Grossbritannien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07598098 A handout photo made available by the Swiss Economic Forum (SEF) shows British politician Boris Johnson speaks during the Swiss Economic Forum SEF in Interlaken, Switzerland, 24 May 2019. Johnson will run for the succession of British Prime Minister Theresa May.  EPA/SWISS ECONOMIC FORUM / HANDOUT MAY ONLY BE USED WITH COMPLETE CITATION OF THE SOURCE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ex-Aussenminister Boris Johnson ist einer der Favoriten für die May-Nachfolge. Bild: EPA/KEYSTONE/ SWISS ECONOMIC FORUM

Boris Johnson ist nicht allein – bereits acht Kandidaturen für die May-Nachfolge



Nach der Rücktrittsankündigung der britischen Premierministerin Theresa May haben bereits mehrere Konservative ihren Hut für die Nachfolge in den Ring geworfen. Es könnte zu einem Überbietungswettbewerb der Brexit-Hardliner kommen.

Am Wochenende erklärten Umweltminister Michael Gove, die kürzlich zurückgetretene Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom und der frühere Brexit-Minister Dominic Raab offiziell ihre Kandidatur. Erwartet wird, dass bis zu 20 Tories im Kampf um den Job des Parteichefs und damit des Premierministers antreten werden.

Als Favorit gilt der frühere Aussenminister Boris Johnson. Der 54-Jährige hatte sich bereits am Freitag umgehend nach Mays Rücktrittsankündigung in Stellung gebracht. Er drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen. Eine weitere Verlängerung der Brexit-Frist schloss er aus.

Berichten zufolge löste er damit Befürchtungen aus, es könnte zu einem Brexit-Wettrüsten kommen, bei dem sich die Kandidaten gegenseitig an Kompromisslosigkeit überbieten, um die Brexit-Hardliner an der konservativen Parteibasis auf ihre Seite zu ziehen.

Aussenminister Jeremy Hunt, die frühere Arbeitsministerin Esther McVey, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart und Gesundheitsminister Matt Hancock erklärten ebenfalls bereits, antreten zu wollen. Der als Aussenseiter geltende Stewart distanzierte sich eindeutig von einem No-Deal-Brexit.

Warnung vor düsteren Aussichten

Der Brexit-Beauftragte der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Elmar Brok, warnte vor einem Premierminister Johnson. «Sollte Boris Johnson der Nachfolger und künftiger britischer Regierungschef werden, wird er die Übergangszeit auslaufen lassen», sagte der deutsche CDU-Politiker der «Passauer Neuen Presse». Dann werde es am 31. Oktober einen Brexit ohne Abkommen geben.

Brok prophezeit für diesen Fall eine Katastrophe für die britische Wirtschaft. «Die Briten werden bis zu zehn Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes verlieren. In Deutschland werden wir nur ein Prozent einbüssen.»

epa07591552 British Prime Minister Theresa May leaves 10 Downing Street to attend Prime Minister's Questions (PMQs) in the central London, Britain, 22 May 2019. Theresa May in a speech on 22 May 2019 stated that she is considering tighter customs ties with the European Union to try to win over Labour lawmakers for her Brexit deal , but the strategy risks angering Brexiteers in her government.  EPA/WILL OLIVER

Theresa May gibt am 7. Juni den Parteivorsitz ab. Bild: EPA/EPA

May hatte am Freitag in einer emotionalen Rede in London angekündigt, dass sie ihr Amt als konservative Parteichefin am 7. Juni abgeben werde. Bis Ende Juli soll ein Nachfolger bestimmt werden, dann will sie auch die Regierungsgeschäfte abgeben.

Das mehrstufige Auswahlverfahren dürfte in der Woche vom 10. Juni an beginnen. Erwartet wird, dass bis zu 20 Kandidaten daran teilnehmen werden. Zunächst wird das Bewerberfeld von den Abgeordneten der Tory-Fraktion, den Konservativen im Parlament, in mehreren Wahlgängen auf zwei Kandidaten reduziert.

In jedem Wahlgang scheidet der Letztplatzierte aus. Die beiden verbliebenen Bewerber müssen sich dann der Parteibasis bei einer Urwahl stellen.

Grossbritannien soll bis zum 31. Oktober aus der Europäischen Union ausscheiden. Das von May mit Brüssel ausgehandelte Austrittsabkommen wurde aber vom Parlament bisher drei Mal abgelehnt. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Bleibt es dabei, droht ein abruptes Ende der Mitgliedschaft mit - vor allem wirtschaftlich - einschneidenden Folgen. (sda/dpa)

Theresa Mays Schuhe

Emily und Oliver – unsere zwei Briten erklären den Brexit

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Greta Thunberg erhält exzellentes Schulzeugnis

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 27.05.2019 09:01
    Highlight Highlight Wer will jetzt auf das Britische Rodeo-Pferd steigen?
    Wer kann sich so lange oben halten, wie Theresa May?
    Als nächster tollkühner Reiter macht sich bereit:
    Boriiiiiiiis ... Johnsooooon!!!
  • äti 26.05.2019 21:19
    Highlight Highlight Boris fällt bestimmt was Schlaues ein. Zb ein EU-Austritt Rückwirkend auf 2000 oder gar 1972. Man weiss nie.
  • Peter R. 26.05.2019 20:37
    Highlight Highlight Bin ja mal gespannt, ob die Neuen es besser machen als Theresa May - mit diesem sturen Parlament, das alles abblockt.
    • esclarmonde 27.05.2019 07:31
      Highlight Highlight Die stehen sich alle selbst im Weg. Ob die wirklich einen Plan haben, was sie wollen - und können?
  • Hinterm Mond, wärmts sich bestens 26.05.2019 19:47
    Highlight Highlight Wenn sie den wählen, dann ist dem Land nicht mehr zu helfen! Zuerst was anzetteln, dann keine Verantwortung übernehmen, und als dann die, die die Kohlen rausnehmen musste sich verbrannte, als der goldene Reiter auf dem Schimmel erscheinen... das typische Biöd eines Politikers ohne Rückgrat!
  • Clife 26.05.2019 17:29
    Highlight Highlight Und was will Boris machen, wenn England ohne Abkommen aus der EU tritt? Die EU beim Europäischen Gerichtshof verklagen 😂? Oh tut mir leid das würde ja nicht gehen so ganz ohne Abkommen.
  • Mutbürgerin 26.05.2019 17:26
    Highlight Highlight Die EU wird auseinander gefallen sein, bevor die Engländer sie verlassen haben.
  • Marco4400 26.05.2019 16:58
    Highlight Highlight Boris Johnson sorgte für den Brexit, aber kaum wurde es ihm zu heiss verschwand er wieder und entzog sich seiner Verantwortung. Jetzt wo es eine Karrierechance gibt, ist er gleich wieder an vorderster Front mit dabei. Ein grossartiges Beispiel für Ein-Mann-Völker Volksvertreter...
  • Im Diskurs Versunken 26.05.2019 16:20
    Highlight Highlight Alternativer Titel: Boris Johnson ist nicht allein – bereits acht Karrikaturen für die May-Nachfolge
    • schuldig 26.05.2019 16:27
      Highlight Highlight Made my day: Der Titel hätte es wirklich besser getroffen :-D

Theresa May gibt Rücktritt bekannt – die 4 wichtigsten Fragen und Antworten

Die britische Premierministerin Theresa May gibt ihr Amt als Parteichefin am 7. Juni ab. Das teilte die konservative Politikerin am Freitag in London mit. Ihre Tage als Premierministerin sind damit auch gezählt.

«Ich habe so viel getan, um das Parlament vom Brexit-Deal zu überzeugen, leider war es mir nicht möglich. Ich habe es drei Mal versucht», sagte sie in einer emotionalen Rede vor ihrem Amtssitz 10 Downing Street in London.

Während des Staatsbesuchs von US-Präsident Donald Trump (3. bis 5. …

Artikel lesen
Link zum Artikel