International

Polizei in Ägypten nimmt Popsängerin fest: Ihr Musikvideo ist zu anzüglich

Popsängerin in Ägypten festgenommen: Dieses Musikvideo ist der Polizei zu anzüglich

18.11.2017, 21:2718.11.2017, 21:39

Ägyptens Sicherheitskräfte gehen weiter massiv gegen vermutete moralische Verfehlungen in Kultur und Medien vor. Polizisten nahmen am Samstag die Popsängerin Shyma fest, die sich in Unterwäsche lasziv in einem Musikvideo gezeigt hatte.

Das Video ihres Liedes «I Have Issues» («Ich habe Probleme») habe zu Beschwerden geführt, begründete die Polizei ihr Vorgehen. Shyma stehe im Verdacht, zu «Ausschweifungen» angestachelt zu haben. Unklar war noch, ob sie offiziell angeklagt wird.

Die vorher kaum bekannte Sängerin ist in dem Video in einem Klassenzimmer dabei zu sehen, wie sie an einem Apfel leckt und mit einer Banane offenbar Fellatio imitiert. Auf der Tafel stand «Abschlussklasse #69» und die Buchstaben «vag».

Bereits am Donnerstag hatte Shyma sich zu den Vorwürfen auf Facebook geäussert. Sie entschuldigte sich bei allen, die das Video «als unangebracht empfunden haben» und erklärte, nicht mit derartigen Reaktionen gerechnet zu haben.

Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi gehen die Behörden besonders hart gegen Künstler vor, die in ihren Augen gegen Moralgesetze verstossen. Erst vor wenigen Wochen war die Fernsehmoderatorin Doaa Salah zu drei Jahren im Gefängnis verurteilt worden, weil sie in ihrer Sendung über aussereheliche Schwangerschaften gesprochen hatte. Ihr wurde ein «Verstoss gegen öffentliche Sitten» vorgeworfen.

Kurz zuvor hatten Polizisten mehrere Besucher eines Konzerts der bekannten libanesischen Popgruppe «Mashrou' Leila» in Kairo verhaftet, nachdem sie dort die Regenbogenflagge geschwenkt hatten. «Mashrou' Leila», derzeit eine der erfolgreichsten arabischen Popgruppen, setzt sich für die Rechte von Homosexuellen ein. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Nach Treffen mit Selenskyj: US-Gesandter reist nach Russland
Im Ringen um Frieden in der Ukraine reist US-Unterhändler Steve Witkoff nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern in Oslo weiter nach Russland. «Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen», sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre, der mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb Gastgeber der Gespräche in Norwegen war, am Dienstagabend. Dabei sollen laut Støre «die Vorschläge, die europäische und amerikanische Kollegen erarbeitet haben», vorgelegt werden.
Zur Story