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Marco Chiesa soll SVP-Präsident werden – Andreas Glarner zieht sich zurück

30.07.2020, 18:5230.07.2020, 21:17
Marco Chiesa
Marco ChiesaBild: PARTEI

Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa soll das Präsidium der SVP übernehmen. Die Findungskommission hält ihn für den besten Kandidaten und schlägt dem Parteiausschuss vor, ihn am 22. August ins Präsidium zu wählen. Chiesa hat die Kandidatur angenommen.

Dies teilte die Kommission am Donnerstag mit. Chiesa sei in der Findungskommission von Anfang an einer der Wunschkandidaten gewesen, schreibt die Findungskommission in der Mitteilung. Er habe aber Ende Februar aus beruflichen Gründen absagen müssen, da seine damalige Stelle als Leiter eines Alterszentrums mit über 80 Mitarbeitern ein zusätzliches Engagement als SVP-Präsident ausschloss.

Chiesa habe unterdessen seine heutige Stelle gekündigt, um sich beruflich neu zu orientieren. Damit sei für ihn die Übernahme des Parteipräsidiums möglich geworden.

Der Parteiausschuss kann am 22. August in Brugg das Präsidium neu bestellen. Neben Chiesa stehen der Aargauer Nationalrat Andreas Glarner (57) und der Zürcher Nationalrat Alfred Heer (58) als Kandidaten zur Verfügung.

Dass aber einer der beiden Politiker Albert Rösti als Parteipräsidenten beerben wird, war immer unwahrscheinlicher geworden. Immer wieder machten neue Namen in den Medien die Runde, um kurze Zeit wieder abzusagen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es im engsten Kreis der SVP starke Widerstände gibt gegen einen Präsidenten Glarner oder Heer.

Auf Anfrage von« Blick» erklärte Andreas Glarner bereits, seine Kandidatur zurückzuziehen. «Ich finde das eine sehr gute Lösung», sagte er. Er habe bereits das Schlimmste befürchtet. «Es wurden ja sehr viele Namen genannt. Nicht alle wären qualifiziert gewesen.»

Zieht seine Kandidatur zurück: Andreas Glarner.
Zieht seine Kandidatur zurück: Andreas Glarner.Bild: keystone

Präsident aus lateinischer Schweiz wäre «Glücksfall»

Mit Chiesa schlägt die Partei einen Vertreter aus dem Südkanton vor. Es sei ein Glücksfall, wenn der künftige Parteipräsident aus der lateinischen Schweiz komme, schreibt die Findungskommission, da es in der folgenden Amtsperiode vor allem darum gehe, die SVP in der Romandie zu stärken. Chiesa habe zudem im Tessin solide Aufbauarbeit für die SVP geleistet - zuerst im Gemeinderat der kleinen Gemeinde Villa Luganese, nach deren Fusion mit der Stadt Lugano im Gemeinderat von Lugano und zuletzt im Tessiner Grossrat.

Chiesa politisiert gemäss Mitteilung gegen die «unkontrollierte Zuwanderung», die Staus auf den Strassen, die steigenden Immobilienpreise und gegen eine «unfaire Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt». Er wurde im Frühjahr 2018 zusammen mit der Bündner SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ins Vizepräsidium der SVP gewählt.

Gemäss Mitteilung ist Chiesa verheiratet und Vater von zwei Kindern und hat ein Studium in Betriebswirtschaft an der Universität in Freiburg abgeschlossen. Chiesa spricht demnach fliessend italienisch, französisch sowie gut deutsch. (cma/sda)

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chancho
31.07.2020 01:09registriert Februar 2020
Macht sicher Sinn für die Führung eines Familienclans einen Italiano zu beauftragen.
Die haben ja seit Jahrhunderten Erfahrung mit der Organisation solcher Strukturen.
Bei Infantino hat es sich ja schliesslich auch bewährt.
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N. Y. P.
30.07.2020 19:48registriert August 2018
Frage an die SVP:

Wieso heisst eure Kommission Findungskommission, wenn ihr von Anfang an einen Favoriten habt ?

Glarner und Heer, die armen Tröpfe, wurden glatt vorgeführt.

Der Gottvater der SVP will also Marco Chiesa als nächsten Präsident. Das Urteil ist gesprochen.
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Lowend
30.07.2020 19:40registriert Februar 2014
Schau an, ein Studierter aus der Bildungselite, der Blocher genehm ist. Ob der den nötigen Stallgeruch mitbringt wage ich zu bezweifeln, aber immerhin wollte er nicht und musste nun zu seinem Glück gezwungen werden, also genau die gleiche öde, aber rührselige Story wie wie bei der grauen Eminenz, die bei der SVP die Fäden zieht.
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