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Türkei hat Hinweise auf Nervengas Sarin bei Angriff in Syrien



Eine Untersuchung der Opfer des mutmasslichen Chemiewaffen-Einsatzes in Nordsyrien hat laut der Türkei Hinweise auf das Nervengas Sarin ergeben. Bei dem Angriff starben 86 Menschen.

Die ersten Analysen liessen darauf schliessen, dass die Opfer des Luftangriffs in Chan Scheichun am Dienstag dem chemischen Kampfstoff Sarin ausgesetzt gewesen seien, erklärte das türkische Gesundheitsministerium am Donnerstag.

Bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte nordsyrische Kleinstadt hatte es laut Aktivisten mindestens 86 Tote gegeben. Nach UNO-Angaben sind unter den Toten mindestens 27 Kinder. 546 Menschen seien verletzt worden, teilte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF am Donnerstag in New York mit.

Das türkische Gesundheitsministerium teilte mit, 31 Verletzte des Angriffs würden in der Türkei behandelt, drei von ihnen seien gestorben. Diese Toten seien in Gegenwart von Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Adana untersucht worden. Dabei seien die Hinweise auf Sarin gefunden worden.

Schon zuvor hatte der türkische Justizminister Bekir Bozdag von Hinweisen auf den Einsatz von Chemiewaffen bei dem Angriff gesprochen. Er machte die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad verantwortlich. Die Regierung in Damaskus wies aber jede Verantwortung zurück.

Zuvor war von Chlorgas die Rede

Aussenminister Walid al-Muallim schloss sich der Darstellung des syrischen Verbündeten Russland an, wonach der Kampfstoff bei einem Luftangriff der syrischen Regierungstruppen auf ein Lager der Rebellen austrat, in dem sie Chemiewaffen für einen Einsatz im Irak lagerten. An welchem Kampfstoff die Opfer in Chan Cheichun starben, war bisher unklar. Die Türkei hatte zuvor von Chlorgas gesprochen.

Sarin gehört anders als Chlorgas zu den chemischen Kampfstoffen, die unter die Vereinbarung fallen, in der Damaskus im September 2013 auf Druck der USA zugesagt hatte, sämtliche Chemiewaffen unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ausser Landes zu bringen und dort zu zerstören. Die Operation wurde im Januar 2016 offiziell abgeschlossen.

Damaskus: «Niemals eingesetzt»

«Die syrische Armee hat diese Art von Waffen niemals eingesetzt und wird sie niemals einsetzen, nicht gegen unser eigenes Volk und noch nicht einmal gegen die Terroristen, die unser eigenes Volk töten», sagte der syrische Aussenminister al-Muallim in Damaskus.

«Der erste Luftangriff der syrischen Streitkräfte war an dem Tag um 11.30 Uhr (10.30 Uhr MESZ), und er zielte auf ein Waffenlager der Al-Nusra-Front, in dem sich chemische Waffen befanden», sagte al-Muallim. Auf die Frage nach möglichen Beweisen sagte er: «Wie sollen wir nach Chan Scheichun gehen, wenn dort Al-Nusra ist?»

Die inzwischen in Fateh-al-Scham-Front umbenannte Gruppierung kämpt wie die rivalisierende IS-Miliz gegen die syrischen Truppen. Al-Muallim sagte weiter, beide Gruppen hätten Chemiewaffen in Wohngebieten deponiert.

Nach UNO-Untersuchungen haben im Syrien-Konflikt sowohl die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereits Giftgas eingesetzt.

Für Kreml «monströses Verbrechen»

Am Donnerstag nannte der Kreml den Angriff in Chan Cheichun ein «monströses Verbrechen». Die Vorwürfe vor allem westlicher Staaten gegen Damaskus basierten jedoch nicht auf objektiven Fakten.

Präsident Wladimir Putin warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen an wessen Adresse auch immer. Das sei unannehmbar. Die USA und andere westliche Regierungen werfen der Regierung in Damaskus vor, für den Angriff verantwortlich zu sein.

Merkel spricht von «Schande»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kritisierte Russland wegen der Blockade einer UNO-Sicherheitsratsresolution zum Giftgas-Angriff in Syrien scharf.

Ohne Moskau direkt zu nennen, sagte die Kanzlerin am Donnerstag: «Es ist eine Schande, dass keine UNO-Sicherheitsrat-Resolution zustande kommt. Und hier müssen gerade diejenigen, die sich verweigern, überlegen welche Verantwortung sie damit auf sich nehmen.»

Lage immer dramatischer

Die Situation von Notleidenden in Syrien wird nach Angaben der UNO immer dramatischer. Allein in der Region Ost-Ghuta nahe Damaskus seien 400'000 Menschen von Regierungstruppen eingeschlossen, sagte UNO-Nothilfekoordinator Jan Egeland in Genf.

Die Bewohner Ost-Ghutas hätten kaum noch Lebensmittel und Medikamente. Spitäler seien durch Bombardierungen zerstört. Die UNO forderte eine Waffenpause von 72 Stunden, um lebensnotwendige Hilfsmittel ausliefern zu können. (sda/afp/dpa)

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