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Raffaela Zollo gewinnt einen Award in der Kategorie Beauty.
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Bild: KEYSTONE

Das sind die ersten preisgekrönten Schweizer Influencer

Gestern wurden in Zürich die ersten Schweizer Influencer Awards verliehen. Eine logische Konsequenz in Zeiten, wo Selbstvermarktung zu einem Beruf geworden ist.
21.06.2019, 05:4821.06.2019, 07:06
Katja Fischer De Santi / ch media

Jetzt haben sie also auch noch einen eigenen Preis. Ganz analog, ganz klassisch. Mit Gala, rotem Teppich, Champagner und Blitzlichtgewitter. Gestern Abend fand im Volkshaus Zürich die erste Verleihung der Swiss Influencer Awards statt.

Ein Preis also, für eben jene meist sehr jungen Menschen, die es geschafft haben, mit sehr schönen Bildchen aus ihrem Leben zu «Beeinflusser» ihrer bis zu 200'000 «Followers» zu werden.

Was sie tragen, was sie essen, wohin sie reisen «inspiriert» andere, wie es in Marketingsprache so schön heisst. Das tönt weniger nach Werbung und mehr nach Sinn. Ist aber trotzdem Werbung.

Bligg war da und Christa Rigozzi auch

Aber zurück zum Award und warum es den überhaupt braucht. Denn über die Treppen des Volkshauses schritten gestern Abend ähnliche Promis wie an anderen Galas: Skifahrerin Wendy Holdener war da, Bligg, der Sänger, sowieso, Luca Hänni sogar mit Freundin und Christa Rigozzi, die Schöne, auch. Sie alle hatten eine Nomination als Influencer erhalten.

Was für all jene, für die professionelle Selbstvermarktung allein kein Talent darstellt, eine durchaus beruhigende Wirkung hat. Bedeutete es doch, dass die bekanntesten Schweizer Influencer mit so altmodischen Tugenden wie Singen, Modeln, Moderieren, Sportlern, Bekanntheit erlangt haben.

Und sie haben gewonnen:

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Das sind die ersten preisgekrönten Schweizer Influencer
quelle: keystone / walter bieri
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Junge Menschen mit grossen Namen.

Aber die Zeiten ändern sich gerade mal wieder: Und so sassen gestern auch Zoë Pastelle, Raffaela Zollo, Valentine Caporale oder Zeki Bugurucu in der ersten Reihe. Junge Menschen mit grossen Namen. Zumindest auf Instagram, dem Bildchenkanal der Stunde. In dieser Welt des Schönen und Guten versammelt jeder einzelne von ihnen mehr als 50'000 Anhänger hinter sich.

Stellt etwa die Genfer Radiomoderatorin Valentine Caporale ein Bild von sich und ihre Muttermilchpumpe ins Netz, dann gefällt das 6500 Personen. Posiert sie mit (gesponserter) Schoppenmilch, sind es immerhin noch 3000 Likes.

Noch viel erfolgreicher ist der Komiker Zeki. Stellt er eine witzige Bildcombo online, dann sehen das 700'000 Personen. Zeki Bulgurcu betreibt den Instagram-Kanal «Swissmeme». Kaum ein Schweizer ist in den Sozialen Medien so erfolgreich wie er. Er verdient sein Geld damit, Internetstar zu sein. ­Firmen wollen ihre Logos in seinen Filmchen und Bildern platzieren.

Zeki hat mit vielen erfolgreichen Instagramern gemein, dass er aus einfachen Verhältnissen kommt. Seine Eltern sind türkische Migranten, die Lehre machte er bei Coop. Das macht ihn authentisch und glaubwürdig.

Zeki gehört zu den rund 50 bis 70 Influencern in der Schweiz, die von ihren Tätigkeiten auf den Social-Media-Kanälen leben können. Dank Kooperationen mit Firmen, als Markenbotschafter oder als Reiseblogger, die 300 Tage im Jahr auf Kosten von Tourismusdestinationen, Handyherstellern und Hotelketten unterwegs sind.

«Es genügt nicht schlank und schön zu sein»

«Der Schweizer Influencermarkt boomt – ist aber enorm unübersichtlich», sagt Felicitas Morhart, Professorin für Marketing an der Uni Lausanne und Jurymitglied der Influencer Awards. Auch deshalb sei dieser Preis wichtig. «Er trennt die Spreu vom Weizen.»

Es reiche nicht, schön, schlank und fotogen zu sein, um bei den Followern längerfristig interessant zu bleiben. Wer Influencer werden will, muss die Grundlagen beherrschen: Er muss texten, fotografieren, filmen können, stets im Kontakt mit seiner Community sein und, so Morhart, «glaubwürdig sein, das ist die Währung in diesem Geschäft».

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Für die Professorin, die sich seit rund zwei Jahren mit Influencer-Marketing beschäftigt, ist klar: «Das ist nicht einfach eine vorübergehende Mode, sondern eine längerfristige Verschiebung der Aufmerksamkeit.» Denn Millennials schenken den Meinungen von Drittpersonen in ihrem Umfeld – Freunde, Familienmitglieder – mehr Glauben als der direkten Unternehmenskommunikation.

Und Influencer, die täglich aus ihrem Alltag berichten, für ihre Fans jederzeit ansprechbar sind, sind für diese Generation mindestens so wichtig wie ihre Freunde. Rund 30 Millionen Franken gaben Schweizer Firmen im letzten Jahr für Influencer-Marketing aus. Da wundert es nicht, dass der erste Schweizer Award von Marketing-Agenturen injiziert wurde.

Und wer hat gestern Abend nun also gewonnen? Viele, darunter auch «altmodische» Stars wie Bligg (Musik), Wendy Holdener (Sport) und Luca Hänni (International) und auffallend viele Frauen.

Etwa Zoë Pastelle, die 20-jährige Zürcherin ist eigentlich ja Schauspielerin (Blue my Mind). Aber richtig erfolgreich ist sie auf Instagram (200'000 Abonnenten), wo sie das Leben eines Models und Promis in perfekten Hochglanzbildern inszeniert und zelebriert.

Alle Gewinner:

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