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Flugticketabgabe für Klimaschutz: Umfrage zeigt grosse Zustimmung

epa11487356 Passengers look at screens informing on the flight situation at the Zurich Airport in Kloten, Switzerland, 19 July 2024. Due to a major worldwide IT outage, check-in for air travelers and  ...
Von wegen Flugscham: Rund 9,5 Milliarden Passagiere weltweit wurden 2024 gezählt – ein Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Niveau vor der Pandemie von 2019.Bild: keystone

Mehrheit befürwortet Flugticketabgabe – doch freiwillig zahlt fast niemand

23.12.2025, 10:4223.12.2025, 10:42

Die Schweiz könnte bald über eine Flugticketabgabe für den Klimaschutz abstimmen. Einer Umfrage im Auftrag der Initiantinnen und Initianten zufolge spricht sich eine Mehrheit dafür aus. Die Zahlen der Swiss zeigen allerdings ein anderes Bild.

Das Marktforschungsinstitut GFS Zürich hat im Auftrag des Verkehrsverbands Umverkehr über 1000 Personen befragt, ob auf Flugtickets eine Zusatzgebühr für den Klimaschutz erhoben werden soll.

Abgaben bis 600 Franken

Das Resultat: Für mehr als 50 Prozent der Befragten würden eine Abgabe von über 30 Franken auf Kurzstreckenflüge sowie über 120 Franken auf Langstreckenflüge infrage kommen. 22 Prozent würden sogar eine Abgabe von 150 Franken für Kurzstreckenflüge und 600 Franken für Langstreckenflüge befürworten.

Bei der Fluggesellschaft Swiss hat man bereits beim Buchen die Option, den CO₂-Ausstoss eines Fluges zu kompensieren. Allerdings werde dieses Angebot bisher nur von wenigen genutzt. Eine Swiss-Sprecherin sagt gegenüber dem Tagesanzeiger: «Aktuell nutzen rund fünf Prozent der Fluggäste der Lufthansa Group, zu der auch Swiss gehört, eine der diversen Möglichkeiten zum nachhaltigen Fliegen.»

Bereits 2021 scheiterte das CO₂-Gesetz, das eine ähnliche Flugticket-Abgabe vorgesehen hätte. Damals stimmten 51,6 Prozent dagegen. Dass das Thema nun erneut aufgegriffen werde, wertet FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen gegenüber der Zeitung als «Zwängerei».

FDP warnt vor nationalen Alleingängen

Zudem warnt er vor nationalen Alleingängen: «Am Ende würden nur Reisende ab Schweizer Flughäfen die Abgabe zahlen. In Basel wären zum Beispiel nur Abflüge vom Schweizer Sektor betroffen, während im französischen Sektor keine Abgabe erhoben würde – das wäre kompletter Blödsinn.»

Anders sieht es die Nationalrätin Franziska Ryser (Grüne), Co-Präsidentin von Umverkehr: «Ich bin positiv überrascht über die Zustimmung.» Fliegen sei heute einfach zu günstig – gemessen an den tatsächlichen Kosten. (cst)

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122 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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timob
23.12.2025 15:23registriert Januar 2014
Die freiwillige Abgabe fliesst an eine Organisation, die damit irgendwelche Klimakompensationen finanziert, die sie für richtig hält.

Das Geld aus einer CO₂-Lenkungsabgabe muss dagegen direkt und gleichmässig an die Bevölkerung zurückfliessen, bspw. Über die Krankenkassen-Grundversicherung.

Dann profitiert, wer Treibhausgasemissionen verursacht, auch finanziell und auch für Normalverdiener:innen und Familien gehts auf.
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Lil-Lil
23.12.2025 13:54registriert Februar 2021
Klar, weil jeder denkt "ich fliege doch weniger als die Anderen. Die solle zahlen".
Wenns dann zur Abstimmung kommt, ist aber garantiert jeder sich selbst am nächsten. Gerade bei den Stadtbewohnern, die zwar linksgrün sind aber laut Statistiken (auch hier schon erschienen, Widerrede zwecklos) mehr fliegen als die "Landeier".
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maylander
23.12.2025 15:34registriert September 2018
So eine Steuer würde nur Sinn machen wenn sie in ganz Europa eingeführt wird. Ansonsten wird es sogar einen negativen Effekt geben, da die Leute dann Umwege fliegen um Abgaben zu sparen.

Eine globale Flugtreibstoffsteuer würde am meisten Sinn machen. Der CO2 Ausstoss ist proportional zum Treibstoffverrauch. Effiziente Airlines würden so belohnt. Was bei einer Abgabe pro Flug ja nicht so wäre. Da kostet es immer gleich viel, unabhängig wieviel Treibstoff pro Person verbrannt wird.
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