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Costa Rica entschuldigt sich für fragwürdige Empfehlungen an Touristinnen

19.01.2022, 04:50

Costa Ricas Regierung hat sich für umstrittene Sicherheitsempfehlungen an Touristinnen entschuldigt. Die Entschuldigung für die «Fehler» in einem Leitfaden der Tourismus- und Frauenministerien richte sich an alle Frauen, teilte das Präsidentenamt am Dienstag mit. Darin war Besucherinnen unter anderem geraten worden, sich in dem mittelamerikanischen Land zu ihrer Sicherheit wie Einheimische zu kleiden, um nicht aufzufallen. Sie sollten zudem nicht nachts alleine zu Fuss unterwegs sein, beim Konsum von Alkohol oder Drogen nicht die Kontrolle verlieren und mit «freundlichem oder vertrauensvollem Verhalten» vorsichtig sein.

Touristinnen wurde empfohlen, sich mehr wie einheimische Frauen zu kleiden.
Touristinnen wurde empfohlen, sich mehr wie einheimische Frauen zu kleiden. imago images

Der Leitfaden war bereits im Juni vergangenen Jahres im Internet veröffentlicht worden. Nach einem sexuellen Übergriff auf eine Touristin aus Dänemark in der Nacht zum 6. Januar im Karibikort Puerto Viejo wurde abermals auf die Empfehlungen aufmerksam gemacht.

Verschiedene Aktivistinnen und Politiker warfen der Regierung daraufhin vor, Opfern sexueller Gewalt die Schuld für das ihnen zugefügte Leid zuzuschieben. Der Leitfaden wurde inzwischen von der Website des Tourismusministeriums entfernt. Staatspräsident Carlos Alvarado ordnete an, das Dokument zu überarbeiten. (saw/sda/dpa)

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111 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hans Doe
19.01.2022 06:59registriert Juni 2018
Also diese Ratschläge sind eigentlich sehr sinnvoll und sollten in ganz Lateinamerika befolgt werden. Es ging sicher nie darum, den Frauen eine Schuld zuzuschreiben. Natürlich ist es eigentlich falsch, wenn sich die potentiellen Opfer einschränken müssen, aber das grundsätzliche Problem in Lateinamerika wird durch den extrmen Machismo extrem langwierig sein zu lösen.
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Swen Goldpreis
19.01.2022 07:11registriert April 2019
Bevor ich auf einen Fussgängerstreifen laufe, schaue ich kurz, ob die sich nahenden Auto mich auch wirklich gesehen haben und abbremsen. Denn wenn ich nach einem Unfall schwerverletzt im Krankenhaus aufwache, nützt es mir wenig, dass ich zu hundert Prozent im Recht war.

Wenn ich ein Land mit hoher Kriminalität besuche, fuchtle ich nicht mit der teuren Fotoausrüstung rum oder zeige meinen Goldschmuck. Was nützt es mir, dass ich im Recht bin, wenn ich überfallen werde?

Ich frage mich, wieso das bei jedem Thema so ist und nur unsere Feministinnen gegen Menschenverstand polemisieren?
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BG1984
19.01.2022 06:38registriert August 2021
Grundsätzlich sollte das für alle Touristen gelten, auch für Männer. Das überhebliche getue von manchen europäischen Touristen in armen Ländern ist unerträglich. Und dann noch so tun als ob man den Leuten dort hilft, ein Selfie mit ein paar Schulkindern und schon sind die Emissionen des Fluges gerechtfertigt.
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