International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07592746 A handout photo made available by the UK Parliament shows British Prime Minister Theresa May (C) addressing members of Parliament during Prime Minister's Questions (PMQs) at the House of Commons in central London, Britain, 22 May 2019. Theresa May in a speech on 22 May 2019 stated that she is considering tighter customs ties with the European Union to try to win over Labour lawmakers for her Brexit deal , but the strategy risks angering Brexiteers in her government.  EPA/MARK DUFFY / UK PARLIAMENT / HANDOUT MANDATORY CREDIT: UK PARLIAMENT JESSICA TAYLOR HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Am Mittwoch kämpfte Theresa May im Unterhaus ein weiteres Mal vergeblich für ihren EU-Deal. Bild: EPA/UK PARLIAMENT

Rücktritt in Sicht: Wie Theresa May den Brexit verbockt hat

Die Tage von Theresa May als britische Premierministerin sind gezählt. Ihre Amtszeit stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Durch eigene Fehler hat sie alles noch schlimmer gemacht.



Die Briten waren am Donnerstag aufgefordert, etwas zu tun, was ein grosser Teil von ihnen nicht wollte. Sie mussten an der Wahl des Europaparlaments teilnehmen. Dabei hätte das Vereinigte Königreich am 29. März aus der Europäischen Union austreten sollen. Nun gibt es eine neue «Deadline» bis 31. Oktober – folglich musste die Europawahl in Grossbritannien stattfinden.

Die Beteiligung dürfte sich in Grenzen halten, und der Sieger steht so gut wie fest: Der erst kürzlich gegründete Brexit-Partei des glühenden Austrittsbefürworters Nigel Farage dürfte laut den Umfragen auf mehr als 30 Prozent kommen. Die regierende Konservative Partei hingegen steuert auf ein Debakel der Extraklasse zu: Ihr droht ein Ergebnis im einstelligen Prozentbereich.

Die Resultate werden erst am Sonntag verkündet. Was auch immer geschieht, die Tage von Premierministerin Theresa May in ihrem Amt sind gezählt. Sie will angeblich schon am Freitag ihren Rücktritt verkünden, berichtete die «Times». Vielleicht wartet die 62-Jährige bis Montag und zieht dann die Konsequenzen aus dem erwarteten Wahl-Desaster. Viel länger aber kann sie sich kaum halten.

Letzter verzweifelter Versuch

Am Mittwoch unternahm May im Unterhaus einen letzten verzweifelten Versuch, ihren mit der EU ausgehandelten Brexit-Deal zu retten. Sie stellte sogar eine Volksabstimmung darüber in Aussicht. Die Reaktionen aus den eigenen Reihen wie von der Labour-Opposition waren verheerend. Die geplante vierte Abstimmung im Parlament dürfte genauso scheitern wie die vorherigen Versuche.

Britische Zeitungen veröffentlichten am Donnerstag auf der Titelseite ein Foto, das Theresa May mit feuchten Augen auf dem Rücksitz ihrer Dienstlimousine zeigt. Die Botschaft der gnadenlosen britischen Presse war eindeutig: Diese Frau ist am Ende.

Es wäre der unrühmliche Abschluss einer knapp dreijährigen Amtszeit, in der die Premierministerin fast alles falsch gemacht hat. Der frühere Labour-Staatssekretär Denis MacShane hat im watson-Interview festgehalten, was viele auf der Insel denken: «Theresa May gehört sicherlich zu den schlechtesten britischen Premierministern, seit dieser Posten vor 300 Jahren geschaffen wurde.»

Cameron entlassen: May, übernehmen Sie!

Im Juli 2016 war sie auf den glücklosen David Cameron gefolgt, der die Abstimmung über die EU-Mitgliedschaft Grossbritanniens an- und in den Sand gesetzt hatte. Die damalige Innenministerin war keine Wunschnachfolgerin, eher der kleinste gemeinsame Nenner einer völlig zerstrittenen Fraktion. Mit Theresa May konnten alle irgendwie leben.

Verachtung für Remainer

Sie hatte sich für den Verbleib in der EU eingesetzt, allerdings nur sehr lauwarm. Beim Thema Einwanderung hatte sie als zuständige Ministerin stets eine harte Linie vertreten. Kritiker unterstellen ihr sogar fremdenfeindliche Motive. Nach dem Einzug in Downing Street Nr. 10 jedenfalls mutierte sie rasch zu einer feurigen Befürworterin des Brexit.

Dabei beging sie ihren ersten und gleichzeitig grössten Fehler. Angesichts des knappen Ergebnisses von 52 zu 48 Prozent hätte sie auf die Remainer zugehen sollen, um einen möglichst umfassenden nationalen Konsens und einen für die breite Bevölkerung verträglichen EU-Austritt anzustreben. Doch May behandelte die Verlierer der Abstimmung mit offener Verachtung.

«Brexit means Brexit»

Mantraartig betete sie die Parole «Brexit means Brexit» herunter, häufig ergänzt durch den Zusatz «And we are going to make a success out of it». Dabei konnte die Premierministerin nie erklären, wie sie das in dem tief gespaltenen Königreich vollbringen wollte. Einen konkreten Plan, wie sie den Austritt aus der EU zu einem Erfolg machen wollte, blieb sie lange schuldig.

Theresa May will trotz Wahlschlappe neue Regierung bilden

abspielen

Video: watson

Dafür war auch ihr zweiter grosser Fehler verantwortlich. Im Juni 2017 setzt sie eine Neuwahl des Unterhauses an in der Erwartung, die Mehrheit der Konservativen auszubauen und ein Mandat für den Brexit zu erhalten. Stattdessen resultierte eine mittlere Katastrophe: Die Tories büssten ihre Mehrheit ein und waren von da an auf die Unterstützung der nordirischen Unionisten angewiesen.

Miserable Wahlkämpferin

Für den Schlamassel war letztlich die Regierungschefin verantwortlich. Theresa May ist eine miserable Wahlkämpferin. Ihre Abneigung gegen Smalltalk und Socialising ist bekannt. Sie trat fast nur in geschlossenem Rahmen vor einem handverlesenen Publikum auf, während Labour-Chef Jeremy Corbyn keinem Kontakt mit der Bevölkerung aus dem Weg ging.

Schon damals wurden Rufe nach Mays Rücktritt laut. Sie konnte sich halten und präsentierte schliesslich im November 2018 den mit Brüssel ausgehandelten Austrittsvertrag. Dabei musste sie sich der Realpolitik beugen: Ein «harter» Bruch mit der EU war nicht machbar ohne Gefahr für den Friedensprozess in Nordirland und die mit dem Kontinent stark verflochtene britische Wirtschaft.

«Too little, too late»

Der Vertrag mit der so genannten Backstop-Lösung für die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland stiess auf erbitterten Widerstand der konservativen Brexit-Hardliner wie der Labour-Opposition. Dreimal versuchte Theresa May seit Januar, ihn vom Unterhaus absegnen zu lassen, dreimal scheiterte sie, wenn auch jedes Mal etwas weniger deutlich.

Theresa May sorgt mit dieser Tanzeinlage für Gelächter

abspielen

Video: watson/nico franzoni

Am Ende blieb nur der Aufschub des Austrittsdatums durch die EU-Mitgliedsstaaten. Erst jetzt versuchte die Premierministerin, auf die Befürworter des Verbleibs in der EU zuzugehen und ihnen die Hand zu reichen. Dabei stand sie längst mit dem Rücken zur Wand und hatte so gut wie keinen Manövrierraum. Es war «too little, too late», wie man in solchen Fällen zu sagen pflegt.

Johnson will Nachfolger werden

Mit ihrem absehbaren Rücktritt hinterlässt die Pfarrerstochter aus Sussex einen Scherbenhaufen. Für die Nachfolge bringt sich der ebenso sprunghafte wie prinzipienlose Ex-Aussenminister Boris Johnson in Stellung. Er ist in der Tory-Fraktion unbeliebt, doch an der Parteibasis verfügt der Blondschopf, der im Gegensatz zu May die Volksnähe beherrscht, über einigen Rückhalt.

Wer auch immer es sein wird, muss irgendwie den Brexit über die Bühne bringen. Die Grundprobleme bleiben ungelöst. Wie fragil der Frieden in Nordirland ist, zeigten die schweren Ausschreitungen im April in (London-)Derry, bei denen eine junge Journalistin «versehentlich» durch irisch-republikanische Extremisten getötet wurde.

Wird britische Politik europäischer?

Das neuste Alarmsignal aus der Wirtschaft lieferte am Mittwoch der Konkurs von British Steel, dem zweitgrössten Stahlfabrikanten des Landes. Als Gründe für die Pleite nannte das Unternehmen neben einer schwachen Nachfrage und hohen Rohstoffpreisen auch den Brexit. Direkt betroffen sind 5000 Mitarbeiter. Weitere 20'000 Jobs sind bei Zulieferfirmen bedroht.

epa07431844 A grab from a handout video made available by the UK Parliamentary Recording Unit shows MP Boris Johnson, addressing the House of Commons in London, Britain, 12 March 2019. British parliament will vote on British Prime Minister May's amended Brexit deal later in the day. Theresa May wants parliament to back her 'improved' withdrawalk agreement she has negotiated with the EU over the so-called 'backstop'. The United Kingdom is officially due to leave the European Union on 29 March 2019, two years after triggering Article 50 in consequence to a referendum.  EPA/UK PARLIAMENTARY RECORDING UNIT / HANDOUT MANDATORY CREDIT: UK PARLIAMENTARY RECORDING UNIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Mit neuer Frisur: Boris Johnson will Theresa May ablösen. Bild: EPA/UK PARLIAMENTARY RECORDING UNIT

Theresa May ist tatsächlich eine schlechte Premierministerin. Ihr fehlen strategisches Geschick und die Fähigkeit, Menschen für sich einzunehmen. Allerdings ist Labour-Chef Jeremy Corbyn kaum besser. Er eiert herum, weil er selber zeitlebens ein EU-Gegner war und Millionen Labour-Wähler für den Brexit gestimmt haben, die Parteibasis jedoch überwiegend proeuropäisch ist.

Der miserable Formstand der beiden grossen Parteien könnte zu einer Umschichtung der britischen Politlandschaft führen, wie man sie in Frankreich oder Italien bereits erlebt hat. Es wäre eine seltene Ironie, wenn die Politik im sonst so traditionsbewussten Königreich durch den Brexit ein gutes Stück «europäischer» würde. Theresa May hätte dies bestimmt nicht gewollt.

So reagiert die britische Presse auf den Brexit

Emily und Oliver – unsere zwei Briten erklären den Brexit

Play Icon

Brexit

Juncker zum Brexit: «Es reicht jetzt mit dem langen Schweigen»

Link zum Artikel

Politiker schmeisst genervt den Bettel hin: Was nach dem Brexit-Votum sonst noch passierte

Link zum Artikel

Warum die Opposition nicht gegen Theresa May ankommt

Link zum Artikel

So könnte ein Ausweg aus dem Brexit-Chaos aussehen

Link zum Artikel

Warum die Briten nochmals über den Brexit abstimmen müssen

Link zum Artikel

Theresa May will den Brexit erneut verschieben – EU-Partner verlieren derweil die Geduld

Link zum Artikel

Chaos in London – so könnte es jetzt mit dem Brexit weitergehen

Link zum Artikel

Diese Grafik verschafft dir im Brexit-Chaos den Überblick 

Link zum Artikel

Aussenminister Hunt: Brexit-Gespräche mit Labour «sehr schwierig»

Link zum Artikel

Brexit: Boris Johnsons grosser No-Deal-Bluff

Link zum Artikel

Brexit: Noch gibt es Auswege aus dem No-Deal-Albtraum

Link zum Artikel

«The Uncivil War»: Ein Dokudrama erzählt die wahre Geschichte des Brexit

Link zum Artikel

Johnson will britisches Parlament beurlauben, Queen gibt Okay

Link zum Artikel

Brexit: Dann macht es eben die EU

Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

Link zum Artikel

Diese 5 Politiker bestimmen jetzt über Grossbritanniens Zukunft

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Brexit

Juncker zum Brexit: «Es reicht jetzt mit dem langen Schweigen»

46
Link zum Artikel

Politiker schmeisst genervt den Bettel hin: Was nach dem Brexit-Votum sonst noch passierte

4
Link zum Artikel

Warum die Opposition nicht gegen Theresa May ankommt

20
Link zum Artikel

So könnte ein Ausweg aus dem Brexit-Chaos aussehen

13
Link zum Artikel

Warum die Briten nochmals über den Brexit abstimmen müssen

183
Link zum Artikel

Theresa May will den Brexit erneut verschieben – EU-Partner verlieren derweil die Geduld

82
Link zum Artikel

Chaos in London – so könnte es jetzt mit dem Brexit weitergehen

12
Link zum Artikel

Diese Grafik verschafft dir im Brexit-Chaos den Überblick 

7
Link zum Artikel

Aussenminister Hunt: Brexit-Gespräche mit Labour «sehr schwierig»

0
Link zum Artikel

Brexit: Boris Johnsons grosser No-Deal-Bluff

30
Link zum Artikel

Brexit: Noch gibt es Auswege aus dem No-Deal-Albtraum

17
Link zum Artikel

«The Uncivil War»: Ein Dokudrama erzählt die wahre Geschichte des Brexit

17
Link zum Artikel

Johnson will britisches Parlament beurlauben, Queen gibt Okay

91
Link zum Artikel

Brexit: Dann macht es eben die EU

24
Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

61
Link zum Artikel

Diese 5 Politiker bestimmen jetzt über Grossbritanniens Zukunft

3
Link zum Artikel

Brexit

Juncker zum Brexit: «Es reicht jetzt mit dem langen Schweigen»

46
Link zum Artikel

Politiker schmeisst genervt den Bettel hin: Was nach dem Brexit-Votum sonst noch passierte

4
Link zum Artikel

Warum die Opposition nicht gegen Theresa May ankommt

20
Link zum Artikel

So könnte ein Ausweg aus dem Brexit-Chaos aussehen

13
Link zum Artikel

Warum die Briten nochmals über den Brexit abstimmen müssen

183
Link zum Artikel

Theresa May will den Brexit erneut verschieben – EU-Partner verlieren derweil die Geduld

82
Link zum Artikel

Chaos in London – so könnte es jetzt mit dem Brexit weitergehen

12
Link zum Artikel

Diese Grafik verschafft dir im Brexit-Chaos den Überblick 

7
Link zum Artikel

Aussenminister Hunt: Brexit-Gespräche mit Labour «sehr schwierig»

0
Link zum Artikel

Brexit: Boris Johnsons grosser No-Deal-Bluff

30
Link zum Artikel

Brexit: Noch gibt es Auswege aus dem No-Deal-Albtraum

17
Link zum Artikel

«The Uncivil War»: Ein Dokudrama erzählt die wahre Geschichte des Brexit

17
Link zum Artikel

Johnson will britisches Parlament beurlauben, Queen gibt Okay

91
Link zum Artikel

Brexit: Dann macht es eben die EU

24
Link zum Artikel

Boris Johnson verliert wegen eines Überläufers die Mehrheit und ist jetzt in argen Nöten

61
Link zum Artikel

Diese 5 Politiker bestimmen jetzt über Grossbritanniens Zukunft

3
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

51
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • In vino veritas 24.05.2019 17:16
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass May alleine Schuld ist. Es konnte einfach keinen Konsens gefunden werden. Es gab vom Volk den Auftrag aus der EU aus zu treten. Da hilft es nicht, wenn einige sich weigern den Volkswillen umzusetzen (ja, heisst ja, und nicht nein). Im Gegenzug waren die extremen die einen harten Brexit wollen auch nicht hilfreich, schliesslich kann man ja nicht alle Taue zur EU kappen. Hinzu kommt, dass die EU kaum Zugeständnisse machen konnte um Nachahmer abzuschrecken. Meines Erachtens bleibt nur noch eine 2. Volksbefragung, dessen Ergebnis auch akzeptiert werden muss.
  • Joe Frangelico 24.05.2019 12:55
    Highlight Highlight Das Volk hat zu Brexit Abstimmung " JA " gestimmt.
    Dann kam die Erpressung der EU.
    • B-Arche 24.05.2019 15:03
      Highlight Highlight Die EU hielt sich exakt an die vorgeschriebene Prozedur, es war UK welches immer meinte die Volksabstimmung gäbe ihr das Recht der EU zu befehlen dass sie alle Rechte aber ohne die Pflichten bekommen sollten.

      UK will eine offene Schmuggelgrenze in Irland und meint aufgrund der Tatsache dass keiner Grenzanlagen dort aufbauen will solle die EU Irland aufgeben und aus dem Binnenmarkt werfen. Das ist auch Boris Johnsons "Lösung".

      Manche Brexiteers meinen sie könnten Irland zwingen auch die EU zu verlassen.
    • loquito 24.05.2019 15:04
      Highlight Highlight Das "Volk"? Als ich letztes mal nachgeschghlagen war das Volk nicht 51% der Stimmberechtigten, sondern 100% aller Menschen... Aber dein Kommentar gehört für einen SVPler zu diesem Artikel wie Nutella auf die Creppes..
    • The oder ich 24.05.2019 15:11
      Highlight Highlight "Erpressung der EU"?

      Die EU hat ihre Hausaufgaben gemacht und mit den 27 verbleibenden Staaten abgesteckt, was verhandelbar ist und was nicht. Dabei hat sie geschickt Partikularbegehrlichkeiten (Gibraltar etc.) intern unterdrückt und die gemeinsamen Interessen der 27 gebündelt.

      Demgegenüber schacherten die halben Tories um Posten statt um geeignete Verhandlungsoptionen und gemeinsam mit der Opposition wunderte sich das Kabinett, dass May nicht aus einer Position der Stärke agieren konnten.

      Wer da von "Erpressung" spricht, hat noch nie Verhandlungen mit unterschiedlichen Interessen geführt.
  • sikki_nix 24.05.2019 12:35
    Highlight Highlight Geht bitte endlich aus der EU raus und dann will ich mindestens 3 Jahre nichts mehr von dieser "Regierung" hören!
  • c_meier 24.05.2019 10:52
    Highlight Highlight "... durch den Brexit ein gutes Stück «europäischer» würde.... "
    und wie erklärt sich dann die Umfrage, dass die Brexit-Partei von Farrage auf etwa 30 % kommen soll bei der Europawahl?
    • loquito 24.05.2019 15:05
      Highlight Highlight Checkst du den witzBrexit Partei mit 30% im EU Parlament... Die sind drauussen... Warum antreten?
  • Amadeus 24.05.2019 09:53
    Highlight Highlight Mir ist diese Analyse zu sehr personenbezogen und beachtet zuwenig die strukturellen Probleme (Wahlsystem, Klassendenken, UK-Sicht auf Europa) und politischen Differenzen (Parteien und Regionen) in Grossbritannien.
  • Leon1 24.05.2019 09:49
    Highlight Highlight Warum wird sie hier so verteidigt?
    Für das Referendum kann sie wenig, danach aber hat Sie alles falsch gemacht was man falsch machen konnte. Mit Konsenspolitik wäre der Brexit längst vollzogen, aber sie hat ohne Not a) Extrempositionen eingenommen um ihren Rechten Flügel zu befriedigen, dem das ganze trotzdem noch zu wenig ist, damit b) die ganze Opposition, 48% der Bürger und sogar etwa einen Drittel ihrer Partei vergrault und c) sie ist auf die Stimmen einer kleinen Fanatikerpartei abhängig, und dies auch komplett selbstverschuldet.

    Das Amt des PM ist ihr wichtiger als das Wohl des Landes!
    • Ernestletrompettiste 26.05.2019 00:35
      Highlight Highlight Lieber Leon 1, auf dem Sender Arte wurde in dieser Woche ein neutraler Film über die schwierigen und langwierigen Verhandlungen der EU und Grossbritannien ausgestrahlt. Der Film dauert 120 Minuten. Bitte sieh Dir diesen Hintergrundbericht an und fasse nachher eventuell einen neuen Kommentar ab! Fast alle Medien machen heutzutage nur noch tendenziöse Berichterstattung. Die Leute werden an der "Nase" herumgeführt. Wichtige Dinge werden einfach verschwiegen, um die eigene Position in Glanz und Gloria erscheinen zu lassen.
      Ernest le trompettiste
  • Eh Doch 24.05.2019 09:12
    Highlight Highlight Ich hätte schon lange ernsthafte Depressionen und sicher nicht so viel Geduld mit diesem "Affenhaus"
  • Astrogator 24.05.2019 08:55
    Highlight Highlight "Die regierende Konservative Partei hingegen steuert auf ein Debakel der Extraklasse zu: Ihr droht ein Ergebnis im einstelligen Prozentbereich."
    Und Boris Johnson so.: wir sind die Besten, ich bin der Geilste, nach der Wahl bin ich Premierminister.

    Das ist doch das Hauptproblem, frappanter Realitätsverlust bei den Tories.
  • Beat_ 24.05.2019 08:44
    Highlight Highlight Kann nicht beurteilen, was Theresa May gut oder weniger gut gemacht hat, dafür fehlt mir der tiefe Einblick in die britische Politik.
    Von aussen betrachtet sehe ich vor allem zwei Herren, die für das Brexit-Schlamassel verantwortlich sind: Cameron und Johnsen. Haben alles angezettelt und alles konkret wurde, sind sie abgesprungen. T. May war dann sowas wie Kanonenfutter. Jetzt kommen sie wieder und wollen sich profilieren...
    Und das gute am Brexit: der alte Amerikaner verschwindet ein bisschen aus der Berichterstattung.
    • josh89 24.05.2019 09:01
      Highlight Highlight Cameron mache ich keinen Vorwurf. Der war ja gegen den Brexit. Da finde ich es nachvollziehbar zu sagen, dass das die richten sollen, die den Brexit unbedingt wollten.
    • Walter Sahli 24.05.2019 16:00
      Highlight Highlight Meiner Meinung nach haben Sie Coward Farage vergessen.
  • The oder ich 24.05.2019 08:40
    Highlight Highlight Dass sie die 48% Remainder am Anfang ignoriert hat, ist wohl dem britischen "the winner takes it all"-Denken geschuldet, wie es auch im Wahlrecht verankert ist (First past the post).
    Das hat dann ihre Position in den Verhandlungen mit der EU geschwächt; denn mit einem intern breit abgestützten Kompromiss hätte sie anders auftreten könne.
    Am schlimmsten für sie, und da muss man sie in Schutz nehmen, waren aber die parteiinternen Irrlichter wie der unsägliche Boris, der zwar nach dem Referendum nicht die Eier hatte, PM zu werden, danach aber ständig stänkerte. Er ihr Nachfolger? Arme Briten
    Benutzer Bildabspielen
  • Gubbe 24.05.2019 08:28
    Highlight Highlight Was ist den das für ein trauriger Artikel? Während ihrer Zeit hat Frau May wirklich alles gegeben, was sie konnte. Es hat nicht gereicht, scheinbar. Sicher ist Frau May nicht allen sympathisch, sie aber so nach ihrem bevorstehenden Aus niederzuschreiben, auch nicht. Mit Nigel Farage und Boris Johnson hat sich ein Clowntreffen angebahnt. Es scheint sich um einen Trinker und einen Säufer zu handeln. Diese Beurteilung ist auch nicht fair.
  • Triumvir 24.05.2019 08:21
    Highlight Highlight Boris Johnson wird genauso kläglich scheitern wie May. Zu den Leidtragenden werden die Bewohner der Insel gehören - inklusive die Schotten...
  • Einloz 24.05.2019 08:17
    Highlight Highlight May mag vieles sehr schlecht gemacht haben. Angezettelt und ausgeschlachtet haben den Brexit aber andere, die sich danach vornehm zurückgezogen haben und sich die Hände nicht schmutzig machen wollten. Ihnen gebührt die grössere Verachtung.
    • Eh Doch 24.05.2019 09:14
      Highlight Highlight Würde sie frei Haus fragen, hey wer will meinen Job? Niemand hätte die Eier dazu
    • Dan Ka 24.05.2019 15:31
      Highlight Highlight Oh, das SVP Paradox? 🧐
  • Markus97 24.05.2019 08:13
    Highlight Highlight Ich würde behaupten May ist so gut wie die einzige welche im Interesse des Landes und nicht im Interesse des Wähleranteils handelt. Und die Britten fallen noch auf diese Leute rein. Als ob diese Brexit-Partei irgend eine Chance hätte etwas besser zu machen...
    • Leon1 24.05.2019 09:36
      Highlight Highlight Tut mir leid, aber das könnte falscher nicht sein. Die Tories, aber insbesondere auch May haben systematisch ihr persönliches und das Parteiinteresse über das Wohl des Landes gestellt. Die ganze Shitshow Brexit gibt es nur deswegen, weil man mit dem Referendum die Partei einen wollte (!) und die Manövrierung in Richtung Extrempositionen, rote Linien und das inoffizielle koalieren mit den Extremisten der DUP gehen voll auf Theresas Kappe
    • Markus97 24.05.2019 15:06
      Highlight Highlight @Leon1 Bei dwn Konservativen herrschte keine Einigkeit über den Brexit. May hat war aber klar dagegen, hat das Abstimmungsresultat jedoch akzeptiert und versucht eine Lösung zu finden, welche den Schaden begrenzt und den Volkswillen respektiert. Nun hat sich gezeigt, dass es keine solche Lösung gibt, das ist aber nicht Mays schuld.
  • Henzo 24.05.2019 08:07
    Highlight Highlight Sie ist nur der Sündenbock. Egal wer diese Aufgabe bekommen hätte, niemand hätte es geschafft, alle glücklich zu machen. Brexit heisst tatsächlich Brexit und die Abstimmung wurde demokratisch durchgeführt. Ihr die Schuld für die eigene zu zuschieben wäre etwas gar einfach für die Britten ...aber genau das wird gemacht.
  • Walter Sahli 24.05.2019 08:03
    Highlight Highlight Der Glaube, man könne diesen Job in dieser Situation irgendwie "gut" machen, ist bei Blunschi genauso naiv, wie bei May. Bei Blunschi hat er aber noch den fauligen Beigeschmack der Unfairness. Verbockt hat's die britische Wählerschaft, die ihr Heil in der Isolation suchte oder wie die hiesige Rechte glaubte, man sei für die EU viel zu wichtig, als dass sie einem nicht aus der Hand fressen würde.
  • Sam12 24.05.2019 08:01
    Highlight Highlight Ich finde den Titel absolut daneben. Von der ganzen Redaktion von Watson hat nicht annähernd jemand so viel geschuftet und versucht, wie May dies für GB und den Brexit getan hat. Bitte ein bisschen mehr Respekt vor Leuten, die für Millionen von Leuten eine halbwegs gute Lösung erarbeiten wollen. Das was Ihr hier macht ist Blick Niveau.
  • Gonzolino_2017 24.05.2019 07:56
    Highlight Highlight Lieber Herr Blunschi die wirklich grössten Gegner von May waren die Medien, die um jeden Preis den Brexit verhindern wollten und wie Sie - jede nur so kleine Möglichkeit nutzten - May schlecht zu reden! May hätte bringen können, was sie wollte, es wäre nie durchgekommen und nein, es war kein knappes ja, es ist eine Volksmehrheit, die die Linken inkl Medien nicht akzeptieren wollten! Die Rechnung kommt, die neue Brexitpartei wird siegen und auch bei den EU Wahlen wird es einen Rechtsrutsch geben - da könnt ihr Medien noch so dagegen „Opposition“ machen - Danke für den angerichteten Schlamassel!
    • Juliet Bravo 24.05.2019 09:11
      Highlight Highlight In den Niederlanden offenbar schon mal nicht.
    • Amboss 24.05.2019 09:19
      Highlight Highlight Wer meinst du mit "die Medien"?
      In GB gibt es mindestens zehn grosse, landesweite Titel.
      Dazu wohl noch hunderte regionale.
      Dann mehrere TV-Stationen, Radiosender, Internetportale.
      Kann man die wirklich einfach als "die Medien" zusammenfassen?
    • Juliet Bravo 24.05.2019 09:21
      Highlight Highlight (Sind aber erst Nachwahlbefragungen)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alice36 24.05.2019 07:41
    Highlight Highlight Habe mich schon lange gewundert wieso sie sich das antut. Sie hatte definitiv nicht die Fähigkeiten die nötig gewesen wären um einen geordneten Brexit zu vollziehen. Auch der kleine Boris wird's nicht richten, das Einzige was der fertigbringen würde ist der ungeordnete Brexit mit katastrophalen folgen für das englische Volk. Einzig ein par noch nicht verarmte, alte Aristokraten würden vielleicht profitieren und könnten weiter vom ihrem alten Empire träumen das schon lange verloren ist.
  • Korrekt 24.05.2019 07:28
    Highlight Highlight Dass der Brexit verbockt wurde ist uns ja allen klar aber ob das irgend ein anderer beliebiger PM besser hinbekommen hätte bezweifle ich. GB ist sich aufgrund seines politischen Systems nicht gewohnt den Konsens zu suchen um parteiübergreifend Lösungen zu schaffen; was aber eben hier alle hätten tun müssen und so die eigenen parteipolitischen Interessen hintenanstellen. Dass gewisse Politiker nicht volksnah sind stört primär die Medien aber solange jemand einen guten Job macht ist das doch den Wählern egal.
  • bebby 24.05.2019 07:18
    Highlight Highlight Ich finde diese Schlussfolgerung völlig unberechtigt. Eine grosse Mitschuld trägt Corbyn, der die Verhandlungen bis heute boykottiert, weil er nur an Neuwahlen bzw. dem Amt des PM für sich interessiert ist.
    Ein grosser Fehler, weil letztlich nun wohl der nächste PM aus den Reihen der Brexitbefürworter stammen wird.
    May hat schon recht, wenn sie sagt, dass es keinen Besseren Deal geben wird, allerdings auch für die EU. Der nächste PM wird vermutlich einen hard Brexit anstreben und der ist auch für die EU eine Katastrophe.
    Ein hoch auf eine standhafte PM May, besser wirds nimmer.
    • DemonCore 24.05.2019 12:36
      Highlight Highlight Corbyn sitzt aber in der Opposition. Er hat kein Mandat der Wähler.
    • bebby 24.05.2019 21:07
      Highlight Highlight Ja, aber Corbyn hätte mit den Stimmen der Labour den Vertrag durchbringen können zusammen mit den Befürwortern bei den Tories.
    • DemonCore 24.05.2019 21:20
      Highlight Highlight Er wollte aber die Zollunion drin haben, wegen seinen Arbeitern. Das wollten aber die Brexters um's Verrecken nicht.
  • zeusli 24.05.2019 07:16
    Highlight Highlight Der Brexit hat doch nicht die Premiereministerin alleine in den Sand gesetzt. Es war eigentlich von Anfang an klar das es den Foifer und s Weggli nicht geben wird. Befürworter und Gegner haben das nie wirklich wahr haben wollen.
    • salamandre 24.05.2019 07:24
      Highlight Highlight ...und das Weggli am Liebsten noch schön eingepackt!
    • zeusli 24.05.2019 09:30
      Highlight Highlight @salamandre eingepackt in weiterhin Zollfrei handeln und reisen und no eis zwei Subcentiöndli aus Brüssel?
  • Amboss 24.05.2019 07:02
    Highlight Highlight Das finde ich jetzt eine sehr harte Abrechnung mit Frau May. Klar, sie ist gescheitert, aber der Vorwurf, sie hätte fast alles falsch gemacht, finde ich nicht korrekt. Weil man schlichtweg nur spekulieren kann, was gewesen wäre wenn sie es anders gemacht hätte.

    Ich würde eher sagen, sie hat alles richtig gemacht:
    - sie wollte den Volkswillen (Brexit) umsetzen
    - sie hat einen gangbaren Weg präsentiert
    Und ist gescheitert, weil die GB-Politik einfach kompliziert ist.

    Aber kompliziert wäre es auch, wenn sie anders vorgegangen wäre.
    Und kompliziert wird es auch für Johnson bleiben.
  • Scaros_2 24.05.2019 06:55
    Highlight Highlight Zu ihrer Verteidigung. NIEMAND auf dieser Insel kann den Brexit vollziehen. Es ist nicht möglich. Es wird so lange gewurstelt und gejammert und und und.......am schluss wird der Brexit Rückgängig gemacht.
    • AdvocatusDiaboli 24.05.2019 07:19
      Highlight Highlight Brexit war eben nur was das Volk wollte. Es konnte daher nur scheitern.
    • Sarkasmusdetektor 24.05.2019 09:04
      Highlight Highlight Oder es wird einfach weiter gewurstelt, weil der Weg zurück für jeden PM genauso politischer Selbstmord ist.
    • Juliet Bravo 24.05.2019 09:18
      Highlight Highlight Mal schauen, was Johnson erreicht. Hart austreten kann man ja immer. Fragt sich halt, wie lange es geht, bis die Brexiteers sich dann wieder beklagen. Ich sehe sie schon, ganz erstaunt, dass man ihnen keinen roten Teppich ausrollt am rumheulen. Also: auf gehts Boris!
    Weitere Antworten anzeigen

Reis zum selber Abfüllen – so sagen die Detailhändler dem Plastik den Kampf an

Das Plastik muss weg. Das haben auch die Detailhändler erkannt. Intensiv arbeiten sie an alternativen Verpackungsmöglichkeiten. In fünf Migros-Filialen wird derzeit gar ein Offenverkauf von Reis und Hülsenfrüchten getestet.

Geschälte Orangen in Plastik verpackt, gedämpfte Kartoffeln frisch vakuumiert: Immer wieder ernten Detailhändler für ihre Verpackungsmethoden harsche Kritik in den sozialen Medien.

Die hiesigen Detailhändler wehren sich gegen die Vorwürfe und gehen in die Offensive. In fünf Migros-Filialen in Genf wird derzeit der Offenverkauf von Reis und Hülsenfrüchten getestet.

«Die Kunden sind begeistert vom Angebot, auch weil sie kleinere Mengen abfüllen können», sagt Mediensprecher Tristan Cerf. …

Artikel lesen
Link zum Artikel