Aarau möchte endlich aufsteigen – wieder könnte Vaduz der Spielverderber sein
Seit elf Jahren steckt der FC Aarau in der Challenge League fest. Aus den einst «Unabsteigbaren» wurden längst die «Unaufsteigbaren». Schon mehrmals waren die Aarauer dem Aufstieg ganz nah, doch immer wieder scheiterten sie vor allem an sich selbst. Am meisten bleibt natürlich das Barrage-Drama aus dem Jahr 2019 im Gedächtnis.
Nach einem 4:0-Auswärtserfolg bei Neuchatel Xamax war in der gesamten Stadt alles vorbereitet für eine grosse Aufstiegsfeier. Aber die Rüeblistädter verspielten den Vorsprung auf dramatische Art und Weise und mussten sich schlussendlich im Elfmeterschiessen geschlagen geben. Erst in der letzten Saison erreichte Aarau mal wieder die Barrage, blieb aber gegen GC chancenlos.
Auch vor vier Jahren viel Drama
Dazwischen war aber ein weiteres Mal alles für eine Aufstiegsfeier vorbereitet. Vor dem letzten Spieltag in der Saison 2021/22 führte Aarau die Challenge-League-Tabelle mit drei Punkten vor Winterthur und Schaffhausen an. Zum Abschluss der Saison trafen die Aargauer auf Vaduz, welches weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun hatte. Doch die Liechtensteiner hatten keine Lust auf eine Aufstiegsfeier auf dem Brügglifeld und bodigten die Aarauer mit 2:1. Weil Winterthur und Schaffhausen ihre Partien gewinnen konnten, flossen in Aarau mal wieder Tränen statt Champagner.
Ausgerechnet Vaduz ist das Team, welches Aarau den direkten Aufstieg in dieser Saison noch streitig machen kann. Doch auch im Ländle scheint sich die Nervosität langsam einzuschleichen. Am letzten Wochenende liess das Team von Trainer Marc Schneider gegen Lausanne-Ouchy überraschend Punkte liegen. Aarau nutzte dies aus und ist drei Spieltage vor dem Ende nur noch zwei Zähler hinter dem Leader.
Da es nach dem heutigen Spieltag (Vaduz auswärts gegen Étoile Carouge und Aarau zu Hause gegen Stade Nyonnais) am kommenden Montag zum Direktduell zwischen den beiden Aufstiegsaspiranten kommt, könnte Aarau bereits dann aufsteigen. Sollte Vaduz heute verlieren und der FCA einen Dreier einfahren, würde den Aargauern ein Sieg im Ländle reichen, um in die Super League zurückzukehren.
Vaduz frischgebackener Cup-Sieger
Auf der anderen Seite reichen den Vaduzern zwei Siege in den kommenden zwei Partien, um nach fünf Jahren in das Oberhaus zurückzukehren. Erst vor drei Tagen feierte Vaduz den ersten Titel der Saison, als es sich im Final des Liechtensteiner Cups mit 4:3 gegen Aussenseiter Eschen-Mauren durchsetzen konnte und sich damit den Platz in der Conference-League-Qualifikation sicherte. Die Vaduzer hatten überraschend grosse Mühe mit dem Vertreter aus der 1. Liga Classic, liessen sich den 52. Cupsieg der Vereinsgeschichte aber nicht nehmen. Zu sehr wurde der Erfolg aller Voraussicht nach mit Blick auf den Aufstiegskampf wohl nicht gefeiert.
Étoile Carouge (auswärts)
Aarau (heim)
Wil (auswärts)
Aarau
Stade Nyonnais (heim)
Vaduz (auswärts)
Yverdon (heim)
Vor dem Schlussspurt der Saison spricht besonders der Heimvorteil im Direktduell mit Aarau für die Vaduzer. In den bisherigen drei Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit konnte sich immer das Heimteam durchsetzen. Anders als die Aarauer hatte Vaduz in den letzten Jahren nie etwas mit dem Aufstieg zu tun. Zwar belegte der FCV vor zwei Jahren den dritten Platz, hatte aber 27 Punkte weniger auf dem Konto als das zweitplatzierte Thun.
Das Team, welches in dieser Saison den Kürzeren ziehen wird, hat einen Barrageplatz bereits sicher. In dieser wartet sicherlich ein Team aus dem Kanton Zürich. Aller Voraussicht nach wird es GC sein. Die Hoppers liegen drei Spieltage vor dem Saisonende sieben Punkte vor Schlusslicht Winterthur, aber auch acht Zähler hinter Stadtrivale Zürich.
