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Elektro-Autos in der Schweiz: Darum schwächelt die E-Auto-Nachfrage

Der positive Trend bei den Elektro- und Hybridautos hellt das Bild der 2020 insgesamt stark r
Der E-Auto-Boom schwächt sich ab.Bild: sda

Darum schwächelt das E-Auto in der Schweiz

Das Interesse an E-Autos hat sich eingetrübt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Blick in E-Auto-Pionierländer zeigt jedoch: Das Elektroauto wird sich durchsetzen.
14.05.2024, 11:3614.05.2024, 12:41

In der Schweiz nimmt das Interesse an Elektroautos kaum zu. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Analyse des Vergleichsportals «bonus.ch». Die Elektrifizierung der Mobilität auf Schweizer Strassen sei ins Stocken geraten, so das Fazit.

Darauf deuten laut «bonus.ch» etwa Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) hin: Demnach zählten im Jahr 2021 13 Prozent der auf Schweizer Strassen neu zugelassenen Autos zur Kategorie vollelektronische Personenwagen. Im Jahr 2022 stieg der Wert noch ziemlich deutlich auf 18 Prozent und im 2023 nur noch leicht auf 21 Prozent an.

Der Schweizer Elektro-Boom schwächelt: Der Marktanteil batterieelektrischer Autos stieg 2023 nur noch von 18 auf knapp 21 Prozent.

Die Verlangsamung des Wachstums am Schweizer Elektroautomarkt bestätigen auch die von «bonus.ch» jährlich bei rund 3000 Autoversicherungskunden durchgeführten Umfragen: Im Jahr 2021 gaben 3 Prozent der Befragten an, dass sie ein Elektroauto besitzen, im 2022 waren es 5 Prozent, 2023 dann 7 Prozent und im 2024 stieg der Wert nur leicht auf 8 Prozent.

Angeblich schwindendes Interesse an E-Autos

Und eine Trendwende in der Nachfrage nach Elektroautos sei nicht in Sicht. In der «bonus.ch»-Umfrage zeigten 74 Prozent der Befragten derzeit kein Interesse, sich ein Auto mit Elektroantrieb anzuschaffen. Die Zurückhaltung bei Frauen (78 Prozent) ist gar noch etwas grösser als bei Männern (71 Prozent).

Die Gründe sind vielschichtig:

  • Im Grundsatz sehen 27 Prozent der Befragten bei aufladbaren Autos keine Vorteile.
  • Zudem kritisierten 29 Prozent die Umweltauswirkungen der Batterien, etwa in der Herstellung.
  • Als weitere Nachteile wurden die hohen Anschaffungspreise (21 Prozent), die vermeintlich zu geringe Reichweite (20 Prozent) und die begrenzte Anzahl Ladestationen (16 Prozent) genannt.

Laut «bonus.ch» dürften die Anfang 2024 abgeschaffte Steuerbefreiung sowie gekürzte oder abgeschaffte direkte Subventionen in den Kantonen beim Kauf eines Elektroautos die Nachfrage massgeblich dämpfen. Erschwerend kommen für das Geschäft mit E-Autos auch noch die steigenden Strompreise dazu, wie es hiess.

Unter dem Strich ziehen laut der Umfrage nur gerade 18 Prozent einen Kauf eines Elektroautos in Erwägung. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Als Hauptargument für einen Kauf wurde der positive Einfluss auf den ökologischen Fussabdruck genannt. Als weitere Vorteile wurden der wirtschaftliche Aspekt (niedrigere Betriebskosten), der geringe Wartungsaufwand und die Tatsache, dass diese Autos in gewissen Situationen leiser sind, genannt.

Das E-Auto ist gekommen, um zu bleiben

Trotz allem: Verbrenner haben in Europa langfristig keine Zukunft. Stetig strengere Umweltvorschriften machen die Produktion neuer Verbrennungsmotoren unrentabel. Das E-Auto wird sich also letztlich aus wirtschaftlichen Gründen durchsetzen.

Tippe auf die Grafik für zusätzliche Infos.

In der EU dürfen ab 2035 faktisch keine Neuwagen mehr verkauft werden, die mit Benzin oder Diesel fahren. Die 27 EU-Staaten haben Ende März 2023 ein weitgehendes Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor beschlossen.

Elektroauto

Die Autohersteller sind daher längst auf das Elektroauto umgeschwenkt, die Rohstoffpreise für Batterien sinken laufend und bereits dieses Jahr kommen mehrere bezahlbare Modelle in der Grössenordnung von 25'000 Franken auf den Markt. Möglich wird dies unter anderem durch günstigere Lithium-Eisenphosphat-Akkus.

LFP-Akkus ohne Kobalt liefern zwar bei gleicher Masse etwas weniger Reichweite als konventionelle Lithium-Ionen-Akkus, dafür sind sie ökologischer, weniger brandanfällig und ermöglichen vor allem eine längere Lebensdauer.

Schweiz hinkt bei Mobilitätswende hinterher

Wo die Reise hingeht, zeigt Norwegen: Die Schweiz hinkt dem E-Auto-Pionierland um rund zehn Jahre hinterher. In Norwegen waren in den ersten Monaten dieses Jahres neun von zehn neu zugelassenen Autos reine Stromer. Grosse Autohersteller wie VW wollen darum schon dieses Jahr keine Verbrenner-Autos mehr in Norwegen verkaufen. Die Schweiz hingegen dürfte erst gegen 2035 einen E-Auto-Anteil von über 90 Prozent erreichen.

Die Schweiz war ein E-Auto-Pionier, nun können wir mit den Ländern in Skandinavien und den Beneluxstaaten nicht mehr Schritt halten.

Zum Vergleich: Während die Nachfrage nach Stromern in Teilen Europas und Nordamerika schwächelt, werden im weltweit grössten Automarkt China E-Autos bereits 2024 einen Marktanteil von knapp 50 Prozent erreichen.

(oli/sda/awp)

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