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Mario Frick und der FC Vaduz jubeln über den Aufstieg.
Mario Frick und der FC Vaduz jubeln über den Aufstieg.
Bild: keystone

Der FC Vaduz steigt trotz verrückter 3:4-Niederlage gegen Thun in die Super League auf

Thun steigt nach zehn Jahren aus der Super League ab. Die Mannschaft von Trainer Marc Schneider kam im Rückspiel der Auf-/Abstiegsbarrage zuhause gegen Vaduz nicht über ein 4:3 hinaus und zog mit dem Gesamtskore von 4:5 den Kürzeren.
10.08.2020, 21:37

Vaduz, das sich als viertes unterklassiges Team in der Barrage durchsetzte, nimmt damit in der Super League den Platz von Thun ein. Die Liechtensteiner steigen zusammen mit Lausanne-Sport auf, Zweiter Absteiger neben Thun ist Neuchâtel Xamax.

Nach dem 0:2 am Freitag in Vaduz begann Thun im Rückspiel auf dem heimischen Kunstrasen deutlich energischer. Dennoch gerieten die Gastgeber durch einen von Mohamed Coulibaly vollendeten Konter in der 19. Minute in Rückstand. Mit dem Ausgleich durch einen abgelenkten Kopfball von Basil Stillhart und dem schnellen 2:1 durch einen Weitschuss von Leonardo Bertone, der im Hinspiel lange geschont worden und nun an den beiden ersten Thuner Toren beteiligt war, kehrte die Hoffnung noch einmal zurück.

Coulibalys zweiter Treffer in der 51. Minute und das 3:2 für die Gäste durch den ebenfalls starken Tunahan Cicek (69.) waren schliesslich entscheidend. Mehr als das 3:3 durch Ridge Munsy in der 87. und das 4:3 durch den eingewechselten Simone Rapp in den letzten Sekunden der Nachspielzeit gelang den Thunern nicht mehr.

Startschwierigkeiten mit Folgen

Für Thun endete damit die wechselhafte Saison mit dem Abstieg nach zehn Jahren. Das 4:3 nach dem 0:2 in der Barrage war insofern bezeichnend für die Saison, als der Einstieg missglückte – mit letztlich schweren Folgen. Ausschlaggebend war neben der Niederlage im Hinspiel in Vaduz primär die komplett missratene Hinrunde mit nur zwei Siegen aus 18 Spielen.

«Wir hätten zu gerne gezeigt, dass man mit neun Punkten aus der Hinrunde auch ohne Trainerwechsel den Ligaerhalt schaffen kann.»
Thuns Präsident Markus Lüthi.

Eine starke Aufholjagd führte den mit bescheidenem Budget wirtschaftenden Klub, der sich während vielen Jahren verblüffend souverän in der Super League hielt, zwischenzeitlich auf den rettenden 8. Platz. Im Finish brachten sich die Thuner aber um die Früchte der frappanten Steigerung – zuerst mit dem 3:3 (nach 0:3) im letzten Ligaspiel gegen den FC Zürich, dann mit dem Scheitern in der Barrage.

Grosse Enttäuschung beim FC Thun.
Grosse Enttäuschung beim FC Thun.
Bild: keystone

«Leider brachten wir unseren Aufwärtstrend nicht über die Ziellinie. Wir hätten zu gerne gezeigt, dass man mit neun Punkten aus der Hinrunde auch ohne Trainerwechsel den Ligaerhalt schaffen kann. Kompliment aber an Vaduz, das über beide Spiele gesehen die bessere Mannschaft war», befand Thuns Präsident Markus Lüthi. Wie und mit wem es im Hinblick auf die am 11. September beginnende Challenge-League-Saison weitergeht, ist noch offen: «Dass es auf allen Ebenen zu einem Umbruch kommt, ist klar. Wir werden in den nächsten Tagen alle Bereiche ausleuchten und spätestens Ende nächster Woche kommunizieren.» Beim letzten und bislang einzigen Abstieg schafften die Berner Oberländer den Wiederaufstieg in der zweiten Saison.

Überwältigter Mario Frick

Vaduz seinerseits legte ebenfalls einen Steigerungslauf hin und knickte im Gegensatz zu Thun am Ende nicht mehr entscheidend ein. In der zweiten Saison unter Trainer Mario Frick bezahlten die Liechtensteiner zu Beginn der Meisterschaft für den Kräfteverschleiss in der Qualifikation zur Europa League, in der sie erst in der 3. Runde an Eintracht Frankfurt scheiterten.

«Was der Verein geleistet hat, seit ich Trainer bin, ist grossartig.»
Vaduz-Trainer Mario Frick.
Mario Frick ist stolz auf alle, die mitgewirkt haben.
Mario Frick ist stolz auf alle, die mitgewirkt haben.
Bild: keystone

Nach nur einem Sieg aus den ersten acht Ligaspielen setzten sie vom vorletzten Platz zur Aufholjagd an, die sie zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in die Super League führte. Mit 38 Punkten war Vaduz vor dem direkten Aufsteiger Lausanne-Sport die stärkste Mannschaft der Rückrunde.

«Diesen Aufstieg haben wir uns über die ganze Saison verdient. Was der Verein geleistet hat, seit ich Trainer bin, ist grossartig. Ich bin extrem stolz auf alle, die an dieser Entwicklung mitgewirkt haben. Die Mentalität in der Mannschaft hat sich total geändert. Jetzt wird eine Nacht lang gefeiert. Das haben wir uns verdient», sagte Aufstiegscoach Frick.

Das Telegramm

Thun - Vaduz 4:3 (1:1) – Hinspiel 0:2
1000 Zuschauer. - SR Jaccottet. -
Tore: 19. Coulibaly (Schwizer) 0:1. 41. Büchel (Eigentor) 1:1. 47. Bertone (Bandé) 2:1. 51. Coulibaly (Manuel Sutter) 2:2. 69. Cicek (Coulibaly) 2:3. 87. Munsy (Ahmed) 3:3. 94. Rapp (Tosetti) 4:3.
Thun: Faivre; Joss (53. Tosetti), Havenaar (71. Nicola Sutter), Stillhart, Hefti; Bertone, Karlen, Hasler; Bandé (53. Ahmed), Munsy, Breitenmoser (67. Rapp).
Vaduz: Büchel; Rahimi, Schmid, Simani; Dorn, Lüchinger, Wieser (70. Prokopic), Schwizer (78. Djokic); Cicek (78. Frick); Coulibaly (70. Milinceanu), Manuel Sutter (55. Gasser).
Bemerkungen: Thun ohne Kablan, Salanovic und Castroman (alle verletzt). Vaduz ohne Gajic (verletzt). 90. Gelb-Rote Karte gegen Lüchinger (Foul). Verwarnungen: 24. Dorn (Foul). 25. Cicek (Reklamieren). 27. Hasler (Foul). 30. Schwizer (Unsportlichkeit). 64. Lüchinger (Foul).

(zap/sda)

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