Zürich
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Der neue Zuercher Regierungsrat mit Markus Kaegi, (SVP), Ernst Stocker, (SVP), Carmen Walker Spaeh, (FDP),Thomas Heiniger (FDP), Jacqueline Fehr, (SP), Silvia Steiner (CVP) und Mario Fehr, (SP), nach den Wahlen in Zuerich am Sonntag, 12. April 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der neue Zürcher Regierungsrat: Markus Kägi (SVP), Ernst Stocker (SVP), Carmen Walker Späh (FDP),Thomas Heiniger (FDP), Jacqueline Fehr (SP), Silvia Steiner (CVP) und Mario Fehr, (SP).  Bild: KEYSTONE

Zürich wird künftig ohne Grüne regiert – FDP erreicht Erdrutschsieg 



Die Zürcher Regierung ist bürgerlicher und weiblicher geworden. Drei statt zwei Frauen gehören dem neu gewählten Regierungsrat an. Die Grünen sind nach vierjährigem Gastspiel wieder aus der Regierung verschwunden. Sie mussten der CVP den Sitz zurückgeben, den sie ihr 2011 abspenstig gemacht hatten.

Mit der Abwahl des grünen Justizdirektors Martin Graf und der Wahl von CVP-Politikerin Silvia Steiner ist die Zürcher Regierung nach rechts gerückt. Zugenommen hat der Frauenanteil: Im Regierungsrat sitzen nun drei Frauen und vier Männer – statt wie bisher zwei Frauen und fünf Männer. Parteipolitisch setzt sich die Regierung aus je zwei SVP-, FDP- und SP-Sitzen und einem CVP-Sitz zusammen.

Bereits früh zeichnete sich am Sonntag eine problemlose Wiederwahl der vier bisherigen Regierungsräte Thomas Heiniger (FDP), Mario Fehr (SP), Ernst Stocker (SVP) und Markus Kägi (SVP) ab. Mit dem besten Resultat bestätigt wurde Gesundheitsdirektor Heiniger mit 150'557 Stimmen. Sicherheitsdirektor Fehr kam auf dem zweiten Platz mit 146'307 Stimmen, gefolgt von Volkswirtschaftsdirektor Stocker mit 145'205 und Baudirektor Kägi mit 136'563 Stimmen.

Wie vor vier Jahren

Neu in das siebenköpfige Gremium gewählt wurden Silvia Steiner (CVP) mit 118'477 Stimmen, Carmen Walker Späh (FDP) mit 116'058 und Jacqueline Fehr (SP) mit 115'618 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 31,3 Prozent. Fast bis zum Schluss blieb die Besetzung dieser drei Sitze spannend. Um 16.47 Uhr waren dann alle 183 Gebiete ausgezählt.

Der grüne Regierungsrat Martin Graf erreichte zwar mit 109'625 Stimmen das absolute Mehr von 90'888 Stimmen problemlos, schied aber als Überzähliger aus. Damit ereilte Graf das gleiche Schicksal wie Hans Hollenstein von der CVP: Hollenstein war vor vier Jahren ebenfalls als Überzähliger ausgeschieden – zu Gunsten von Martin Graf. Die CVP hat nun ihren Sitz mit Silvia Steiner zurückerobert.

Der Zuercher Regierungsrat Martin Graf, Gruene, geht seinen Gedanken nach, anlaesslich einer Pressekonferenz zu seiner erneuten Kandidatur, am Montag, 26. Januar 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Abgewählt: Martin Graf.  Bild: KEYSTONE

Einbruch im linken Lager

Graf, Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern, dürfte hauptsächlich über sein ungeschicktes Agieren im Fall des jugendlichen Straftäters «Carlos» gestolpert sein, der wegen einer teuren Sonderbehandlung national für Schlagzeilen gesorgt hat. Graf räumte am Sonntag ein, seine Kommunikation im Fall «Carlos» sei nicht optimal gewesen. Als entscheidenden Faktor sieht Graf aber den Einbruch im linken Lager.

Ebenfalls bis zum Schluss zittern musste Carmen Walker Späh. Sie belegte in den Hochrechnungen abwechselnd mit Graf den letzten Platz. Mit ihrer Wahl kann die Kantonsrätin nun ihr Verlierer-Image ablegen, das ihr wegen verschiedener parteiinterner Niederlagen anhaftete.

Dass SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr die Wahl schliesslich schaffte, dürfte auch ihr eine besondere Genugtuung bringen: Parteiintern hatte sie in den letzten Jahren ebenfalls mehrere Zurückweisungen einstecken müssen.

Überraschung CVP

Die grosse Überraschung ist die deutliche Wahl von CVP-Frau Silvia Steiner, war die Staatsanwältin und Kantonsrätin doch nur wenig bekannt. Geholfen haben dürfte ihr eine anonyme Flyer-Aktion, die Steiner frontal angriff. Wer den Flyer in die Haushalte verteilte, ist nicht abschliessend geklärt.

Ebenfalls zu Steiners Gunsten dürfte der Schulterschluss der bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP gewesen sein, deren Kandidierenden gemeinsam als Top 5 in den Wahlkamp gestiegen waren. Wie Steiner am Sonntag sagte, hat das bürgerliche Ticket funktioniert. (sda)

Ticker: Zürcher Wahlen

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 12.04.2015 20:16
    Highlight Highlight "Eine herbe Niederlage haben die ökologischen Kräfte erlitten"
    Das kann man auch so sehen: Der kluge Wähler hat die Grünen/Grünliberalen wohltätig entsorgt. Wohltätig für das Gemeinwesen!
  • MM 12.04.2015 17:40
    Highlight Highlight So nennt ihn doch wenigstens konsquent beim richtigen Namen. Der Herr Graf heisst Martin!!
    • Daniel Huber 12.04.2015 17:48
      Highlight Highlight Stimmt natürlich. Danke für den Hinweis, ist korrigiert.
  • Maria B. 12.04.2015 16:17
    Highlight Highlight Immerhin, drei neue Frauen im Regierungsrat, was nicht von Übel sein kann. Allerdings, im Zusammenspiel mit dem Parlament ein starker Rechtsrutsch im Kanton Zürich. Die Grünen sind am Boden zerstört nach ihren massiven Verlusten, finden das Resultat grässlich wie sie sich ausdrücken, und auch die GLP wird kaum vor Freude strahlen. Martin Graf definitiv abgewählt (Carlos lässt grüssen), während Walker-Späh/FDP und Silvia Steiner/CVP es geschafft haben. Da werden es die beiden Fehr im Regierungsrat wohl nicht immer einfach haben, ihre Vorstösse mehrheitsfähig zu machen.
  • Angelo C. 12.04.2015 15:12
    Highlight Highlight Wusst' ich's doch - es kann geschehen was will, die linksgrüne Fraktion wird unisono aufheulen, den"Fehler" selbstredend nicht nur beim völlig "falsch gewickelten Wähler" oder ihren eigenen Favoriten suchen, wenn diese kantonal und national mit Abstand stärkste Partei weiter zulegt, sondern natürlich in deren angeblicher Unfähigkeit :-))! Ich würde demnach vorschlagen, diese 30% der Schweizer entweder bevormunden zu lassen oder ihnen die tägliche Lektüre von WATSON ans Herz zu legen. Was natürlich auch dem gesamten bürgerlichen Block zu empfehlen wäre, denn nun wird der Kanton von dieser erheblichen Mehrheit dominiert.
  • stadtzuercher 12.04.2015 12:54
    Highlight Highlight Schon erstaunlich: Wahljahr für Wahljahr die SVP mit 40% Wähleranteil. Und dann in den 4 Jahren Finanzdebakel (Pensionskasse), Planungsdebakel (PJZ), Schuldenwirtschaft trotz Leistungsabbau, Zersiedlung und Zerstörung der Landschaft. Woran natürlich immer die Linken oder die Ausländer schuld sind. Wann übernimmt die grösste Partei der Schweiz und deren Wähler endlich Verantwortung?
    • Angelo C. 12.04.2015 13:46
      Highlight Highlight KingKong1990 : Richtig erkannt und so kommt es nicht von ungefähr, dass die SVP nach letzten Meldungen von TeleZüri im Kantonsrat 31% der Stimmen macht, also noch weiter zulegt, was vor Allem auch für die FDP gilt, wodurch sich ein eigentlicher bürgerlicher Rechtsrutsch ergeben mag. Das bürgerliche Ticket hat also für einmal funktioniert. Die Grünen verlieren ebenso massiv wie die GLP und die BDP. Bezeichnend ist auch, dass der bisherige SVP-Regierungsrat Stocker mit Abstand am Meisten Stimmen erhält und auch Kägi sehr gut im Rennen liegt, während Silvia Steiner/CVP wohl so gut wie gewählt gilt und auch Thomas Heiniger bestens positioniert ist. Und so könnte es an den Beiden Fehr liegen, die Linke im RR künftig noch zu vertreten, immer vorausgesetzt, dass es Graf nicht schaffen sollte.
    • Hans Jürg 12.04.2015 13:56
      Highlight Highlight und das Komischste ist, dass es den rechtsbürgerlichen troztdem immer wieder gelingt, alles Übel dieser Welt den Rotgrünen in die Schuhe zu schieben.
    • Lumpirr01 12.04.2015 21:32
      Highlight Highlight @stadtzuercher: Wie sie richtig erkannt haben, ist die Zersiedlung und Zerstörung der Landschaft ein riesiges Problem. Nur muss ich leider feststellen, dass weder die Grünen noch die Grünliberalen die Zuwanderung als Hauptgrund für diese Entwicklung sehen. Wie kann man ein Grüner sein und das rasante Bevölkerungswachstum in unserem Land und die massive Erstellung neuer Wohnsilos bei ständiger Abnahme der Kulturfolgeflächen nicht als Problem sehen?? Solche Parteien bringen uns leider kaum was und gehören abgestraft.
  • PetitBeurre 12.04.2015 12:43
    Highlight Highlight Ach bitte, hört endlich mal auf so Züri-zentrisch zu sein. Der Rest der Schweiz ist es pieps egal was in ZH heute passiert. Und zwar so etwas von. Macht ihr dann einen Liveticker für andere Kantonswahlen? Zb Tessin nächste Woche?
    • Hans Jürg 12.04.2015 13:58
      Highlight Highlight Um den Rest der Schweiz als Geldlieferanten und Wirtschaftszentrum auszusaugen, sind wir aber dann wieder gut genug...
  • herschweizer 12.04.2015 11:44
    Highlight Highlight bei e-voting würde die Wahlbeteiligung sicher steigen ;-)
    • Rondi 12.04.2015 12:12
      Highlight Highlight Mit der Briefwahl kann man jetzt schon abstimmen, wann man möchte. Man muss ihn nicht mal frankieren, sondern kann ihn einfach in einen Briefkasten der Post werfen.
    • herschweizer 12.04.2015 12:54
      Highlight Highlight man könnte ja Wahlmaschinen aus Florida bestellen. Dort sind sie schon eher fortschrittlich
    • Oberon 12.04.2015 13:48
      Highlight Highlight Trotzdem wäre ich für eine Wahlpflicht für jeden Schweizer mit Wohnsitz in der Schweiz.

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