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Luftfahrt: Prozess gegen Air-France-Mitarbeiter vertagt



Die Bilder von flüchtenden Air-France-Spitzenmanagern in zerrissenen Hemden gingen um die Welt - wegen der Attacke im vergangenen Herbst hat jetzt der Prozess gegen Mitarbeiter der französischen Airline begonnen.

Das Verfahren vor dem Strafgericht von Bobigny nahe Paris wurde am Freitag aber kurz nach dem Auftakt auf Antrag der Verteidigung vertagt. Das Gericht setzte die Wiederaufnahme des Prozesses für Ende September an.

Im Streit um einen neuen Sparplan hatten hunderte aufgebrachte Air-France-Mitarbeiter im vergangenen Oktober ein Treffen von Konzernleitung und Betriebsrat in der Zentrale der Fluggesellschaft gestürmt. In einem folgenden Tumult wurden Air-France-Personalchef Xavier Broseta und der Langstreckenverantwortliche Pierre Plissonnier attackiert.

Über Zaun geklettert

Die Spitzenmanager mussten mit zerrissenen Hemden über einen Zaun klettern, um sich vor den Demonstranten in Sicherheit zu bringen. Der Vorfall sorgte weltweit für Schlagzeilen, stand er doch stellvertretend für die Härte, mit der Arbeitskämpfe in Frankreich immer wieder ausgetragen werden. Die Attacke rief auch empörte Reaktionen der Regierung hervor, die sich um das Ansehen Frankreichs sorgte.

Angeklagt wurden später fünf Air-France-Mitarbeiter wegen gewalttätiger Übergriffe. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft und 45'000 Euro Geldstrafe. Zehn weiteren Angeklagten wird Sachbeschädigung zur Last gelegt. Unter den Angeklagten sind auch fünf Mitglieder der Gewerkschaft CGT, die hinter der derzeitigen Radikalisierung der Proteste gegen eine umstrittene Reform des französischen Arbeitsrechts stehen.

Zum Auftakt des Prozesses kamen dutzende Kollegen der Angeklagten und forderten einen Freispruch. CGT-Vertreter Miguel Fortea verurteilte einen «vollkommen ungerechten Prozess», mit dem Gewerkschaftsaktionen «kriminalisiert» würden. (sda/afp)

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