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Bild: Ubisoft
Das grosse Duell
Review

«Watch Dogs» vs. «GTA V» – welches ist das bessere Open-World-Game?

Kann es der Hacker-Neuling «Watch Dogs» mit dem Szene-Veteranen «GTA V» aufnehmen oder scheitert das Spiel an den eigenen Ansprüchen?
03.06.2014, 22:35
Philipp Rüegg
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Das Hacker-Epos «Watch Dogs» ist für Ubisoft das bisher schnellstverkaufte Spiel aller Zeiten. Und dabei gehören Erfolgsserien wie «Far Cry» und «Assassin's Creed» zum Repertoir des internationalen Entwicklerstudios. Stürzen sich die Gamer zurecht auf den Neuankömmling oder wartet am Ende die grosse Enttäuschung? Um diese Frage zu beantworten, stellen wir «Watch Dogs» dem bisherigen König der Open-World-Action-Games «GTA V» gegenüber.

Gleich vorneweg ist anzumerken, dass Ubisoft zum Start massive Probleme mit dem eigenen Service Uplay hatte. Sowohl PC- als auch Konsolen-Spieler waren betroffen. Im schlimmsten Fall konnte das Spiel nicht gestartet werden. Die PC-Version wird zudem auf manchen Rechnern von Performance-Einbrüchen geplagt. Ubisoft ist das Problem bekannt und ein Patch sei in Arbeit.

Story

«GTA V» hat nicht nur einen Hauptcharakter, sondern gleich drei, zwischen denen man frei hin und her wechseln kann. Dadurch erlebt man das Spiel durch sechs Augen, was viel Abwechslung garantiert. Die Story um das Gangster-Trio Trevor, Michael und Franklin ist aber nichts aussergewöhnliches und bleibt vorhersehbar. Genug interessant, um das Game zu Ende zu spielen, aber zu wenig spektakulär, um sich später daran erinnern zu können.

Die drei Protagonisten von «GTA V»: Trevor, Franklin und Michael.
Die drei Protagonisten von «GTA V»: Trevor, Franklin und Michael.
Bild: Rockstar

«Watch Dogs» besitzt dank der weltweiten Abhörskandale ein zeitgemässes Szenario mit hoher Brisanz – das aber viel zu wenig ausgeschöpft wird. Die Geschichte um den selbstgerechten Rächer hat man schon tausendmal in irgendeiner Form erlebt oder gesehen. Der Protagonist Aiden Pearce zieht bei einem Hacker-Angriff die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich, was mit dem Tod seiner Nichte endet. Knapp ein Jahr später befindet er sich auf einem Rachefeldzug. Dank einer komplett vernetzten Gesellschaft und übermenschlichen Hackerskills, ist kaum ein Gerät vor Aiden sicher.

Aiden Pearce' beliebteste Waffe ist das Smartphone.
Aiden Pearce' beliebteste Waffe ist das Smartphone.
Bild: Ubisoft

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Die meisten Spielfiguren kommen über ihr stereotypisches Verhalten nicht hinweg. Trotz allem bietet die Story gerade genug Abwechslung, dass man den Ausgang erleben möchte. Und sei es nur, um den vorlauten Bösewichten eins aufs Maul zu geben. Die hervorragenden englischen Sprecher tragen entscheidend zur Atmosphäre bei.

Gameplay und Abwechslung

«GTA V» ist seit jeher für seine unzähligen Ablenkungsmöglichkeiten bekannt. Von Autorennen, über Marathonläufe bis zu Tierjagd kann man fast jedem Hobby nachgehen. Die eigentlichen Missionen bestehen zwar zum Grossteil aus Fahrabschnitten, liefern aber durch die planbaren Raubüberfälle echte Highlights.

In «GTA V» ist man auch mit dem Flugzeug unterwegs.
In «GTA V» ist man auch mit dem Flugzeug unterwegs.
Bild: Rockstar
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In «Watch Dogs» dreht sich alles ums Hacken. Mit einem Klick manipuliert man Kameras, Strassenbeleuchtungen, Brücken und natürlich andere Smartphones. Anspruchsvoll ist das zwar nicht, mit dem Verbessern der eigenen Fähigkeiten wird aber wenigstens das Anwendungsspektrum erweitert. Regelmässig hackt man sich zudem von Kamera zu Kamera, um aus der Ferne Türen zu knacken, Gegner auszuspionieren oder die Umgebung zu beeinflussen. Das Hacken in «Watch Dogs» hat mit der tatsächlichen Tätigkeit genau so viel gemeinsam, wie virtuelles Schiessen mit echten Waffen.

Spassig ist das Belauschen von Passanten. Ein Klick startet den Profil-Modus und man erhält einen Mini-Lebenslauf, inklusive Einkommen. Sogar Telefonate und Textnachrichten lassen sich abfangen. Der Albtraum aller Datenschützer und der Traum aller Voyeure.

In Minispielen darf man auf Alienjagd gehen.
In Minispielen darf man auf Alienjagd gehen.

Verfolgt man nicht gerade die Hauptstory, stellt man in Nebenmissionen potentiellen Übeltätern nach. Sobald sie ein Verbrechen begehen, gilt es, sie auszuschalten. Nach Möglichkeit, bevor sie jemanden umgebracht haben. Das gibt uns ein besseres Ansehen bei der Bevölkerung. Das Überfahren derselben gibt dafür Minuspunkte.

Die verdienten Skillpunkte investiert man in neue Fähigkeiten.
Die verdienten Skillpunkte investiert man in neue Fähigkeiten.
Bild: Ubisoft

Ab und zu wird man von gegnerischen Spielern gehackt, die es aufzuspüren gibt. Rasch ins betreffende Gebiet rasen, Handy auspacken und dank Gesichtserkennung darauf warten, dass der Eindringling entlarvt wird und man ihn stellen kann. Hier wäre mehr drin gewesen. Ähnlich verhält es sich mit den über die Stadt verstreuten Mini-Games. Drogentrips, Schiessgalerie gegen Aliens oder Jump-'n-Run-Einlagen wirken etwas deplaziert und bleiben nicht mehr als eine kurze Zerstreuung zwischen den Missionen. 

Alle Tätigkeiten werfen Erfahrungspunkte ab, mit denen man Aiden «aufleveln» kann. Besser Schiessen, Hacken oder Autofahren machen das Spiel leichter.

Grafik

«GTA V» ist ein schönes Spiel. Die Charaktere wirken glaubhaft, die Gebiete sind aufwendig gestaltet und matschige Texturen sieht man selten. Dennoch fragt man sich zwangsläufig, wie das Spiel ausgesehen hätte, wenn es für PS4 und Xbox One programmiert worden wäre. Die Antwort lautet «Watch Dogs». Besonders auf einem leistungsstarken PC kommt die ganze Grafikpracht zur Geltung. Aber auch auf den neuen Konsolen staunt man über tolle Lichteffekte, prasselnden Regen und den generell hohen Detailreichtum der Texturen. 

Spielwelt

Los Santos, die Stadt aus «GTA V», ist riesig, so riesig, dass man mit Flugzeugen darüber düsen kann. Es gibt schneebedeckte Berge, ein Meer zum Schwimmen, eine Grossstadt wie Manhattan und Aussenbezirke mit Hinterwäldlern. Überall wuseln Passanten rum und sorgen für eine lebendige Spielwelt. Die meisten Gebäude lassen sich allerdings nicht betreten und der Detailreichtum kann nicht ganz mit dem von «Watch Dogs» mithalten. Hier merkt man, dass letzteres mit dem Fokus auf die neue Konsolen-Generation entwickelt wurde.

Los Santos ist gigantisch.
Los Santos ist gigantisch.
Bild: Rockstar

«Watch Dogs» spielt im fiktiven Chicago, das nach Aussagen von Kennern allerdings nicht viel Wiedererkennungswert bietet. Auch hier sorgen zahlreiche Fussgänger und Automobilisten für virtuelles Leben. Durch die bessere Grafik wirkt die Welt etwas abwechslungsreicher und detaillierter. In Hinterhöfen stapelt sich Müll und zwielichtige Gestalten schleichen durch die Gegend – die ab und zu auch Freestyles zum Besten geben. In einer heruntergekommenen Fabrik trifft man auch schon mal auf Obdachlose, die sich am Feuer warm halten. 

Das regelmässige Aufpoppen von Informationen über die NPCs (Nichtspieler-Charakter) macht das Spiel und die Bewohner wesentlich lebendiger, als die charakterlosen Hüllen aus «GTA V», die man ohne schlechtes Gewissen über den Haufen fährt.

Aktiviert man den Profil-Modus, kann man die Handys der Passanten abhören.
Aktiviert man den Profil-Modus, kann man die Handys der Passanten abhören.
Bild: Ubisoft

Fazit

«GTA V» ist für Gamer schon fast ein Muss. Das Giganto-Action-Spektakel sollte man wenigstens angespielt haben, um mitreden zu können. Bei «Watch Dogs» könnte man auch auf einen besseren zweiten Teil warten, der vermutlich bereits in der Mache ist. Damit lässt man sich allerdings eine Menge Spass entgehen. Open-World-Chaos, kombiniert mit Hacken und fantastischer Grafik garantieren viele Stunden Spielspass. Ich persönlich ziehe das Hacker-Abenteuer der «GTA»-Gangster-Story vor, auch wenn ich einzigartige Persönlichkeiten wie Trevor vermisse.

Bild: Ubisoft

Und wem keines der beiden zusagt, der kauft sich einfach «Far Cry 3» (unbedingt die «Blood Dragon»-Erweiterung spielen).

Getestet wurde die PC-Version von «Watch Dogs», die uns Ubisoft zur Verfügung gestellt hat. «Watch Dogs» ist für die PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und den PC erhältlich.

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