemlich niedlich», sagte Mike Stone aus Australien. «Ich dachte, meine zweijährige Tochter würde gerne einen haben.»

Chinas junge, berufstätige Eltern stehen als Folge der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik oft alleine da bei der Betreuung und Pflege ihrer kleinen Kinder oder gebrechlichen Eltern - Grossfamilien gibt es immer weniger. Erst seit 2016 dürfen chinesische Eltern wieder zwei Kinder haben.

Gleichzeitig bedient die chinesische Roboterbranche die Bedürfnisse der wachsenden Zahl von Senioren, deren Kinder aus dem Haus sind, die aber dennoch lieber zuhause alt werden als in einem Pflegeheim. Auch kann die Zahl der Heime mit dem Tempo der Überalterung in China nicht Schritt halten. Avatar Mind will daher bald einen weiteren Roboter auf den Markt bringen, der sich mit einsamen Senioren unterhält, sie an die Einnahme ihrer Medikamente erinnert und ärztliche Hilfe holt, wenn sie stürzen.

China als Robotik-Vorreiter

Bild: AP/AP

Peking hat die künstliche Intelligenz zu einer Priorität seines Technologie-Entwicklungsplans «Made in China 2025» erkoren. Der erste humanoide Roboter Chinas, der ein einfaches Gespräch führen kann, wurde 2017 auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt. Der «iPal» ist der neueste Humanoid, der für den Familiengebrauch vermarktet werden soll und in die Fussstapfen des winzigen, witzelnden «Pepper»-Roboters tritt, der 2015 vom japanischen Telekommunikationskonzern Softbank präsentiert wurde.

«Chinesen sind sehr empfänglich für neue Technologien», kommentiert Hattie He, Experte beim Beratungsunternehmen Canalys. «Unternehmen fördern (in China) gerne Sprachassistenten, und die Verbraucher sind mit dem Konzept bereits vertraut.»

Was seinen «iPal» angeht, so ist Avatar-Mind-Gründer Huang vorsichtig optimistisch: «Ich denke nicht, dass die Roboter Eltern oder Lehrer ersetzen können. Doch iPal kann ein ergänzendes Werkzeug sein, um sie ein bisschen zu entlasten.»

(oli/sda/afp)

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Video: srf/SDA SRF

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