Gesellschaft & Politik
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Video: Youtube/watson (Musik: Big Zis)

Vom potentiellen Täter zum Opfer

Es ist Nacht. Eine Frau fühlt sich verfolgt. Der «Verfolger» merkt es. Was nun?

Viele Frauen fürchten sich, wenn sie nachts allein unterwegs sind. Vor allem dann, wenn sie plötzlich Schritte hinter sich hören, und ihnen ein Mann – wenn auch nur zufällig – auf den Fersen ist. Doch wie empfindet der vermeintliche Verfolger eine solche Situation?



«Wie fühlt es sich an, nachts eine Frau zu sein?» Unter diesem Titel macht aktuell ein Video im Internet die Runde, in dem Frauen zu sehen sind, die davon berichten, wie sich sich fühlen, wenn sie nachts allein auf der Strasse unterwegs sind. Allesamt berichten von einem mehr oder weniger ausgeprägten Angstgefühl und von verschiedenen Methoden, die sie anwenden, um sich sicherer zu fühlen. 

Eine von ihnen hat stets ein Taschenmesser dabei, die nächste wählt jeweils auf ihrem Handy die Nummer der Polizei, um im Fall des Falles nur noch auf die Anruftaste drücken zu müssen und die Dritte klemmt sich ihre Schlüssel zwischen die Finger, um jederzeit «kampfbereit» zu sein. Ihre Angst begründen sie damit, dass man in den Medien so häufig mit Gewalt konfrontiert wird und das abfärbe. So wie den Frauen im Video geht es wahrscheinlich vielen. 

Doch wir fragen uns: «Wie fühlt es sich an, in der gleichen Situation ein Mann zu sein?» Sind sich Männer diesen Ängsten der Frauen bewusst? Spüren sie sie vielleicht sogar? Und handeln sie deswegen entsprechend? Unsere Umfrage zeigt, dass viele Männer selber schon damit konfrontiert waren, dass eine Frau vor ihnen grundlos weggelaufen ist oder sich zumindest zu fürchten schien (siehe Video ganz oben).

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    Alle Leser-Kommentare
  • qumquatsch 23.05.2014 16:40
    Highlight Highlight Ich finde das Thema spannend, jedoch dürfte sich durchaus die Frage stellen (wie ihr korrekt bemerkt habt) wie sich wohl Männer fühlen wenn sie unterwegs sind... Ich selbst wie auch viele andere Männer welche ich kenne (aller Statur und Nationalität) hatten bereits effektiv Probleme in solchen Situationen und seither sind wir oftmals ungern alleine unterwegs. Leider wird nach wie vor vielen Mädchen zuhause beigebracht wie gefährlich die Welt ist und eigentlich damit vorallem Angst und Schrecken verbreitet...
  • Zeit_Genosse 23.05.2014 09:14
    Highlight Highlight Frau und Mann können hierzu vieles Beitragen. Gefühlt verfolgte, können sich der unangenehmen Situation, je nach Mut stellen. Stehenbleiben und in die Richtung des vermeintlichen Verfolgers blicken. Damit schafft man sich einen Überblick über die Situation und stellt den Verfolger mit Blickkontakt aus der Ferne. Oder stehenbleiben und umkehren, gerade wegs auf das Verfolgergeräusch zulaufen. Damit wird ein vermeintlicher Verfolger überrascht und man behält in der Situation Oberhand. Eher in belebteren Gegenden zu empfehlen. Die Strassenseite 1-2Mal wechseln, um die Situation eindeutiger einschätzen zu können. Warten, bis andere Menschen den gleichen Weg gehen. Oder stehenbleiben um einen Freund in der Gegend anrufen, um einen Besuch machen zu können, oder dem Verfolger zu zeigen, dass man nicht alleine ist. Als vermeintlicher Verfolger, sollte man das "Spiel" sofort unterbrechen und Abstand halten, resp. auch die Strassenseite wechseln. Einfach der Situation zu liebe. Aus meiner Kampfsporterfahrung weiss ich um die Körpersprache. Wer davonläuft, signalisiert, dass er ein potenzielles Opfer ist und Unsicherheit zieht an. In guten Selbstverteidigungskursen lernt man mit solchen Situationen umzugehen, indem man nicht zuwartet, sondern eine klare Strategie für solche Situationen hat. Wer auf Waffen (Messer, Schlüssel, usw.) setzt, der muss damit im Extremfall umgehen können. Das ist meist nicht der Fall. Auch der Umgang mit dem Pfefferspray muss gelernt sein und in Millisekunden einsatzbereit sein. Was da in Frauenhandtaschen verborgen herumliegt, wird im Ernstfall nicht für eine Verteidigung reichen. Wer Angst hat, soll den Pfeffer-Abwehrspray in die Hand nehmen und so entschlossen aus der Verfolgungssituation herauslaufen. Vermeintliche Verfolger sollten dazu abstand halten, denn ein Irrtum brennt ganz schön in den Augen.
  • Maya Eldorado 23.05.2014 04:14
    Highlight Highlight Ich war selbst schon mal massiv Opfer geworden. Mitten in der Nacht, in einem Industriequartier hält ein Mann mit dem Auto, sagt was zu mir. Ich verstehe nicht, mache einen Schritt zum Auto. Der will mich hineinreissen. Es war eindeutig. Ich konnte ihm so eins verpassen, dass er von mir liess. Es muss ihm sehr weh getan haben. Ich rannte davon. Ich hör den heute noch schreien, wenn ich daran denke.
    Ich fühlte mich hin und hergerissen, zurückzugehen und zu schauen, wie's ihm geht oder weiter davonzurennen. Die Angst hat gesiegt. Da war ich 20 Jahre alt.

    Ansonsten schaue ich, dass ich mit dem Velo unterwegs bin. Da bin ich schneller gegenüber den Fussgängern und wendiger als die Autofahrer.

    Inzwischen bin ich auch älter geworden - nächstens 67. Da ist dann eher Schmuck, Portemonnaie, Ausweise; Kredikarten und Natel in Gefahr.
    Da habe ich folgende Lösung gefunden. Ich kaufe am Flohmarkt oder oder sonst second-hand eine hübsche billige Handtasche, sowie Portemonnaie. Da mache ich allerhand Krimskrams hinein und ins Portemonnaie ein wenig Münz, ungültige Kreditkarten und so. Natel nehme ich dann mein zweites billiges mit Prepaid mit. So muss ich mich nicht wehren, oder nur dem Schein nach. Und bis der gemerkt hat, dass nichts Lukratives drin ist, bin ich schon ein gutes Stück weiter.

    Ansonsten finde ich es gut, sie genau zu beobachten und ihnen in die Augen zu schauen.
  • giuliendante 22.05.2014 21:05
    Highlight Highlight Toller Perspektivenwechsel. Ihr watson-Typis macht alles richtig.

Wie Henrik* jahrelang die Schläge seiner Frau über sich ergehen liess

Henrik erträgt die Schläge seiner Frau. Erst durch die Intervention der Nachbarn beschliesst er, auszuziehen. Dies ist kein Einzelfall, doch die Betroffenen schweigen meist aus Scham.

Ein dumpfer Schmerz durchzuckt Henrik (Name geändert). Ein Blick auf den Wecker, es ist 3 Uhr nachts. Die Fäuste fliegen, ein regelrechter Faustregen prasselt auf ihn nieder, wie so oft grundlos, aus dem Tiefschlaf. Henrik versucht, ruhig zu bleiben und wehrt sich nicht, denn er ist überzeugt, dass es nicht mehr lange dauert.

Er versucht sich mit Armen und Händen zu schützen. Trotzdem trifft ihn ein harter Faustschlag mitten ins Gesicht, die Nase knackt, es wird ihm schwindlig. Danach beginnt …

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