Schweiz
Interview

Gregor Rutz reagiert auf Resultat der SRG-Initiative

Gregor Rutz
Gregor Rutz ist Nationalrat für die SVP und Teil des Komitees der Initiative «200 Franken sind genug!» (SRG-Initiative).Bild: watson
Interview

«Das Volk hat heute nicht Nein gesagt» – so reagiert SVP-Rutz auf das SRG-Resultat

Das Stimmvolk verwirft die SRG-Initiative deutlich. SVP-Nationalrat und Mitglied des Initiativkomitees Gregor Rutz nimmt Stellung.
08.03.2026, 17:0508.03.2026, 17:05

Herr Rutz, wie gross ist Ihre Enttäuschung über das Nein zur SRG-Initiative?
Gregor Rutz:
Ich habe Freude, wie der Abstimmungskampf abgelaufen ist und welche Diskussionen stattgefunden haben. Es ist das erste Mal, dass wir gesagt haben: Wir müssen etwas für die Medienvielfalt tun und die SRG muss sich stärker auf den Kernauftrag fokussieren. Es standen zwei Varianten im Raum: Entweder 200 oder 300 Franken Serafe-Gebühr. Die Mehrheit der Bevölkerung hat jetzt den Vorschlag des Bundesrats, künftig noch 300 Franken zu zahlen, unterstützt. Gar nichts zu tun, war keine Option. Ich bin darum sehr entspannt, was das Resultat anbelangt. Aber ich sehe auch die Arbeit, die noch vor uns liegt.

«Ich bin sehr entspannt, was das Resultat anbelangt.»

Sie sehen sich also trotz allem als Gewinner?
Gewinner ist das falsche Wort. Gewinnen müssen die Demokratie und die Medienvielfalt. Ich bin beruhigt, dass sich die Regierung wegen dieser Initiative zum ersten Mal zum Handeln entschlossen hat, um die Rahmenbedingungen für die Privaten zu verbessern und den Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken.

Darum ging es bei der SRG-Initiative:

Video: watson/hanna hubacher, michael shepherd

Trotzdem: Die Ablehnung war deutlich – die Hochrechnungen gehen von 62 Prozent Nein-Stimmen aus. Politisieren Sie am Stimmvolk vorbei?
Nein. Das Volk hat heute nicht Nein gesagt. Das Volk hat heute Ja zum Vorschlag des Bundesrats gesagt. Es gab keinen Gegenvorschlag, nichts zu tun. Es war ein Entscheid um eine Nuance – ob wir noch 200 oder 300 Franken bezahlen. Als die Idee mit den 200 Franken 2009 zum ersten Mal aufkam, lag die Gebühr noch bei 462 Franken. Jetzt sind wir bald auf 300. Ich denke durchaus, dass sich diese Diskussion gelohnt hat.

«Es war ein Entscheid um eine Nuance.»

Müsste man in Zeiten von KI und Fake News nicht die unabhängigen Medien stärken? Anders gefragt: Wollen Sie schwache Medien?
Nein, ich will starke, unabhängige Medien und eine Vielfalt. Und das sind eben die Privaten. Die SRG ist ein einziges Institut und sie ist keine Versicherung gegen Fake News. Auch bei der SRG gibt es Fehler bei der Berichterstattung. Und darum ist die Vielfalt wichtig. Damit die Bevölkerung die verschiedenen Meinungen sieht. So kann man am besten gegen Fake News vorgehen. Was wir aber diskutieren müssen, ist die Stärkung der Aufsichtsorgane. Das BAKOM muss hier bessere Arbeit leisten. Die unabhängige Beschwerdeinstanz braucht mehr Ressourcen und mehr Kompetenzen, was das Beweiserhebungsverfahren und die Sanktionsmöglichkeiten anbelangt.

«Die unabhängige Beschwerdeinstanz braucht mehr Ressourcen.»

Also mehr Kontrolle der Medien?
Ja, dafür sind die Aufsichtsinstanzen ja da. Damit man sich mit Beschwerden an sie wenden kann und damit sie beurteilen können, ob richtig berichtet worden ist – oder eben nicht.

Es ist nach der No-Billag-Initiative das zweite Mal, dass das Stimmvolk eine Initiative, die die SRG angreift, klar ablehnt. Lassen Sie das Thema SRG nun ruhen?
Im Gegenteil. Es war ja ein deutliches Ja zu den Massnahmen des Bundesrats. Und jetzt müssen wir dafür sorgen, dass diese schnell und effizient umgesetzt werden. Es stehen viele weitere Gesetzgebungsprojekte an, die eine medienpolitische Relevanz haben, etwa die KI- und Plattformregulierung oder das Urheberrechtsgesetz. Hier müssen wir schauen, dass die unternehmerische Freiheit geschützt wird. Das ist die beste Versicherung für eine starke Demokratie.

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126 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cariolis1203
08.03.2026 17:10registriert Juli 2021
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Volk "Nein" gesagt hat.. Aber Leseverständnis ist ja zum Glück keine Voeaussetzung für eine politische Karriere..
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baBIELon
08.03.2026 17:16registriert August 2016
Das verdrehen von Tatsachen und uminterpretieren von Fakten ist die lieblings Disziplin der Populisten!
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Dodo9090
08.03.2026 17:16registriert März 2023
Ich finde es schwierig wie hier vonRutz dargestellt wird, dass das Volk zwischen 200 und 300Fr gewählt hat und ja zu 300 gesagt hat. Weil zu dieser kürzung konnte das Volk nichts sagen. Das einzige was nun bekannt ist, dass das Volk ganz klar keine halbierung des Budget wollte. Ob es die andere kürzung annehmen würde, wüssten wir nur bei einer erneuten Abstimmung
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