Google
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Urs Hoelzle, rechts, Senior Vice President of Technical Infrastructure Google, im neuen Office in der Sihlpost in Zuerich am Dienstag, 17. Januar 2017. Heute eroeffnet Google seine neuen Bueros in der Zuercher Sihlpost. Gemeinsam mit den Raeumen in der neuen SBB-Ueberbauung Europaallee sind das 50'000 Quadratmeter. Bis Ende 2020 wird Google die neuen Bueros etappenweise beziehen. Bis 5000 Mitarbeiter werden in den neuen Google-Bueros arbeiten koennen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Urs Hölzle bei der Eröffnung der neuen Google-Büros in der Zürcher Sihlpost Anfang 2017. Bild: KEYSTONE

Wegen dieses Schweizers ist Zürich heute der grösste Google-Standort ausserhalb der USA

Was als Zwei-Mann-Büro vor 14 Jahren begann, ist inzwischen zum wichtigsten Entwicklungsstandort ausserhalb der USA angewachsen: Google in Zürich ist eine Erfolgsgeschichte. Zu verdanken ist dies dem Schweizer Urs Hölzle.



«Urs schlug mir 2002 vor, einen Standort in Zürich zu eröffnen», erzählte der abtretende Verwaltungsratspräsident und einstige Chef des Google-Mutterkonzerns Alphabet, Eric Schmidt, laut dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» letztes Jahr an einem Medienanlass in Zürich: «Meine Antwort war: Nein! Warum Zürich?»

Doch Hölzles Argumente hätten gestochen: Die Nähe zur ETH, die hohe Lebensqualität, niedrige Lohnsteuern und internationale Schulen, um die weltbesten Ingenieure anzuziehen. Für Zürich als Standort sprachen auch die zentrale Lage in Europa, die hervorragende Infrastruktur sowie die Nähe zum Flughafen.

Zudem gebe es in Europa viele gute Leute, die nicht in den USA arbeiten möchten oder könnten. Dieses Talent wollte Google anzapfen.

Erstes Büro am Limmatquai

Sein erstes Büro bezog der Suchmaschinenkonzern 2004 mit zwei Mitarbeitern am Limmatquai. Als dieses zu klein wurde, zog der Konzern ein Jahr später in ein Haus am Rande des Finanzbezirks um.

Im März 2008 wechselte Google aufs Hürlimann-Areal. Dort wuchs Google kontinuierlich weiter, weshalb ein zweites Gebäude neben dem bisherigen Stammsitz bezogen wurde. Legendär ist die fantasievolle Ausgestaltung der Räumlichkeiten: Es gibt beispielsweise eine Rutschbahn, ausrangierte Skiliftgondeln oder ein James-Bond-Zimmer, wo sich die Mitarbeiter verpflegen können.

Doch auch das Hürlimann-Areal wurde mit der Zeit zu klein. Google expandierte in die Sihlpost und an die Europaallee. Mittlerweile arbeiten 2500 «Zoogler», wie die Google-Mitarbeiter in Zürich genannt werden, in der Limmatstadt.

Mehr Platz für 5000 Zoogler

epa05724619 A view of the newly opened Google Office in the Sihlpost Building in Zurich, Switzerland 17 January 2017. Google opened its new offices in Zuerich Sihlpost, together with the rooms in the new SBB-Europaallee the whole working area will be 50'000 square meters. Up to 5000 employees will be able to work in the new Google offices.  EPA/WALTER BIERI

Der Eingang zu den Google-Büros in Zürich. Bild: EPA/KEYSTONE

«In drei Jahren, wenn der letzte Teil der Europaallee bezugsbereit ist, haben wir Platz für bis zu 5000 Mitarbeiter. Das heisst aber nicht zwangsläufig, dass wir dann auch 5000 haben», sagte Hölzle in einem Interview mit der «Bilanz».

«Wir machen keine Mehrjahrespläne für einen Standort», sagte Hölzle. «Aber es würde mich freuen – es wäre nicht nur für die Schweiz gut, es würde auch bedeuten, dass es bei uns gut gelaufen ist.»

Der Baselbieter begann vor knapp 20 Jahren als Mitarbeiter Nummer sieben seine Karriere als Technologiechef. Er war den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin an der Stanford Universität in Kalifornien begegnet.

Eröffnung von Rechenzentrum

Als nächstes will Google ein Rechenzentrum in Zürich eröffnen. Das sei nochmals eine Vertiefung nach der Eröffnung des Labors für künstliche Intelligenz und der neuen Büros an der Europaallee.

«Und ich hoffe, dass das Rechenzentrum in ein paar Jahren grösser ist als ursprünglich gedacht, so wie das auch bei den Büros selber der Fall war. Da dachten wir anfangs auch nicht, dass das mal der grösste Standort ausserhalb der USA wird», sagte Hölzle. So hatte er ein Jahr nach der Eröffnung des Büros in Zürich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA gesagt: «Es ist durchaus realistisch, dass es einmal 200 oder auch 500 Angestellte sein werden.»

Der Betrieb eines Rechenzentrums selber brauche nicht viele Leute, vielleicht ein Dutzend. Aber Google Schweiz werde trotzdem weiterwachsen, sagte Hölzle: «Das Land ist entscheidend für uns. Viele Funktionen unserer Leuchtturmprodukte kommen von hier.»

Diese Google-Dienste werden in Zürich entwickelt

So wurde in Zürich beispielsweise die Routensuche auf Google Maps für Velofahrer entwickelt. Auch die Routensuche mit dem öffentlichen Verkehr wurde in Zusammenarbeit mit der SBB geschaffen. Anwendungen für den Emaildienst Gmail oder den Videodienst YouTube stammen ebenfalls aus Zürich, genauso wie Komponenten für die Büroanwendungen GSuite oder für das Kalenderprogramm.

Seit zwei Jahren hat auch das Forschungsteam von Google Europe seinen Sitz in Zürich. Es forscht am maschinellen Lernen mit einem Fokus auf Spracherkennung und Sprachwiedergabe. Die Grundlagen fliessen in Dienste wie Google Assistant, Photos oder Translate ein.

Jetzt gibt es einen Roboter, der Walter für dich findet

Video: watson

(awp/sda)

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