Motorsport
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Carlos Sainz: Kann der Spanier im Renault vorne mitmischen? Bild: EPA/EFE

Die grosse Hoffnung, dass die Top-Teams der Formel 1 näher zusammengerückt sind

Die Formel 1 präsentiert sich vor der neuen Saison im gewohnten Kleid. Die Zeit für Reformen ist auch im zweiten Jahr unter der neuen Führung noch nicht reif. Die Hoffnungen auf Veränderungen beschränken sich auf den sportlichen Bereich.

22.03.18, 21:33

David Bernold



Am Wochenende beginnt mit dem Grossen Preis von Australien die neue Formel-1-Saison. Im Hochgeschwindigkeits-Business ist neben den Rennstrecken Schritttempo angesagt. Daran wird sich in absehbarer Zeit nicht allzu viel ändern, denn die Möglichkeit, bei der Überarbeitung der prägenden Sachverhalte innert Kürze ein paar Gänge höher zu schalten, ist nicht gegeben. Entsprechend ist es bisher bei Veränderungen in weniger wichtigen Angelegenheiten geblieben – bei der Abschaffung der Grid-Girls etwa oder der Einführung eines neuen Logos für die Formel 1.

Da waren sie noch geduldet: Grid Girls beim GP von Japan im letzten Herbst. Bild: EPA

Pläne und Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen gibt es mehrere. Bei der Umsetzung ist aber Geduld gefragt, denn den Gesandten des neuen Besitzers, dem amerikanischen Unternehmen Liberty Media, sind durch bestehende Verträge die Hände gebunden. Die von Bernie Ecclestone übernommenen Altlasten lassen im Moment keine Reformen grosser Tragweite zu.

Bremsklötze Altlasten

Das Concorde Agreement, in dem die Rechte und Pflichten der Teams verankert sind und das somit das wegweisende Dokument in der Formel 1 ist, ist bis ins Jahr 2020 sakrosankt. In den nächsten drei Jahren können nicht einmal im Ansatz Veränderungen erwartet werden.

Als weitere, noch schwerwiegendere Hypothek hat Ecclestone den neuen Machthabern die individuell mit den (einst) grossen Teams abgeschlossenen Zusatzvereinbarungen hinterlassen. Die Zusicherung, mindestens bis 2020 Teilnehmer an der Formel-1-WM zu sein, lassen sich Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Williams seit fünf Jahren mit hohen Boni abgelten. Die Scuderia als grösste Profiteurin darf sich pro Saison über eine ausserordentliche Überweisung von 100 Millionen Dollar freuen.

Was liegt drin für Sebastian Vettel und Ferrari? Bild: EPA/EFE

Dass solche Machenschaften bei den anderen Teilnehmern auf Unverständnis stossen, ist nachvollziehbar. Die zusätzlichen finanziellen Mittel lassen die Schere zwischen den grossen und den kleineren Equipen noch weiter aufgehen und führen zu einer Wettbewerbsverzerrung, die auch dem Sport selber nicht gut bekommt.

Careys schwierige Mission

Chase Carey, der neue starke Mann in der Formel 1, und seine Leute werden gefordert sein, einen Weg vorzugeben, der allen involvierten Parteien zusagt. Carey weiss selbstredend um die Schwierigkeit der Aufgabe in einem Umfeld, in dem der Eigennutz über das Gemeinwohl gestellt wird. Den unterschiedlichen Forderungen und Ansichten gerecht zu werden, wird der Quadratur des Kreises gleich kommen.

Boss mit Boss-Schnauz: Chase Carey. Bild: EPA

Carey wird zu einer Lösung kommen müssen, denn das Ergebnis der Verhandlungen wird wegweisend sein für die Zukunft der nach wie vor wichtigsten Meisterschaft im Automobilrennsport. Sie werden für die Qualität des Produktes Formel 1 entscheidend sein. Ausgeglichenheit garantiert spannende Wettkämpfe. Die krassen leistungsmässigen Unterschiede, wie sie seit fast zehn Jahren herrschen und die Grands Prix zu Veranstaltungen mit absehbaren Ergebnissen haben werden lassen, müssen ein Ende haben. Andernfalls wird sich Carey schwer tun in seinem Ansinnen, die Formel 1 als Premium-Marke aufrechtzuerhalten.

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Zuversicht und etwas Zurückhaltung

Wie sich die aktuelle Situation an der Spitze präsentiert, steht auch nach den offiziellen Testfahrten in Montmeló in Katalonien in den Sternen. Vor dem Saisonauftakt am Wochenende in Melbourne sind wie gewohnt lediglich Tendenzen auszumachen. Den vergangenen Jahren gemeinsam war auch die Hoffnung, dass sich die Top-Teams leistungsmässig angenähert haben.

Die Lage einzuschätzen, fällt auch den Protagonisten schwer. Immerhin sehen sie sich bei Mercedes, Ferrari und auch bei Red Bull wenig überraschend gerüstet. «Unser Auto ist auf jeden Fall besser als im letzten Jahr», sagt Titelhalter Lewis Hamilton. Bei den wetterbedingt eingeschränkten Testmöglichkeiten in Montmeló hat sich der neue Mercedes in der Tat als gleichermassen zuverlässiges und schnelles Gefährt erwiesen.

Weltmeister Hamilton gibt sich optimistisch. Bild: AP

Etwas zurückhaltender gibt sich Sebastian Vettel. «Es ist noch zu früh, viel zu sagen. Es gibt noch das eine oder andere Rätsel zu lösen», sagt der Deutsche und schiebt dann doch noch nach, dass «alles, was wir uns erhofft haben, eingetreten ist». Als «deutlich besseres Auto als den Vorgänger» schätzt auch der Niederländer Max Verstappen den aktuellen Red Bull ein. Daniel Ricciardo sieht seine Equipe ebenfalls auf Kurs, glaubt aber, dass weitere Verbesserungen notwendig sind, um das Mercedes-Duo dauerhaft herausfordern zu können.

Wieder 21 Rennen

Nach 2016 stehen zum zweiten Mal 21 Rennen im Kalender. Gegenüber dem Vorjahr hat es drei Veränderungen gegeben. Zurück sind die GP von Deutschland in Hockenheim und von Frankreich in Le Castellet. Dort war die Formel 1 zwischen 1971 und 1990 vierzehn Mal zu Gast. Nicht mehr dabei nach 19 Jahren ist Malaysia.

Erwartete Umwälzungen

Hinter den Silbernen, Roten und den roten Bullen sind Umwälzungen in der Hierarchie durchaus möglich. Renault will sich im dritten Jahr nach der Rückkehr als eigenständiges Team als vierte Kraft etablieren und so den nächsten Zwischenschritt machen auf dem Weg, der dereinst wieder ganz nach oben führen soll.

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In die gleiche Richtung zielt McLaren. Nach drei durch das Missverständnis mit Motorenlieferant Honda geprägten Jahren hofft der Traditionsrennstall wieder auf glorreichere Zeiten. Der Antriebsstrang wird jetzt von Renault zur Verfügung gestellt, Honda ist nunmehr Partner von Toro Rosso. In der zweiten Equipe der Rennorganisation von Red Bull sind sie bislang zufrieden mit dem japanischen Aggregat. Vorab in Bezug auf die Standfestigkeit gab es bei den Tests in Spanien nichts zu bemängeln. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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