DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
 William Hill World Darts Championship 29/12/2020. Michael van Gerwen Netherlands wins and celebrates during Round 4 of the William Hill World Darts Championship at Alexandra Palace, London, United Kingdom on 29 December 2020. London Alexandra Palace London United Kingdom Editorial use only PUBLICATIONxNOTxINxUK , Copyright: xIanxStephenx PSI-11384-0073

Der Jubel zeigt, welche Befreiung der Sieg war: Michael van Gerwen. Bild: www.imago-images.de

Drama, Baby! Darts-Stars liefern einen Abend fürs Geschichtsbuch

Der Abend an der Darts-WM in London war nichts für schwache Nerven. Zuerst endete das deutsche Märchen von Gabriel Clemens auf furiose Weise. Und dann erwischte es mit Michael van Gerwen um ein Haar die Weltnummer 1.



Den WM-Achtelfinal zwischen Michael van Gerwen und Joe Cullen werden Darts-Fans nicht so schnell vergessen. Es war ein Duell auf allerhöchstem Niveau, das alles beinhaltete, was den Sport so faszinierend macht: Irrwitzig viele Highscores, Treffsicherheit aufs Double, eine Aufholjagd des WM-Topfavoriten, vergebene Matchdarts des Aussenseiters und ein Abschluss, der so unvorhersehbar war wie das Resultat eines Münzwurfs.

abspielen

Die komplette Partie, die über sieben Sätze ging. Video: YouTube/Sportixer

«Was war das für ein unglaubliches Spiel», sagte Van Gerwen nach dem 4:3-Sieg, bei dem er einen 1:3-Rückstand noch wenden konnte. «Das war eine der härtesten Partien, die ich im Ally Pally je absolviert habe. Cullen spielte phänomenal.» Der grüne Turm aus Vlijmen wackelte, doch er fiel nicht.

Der dreifache Weltmeister musste an seine Grenzen gehen, um den Angriff des 31-jährigen Engländers abzuwehren. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll», twitterte Cullen. «Ich war noch nie in meinem Leben so enttäuscht nach einer Niederlage.» Zwar werde er mit etwas Abstand bestimmt auch erkennen, wie gut er gespielt habe. «Doch im Moment bin ich einfach nur leer. Glückwunsch an Michael, er hat gezeigt, weshalb er so ein Champion ist.»

William Hill World Darts Championship 29/12/2020. Joe Cullen England reacts after losing to Michael van Gerwen Netherlands not in picture during Round 4 of the William Hill World Darts Championship at Alexandra Palace, London, United Kingdom on 29 December 2020. London Alexandra Palace London United Kingdom Editorial use only PUBLICATIONxNOTxINxUK , Copyright: xIanxStephenx PSI-11384-0069

Untröstlich: Joe Cullen war der Verlierer eines Matchs, das keinen Verlierer verdient hätte. Bild: www.imago-images.de

«Niemand kann mich schlagen»

Cullen brillierte insbesondere mit seinen 180ern, 19 Mal warf er diese bestmögliche Punktzahl. «Das war nervig, den Caller ständig die 180 ausrufen zu hören», gab van Gerwen zu. Doch er sei es sich gewohnt, dass die Gegner gegen ihn besonders gut spielen wollen. Dass er so gefordert werde, komme ihm nur zu Gute: «Begegnungen wie diese machen dich zu einem besseren Darts-Spieler.»

Am Neujahrstag trifft «Mighty Mike» im WM-Viertelfinal auf den Sieger der Begegnung zwischen Dave Chisnall und Dimitri van den Bergh, die heute Abend stattfindet. «Niemand kann mich schlagen», kündigte Michael van Gerwen an. Er sagte es mit einem Augenzwinkern, doch in jedem Scherz steckt auch ein Funken Wahrheit. Der Niederländer machte in London klar, dass der Weg zum Titel erneut über ihn geht: «Nun freue ich mich auf mein nächstes Opfer. Jeder weiss, was ich drauf habe und ich weiss das auch.» Nach 2014, 2017 und 2019 wäre der Turniersieg am 3. Januar 2021 sein vierter Weltmeistertitel. «Der Weg dahin ist weit, ich muss dafür noch drei Spiele gewinnen.»

«Double trouble» fast ohne Ende

Das gilt auch für Krzysztof Ratajski. Der an Nummer 15 gesetzte Pole steht nach einem nicht minder dramatischen Match erstmals im WM-Viertelfinal. Der «Polish Eagle» beendete das deutsche Darts-Märchen von Gabriel Clemens jäh, er schlug ihn mit 4:3.

abspielen

«Double trouble» hüben wie drüben! Video: YouTube/BlackFlash 73

Die Partie war ein stetes Hin und Her, 34 der maximal möglichen 35 Legs mussten gespielt werden. Und sie wartete mit einem Ende auf, das man so noch selten gesehen hat. Im finalen Leg vergaben die beiden Matchdarts en masse (Ratajski zehn, Clemens sieben), ehe der Pole das Spiel mit einem Wurf auf die Doppel-1 für sich entscheiden konnte.

«Das war so emotional. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in so einem Match gespielt zu haben», sagte Ratajski. «Das letzte Leg war schrecklich. Es war verrückt. Normalerweise verliere ich so enge Spiele, doch heute hatte ich das nötige Glück.»

 William Hill World Darts Championship 29/12/2020. Gabriel Clemens Germany congratulates Krzysztof Ratajski Poland during Round 4 of the William Hill World Darts Championship at Alexandra Palace, London, United Kingdom on 29 December 2020. London Alexandra Palace London United Kingdom Editorial use only PUBLICATIONxNOTxINxUK , Copyright: xIanxStephenx PSI-11384-0121

Shakehands nach epischem Fight: Krzysztof Ratajski (links) und Gabriel Clemens. Bild: www.imago-images.de

Clemens, der in der Runde zuvor Titelverteidiger Peter Wright eliminiert hatte, war verständlicherweise schlecht drauf. «Ich bin sauer auf mich selbst», sagte der «German Giant». Im Moment könne er nichts Positives finden. «Fragt mich in zwei Tagen wieder. Gerade sind Interviews glaube ich nicht gut.»

Ratajskis Viertelfinalgegner wird heute in einem englischen Duell ermittelt, Stephen Bunting trifft auf Ryan Searle. Am Abend ist auch der Achtelfinal von Gerwyn Price, den viele als ersten Herausforderer van Gerwens betrachten. Der Waliser bekommt es mit dem Engländer Mervyn King zu tun.

Mehr von der Darts-WM:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

26 Bilder, die die Kraft von Ebbe und Flut dramatisch darstellen

Liebe Schweiz, wir müssen über deine Hot-Dog-Maschinen reden!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Hockey-Ikone Köbi Kölliker: «1970 wussten wir nicht einmal, dass es die NHL gibt»

Jakob «Köbi» Kölliker (67) ist seit 50 Jahren im Geschäft. Er hat die gesamte Entwicklung des Schweizer Eishockeys von den Niederungen der Zweitklassigkeit bis zum Aufstieg in die Weltspitze erlebt und als Spieler und Trainer geprägt. Ein Gespräch über Biel, Ambri, Langnau, Ralph Krueger, über die guten alten und die noch besseren neuen Zeiten unseres Hockeys.

Womit wollen wir beginnen? Mit China? Biel? Ambri? Ralph Krueger? Frauenhockey?Jakob Kölliker: Ganz so wie Sie wollen.

Was beschäftigt Sie nach einem halben Jahrhundert immer noch?Ich habe so viel erlebt. Das ist schwierig zu sagen.

Sagen wir es so: Was war Ihre grösste Enttäuschung? Das weckt mehr Neugierde beim Leser, als wenn Sie nun sagen, es sei super gewesen, mit Biel Meister zu werden.Nun gut: die Saison als Sportchef in Langnau.

Das war, als Langnau 2013 absteigen musste – und Sie waren …

Artikel lesen
Link zum Artikel