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Kobane

Kurden drängen IS-Krieger zurück



Kurdische Kämpfer drängen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Unterstützung internationaler Luftschläge in der syrischen Stadt Kobane wieder zurück. Weiter offen blieb, wann Peschmerga-Kämpfer zur Verstärkung in die syrischen Kurdenenklave gelangen.

Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil dementierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht des Nachrichtenportals «Rudaw», wonach sich 150 Soldaten bereits an diesem Sonntag mit schweren Waffen auf den Weg in die Stadt machen wollen. Der Generalsekretär im Ministerium der kurdischen Streitkräfte, Dschabar Jawar, sagte, der Bericht sei falsch.

epa04459669 An explosion after an apparent airstrike carried out by the international anti-Islamic State (IS) coalition as part of operation Inherent Resolve on the Syrian town of Kobane, as seen from the Turkish side of the border, near Suruc district, Sanliurfa, Turkey, 23 October 2014. As the Pentagon admits one of the airdrops containing humanitarian and military supplies it has been delivering to Syrian Kurdish fighters in Kobane may have ended up in the hands of IS, talks which have been ongoing in the Kurdish north of Iraq between Syrian and Iraqi Kurdish groups have said they are prepared to cooperate and the Kurdish Regional Government hopes to support the ongoing battle in Kobane with troops.  EPA/SEDAT SUNA

Die Kurden hatten von der internationalen Koalition Unterstützung aus der Luft erhalten. Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Die Bewegung der Streitkräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um eine militärische Angelegenheit handle. Die Peschmerga sollen über türkisches Territorium nach Kobane gelangen. Die nötige Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt.

Ob, wie vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angekündigt, auch 1300 Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zur Abwehr des IS nach Kobane kommen sollen, blieb weiter offen. Kurdische Vertreter der Volksschutzeinheiten (YPG) haben die Rebellentruppen bereits gebeten, nicht über türkisches Territorium nach Kobane zu kommen, sondern die Dschihadisten von syrischem Gebiet aus anzugreifen.

Kurden mit Gebietsgewinnen

In Kobane konnten kurdische Kämpfer laut einem Aktivisten dank massiver Luftschläge der internationalen Koalition einige Gebiete wieder von den Dschihadisten zurückerobern. Darunter sei der strategisch wichtige Hügel von Tell Schair am Rande Kobanes, sagte Farhad Schami aus Kobane der Nachrichtenagentur dpa.

Mindestens drei Grossangriffe auf das Stadtzentrum seien am Freitagabend abgewehrt worden. Laut «Rudaw» wurden bei den Kämpfen um Tell Schair mindestens elf IS-Kämpfer getötet und vier YPG-Milizionäre.

Vor wenigen Tagen hatten IS-Einheiten einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen. Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landestreifen für die am vergangenen Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen an die Kurden sowie als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei.

Die Terrororganisation Islamischer Staat kontrolliert seit Juni grosse Gebiete in Syrien und im Irak. Im August begannen im Irak die internationalen Angriffe gegen die Dschihadisten, seit Ende September fliegt die Koalition auch Kampfeinsätze in Syrien.

Lage auch im Libanon verschlechtert

Der syrische Bürgerkrieg verschlechtert auch die Lage im Libanon immer weiter. Erneut gab es heftige Kämpfe zwischen der Armee und radikal-islamischen Bewaffneten in der nördlichen Stadt Tripolis. Ein Islamist sei getötet und neun Soldaten sowie acht Zivilisten seien verletzt worden, sagte ein Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Verletzten war demnach auch ein libanesischer Journalist.

Bereits am Freitagabend hatten die Zusammenstösse auf dem Basar in der Altstadt begonnen, der als Touristenattraktion gilt und als mögliche UNESCO-Welterbestätte gehandelt wird. Am Samstag begann die Armee mit einer Offensive gegen die Islamisten, die sich dort verschanzten. (mbu/sda/dpa/afp)

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