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Am Flughafen Zürich ist wieder mehr los.
Am Flughafen Zürich ist wieder mehr los.
Bild: keystone

Ferien sind vorbei, die Zahl der Flüge steigt weiter – ist das die Trendwende für Swiss?

Nach den Sommerferien brach die Zahl der Flüge am grössten Schweizer Airport nicht etwa ein, im Gegenteil. Die Branche spricht von einer grossen Reiselust. Doch es gibt zwei Probleme.
18.09.2021, 07:28
Stefan Ehrbar / ch media

Jedes Jahr wird es nach den Sommerferien stiller an den Flughäfen. Nach der Ferienzeit starten und landen weniger Flugzeuge, schliesslich sind die meisten Ferienhungrigen wieder zuhause. Dieses Jahr ist es anders: Der Flughafen Zürich verzeichnet seit Anfang September eine steigende Zahl von Bewegungen. Der bisherige Höchststand dieses Jahres gemessen am Durchschnitt der letzten sieben Tage wurde am vergangenen Sonntag erreicht - und nicht etwa im Hochsommer.

Warum das so ist, darüber können selbst die Fachleute des Flughafen Zürich nur spekulieren. «Wir spüren aber die starke Reiselust und den Nachholbedarf», sagt Sprecherin Raffaela Ackermann. «Die erleichterten und stabilen Einreisevorschriften sowie der Impffortschritt werden sicher einen positiven Einfluss haben.»

Allerdings: Dieser Befund zeigt sich nicht überall. Am Euroairport Basel, der stärker als Zürich von Billigfliegern und Ferienreisenden lebt, geht die Zahl der Bewegungen seit den Sommerferien kontinuierlich zurück. Das zeigt eine Auswertung von CH Media.

Eine mögliche Erklärung für die gegensätzlichen Entwicklungen an diesen beiden Flughäfen ist, dass die Geschäftsreisenden zurückkehren. Diese sind für den Flughafen Zürich mit der Netzwerkairline Swiss als wichtigsten Kunden wichtiger als für den Basler Airport im Dreiländereck.

Bild: zvg

Tatsächlich bestätigt die Swiss eine Zunahme in diesem Segment. «Wir stellen einen deutlich steigenden Bedarf an Geschäftsreisen fest», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott. Allerdings: «Vor dem Hintergrund weiterhin bestehender Reiserestriktionen sind die effektiven Buchungen noch verhalten.»

Sommergeschäft besser als erwartet

Für das Geschäft der Airlines ist also weiterhin entscheidend, wie viele Schweizerinnen und Schweizer für Ferienzwecke ins Ausland fliegen und wie viele Touristen in die Schweiz kommen. Die Zeichen für einen starken Herbst stehen gut: «Die Buchungen für die Herbstferien ziehen an», sagt Bianca Gähweiler von der Migros-Reisetochter Hotelplan.

Das Buchungsniveau liege zwar deutlich unter jenem von 2019, aber über jenem von 2020. «Besonders erfreulich ist, dass wir auch bereits Buchungen für die kommenden Wintermonate entgegennehmen dürfen. Das ist nicht selbstverständlich, weil die allermeisten Buchungen nach wie vor sehr kurzfristig getätigt werden.»

Bild: chmedia

Die Erwartungen für den Sommer seien übertroffen worden und Hotelplan rechne mit einem guten Herbstgeschäft, sagt Gähweiler. Beliebt sind weiterhin Feriendestinationen wie Griechenland, Spanien, die Türkei und Zypern. Für die Wintermonate sei ein Trend zu Reisen in die Karibik, nach Mexiko, Costa Rica, Dubai und auf die Malediven absehbar.

Am häufigsten nach Mallorca

Diese Trends zeigen sich auch im Angebot der Airlines. Die europäische Flugsicherungsorganisation Eurocontrol listet in einer aktuellen Analyse, die CH Media von der Schweizer Flugsicherung Skyguide zur Verfügung gestellt bekommen hat, die am meisten angeflogenen Destinationen aus der Schweiz auf.

Bis Ende August wurde ab Zürich dieses Jahr kein Flughafen häufiger angeflogen als Palma de Mallorca. Die meisten Flüge aus der Schweiz gingen bisher nach Griechenland. In den vergangenen Jahren war jeweils London die Top-Destination der Schweizer gewesen.

Die meisten Flüge starten nach Mallorca.
Die meisten Flüge starten nach Mallorca.
Bild: keystone

Auch in den Eurocontrol-Zahlen zeigt sich eine Erholung: Über das gesamte Jahr werden bisher 57 Prozent weniger Flüge aus und in die Schweiz verzeichnet als im Jahr 2019. Wird nur die letzte August-Woche angeschaut, beträgt das Minus aber nur noch 28 Prozent. Von einer soliden Nachfrage berichten nicht nur die Airlines: Auch Nachtzug-Verbindungen aus der Schweiz nach Deutschland sind derzeit teilweise über Tage hinaus ausgebucht.

Öffnung der USA erst im Frühling 2022?

Von einer Trendwende mag allerdings die Branche noch nicht sprechen. Die Swiss beispielsweise plant für den Rest des Jahres mit einer Kapazität von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2019 und ist laut Sprecherin Meike Fulhrott «den Umständen entsprechend zufrieden» mit dem aktuellen Geschäftsverlauf. Denn zwei Faktoren bremsen derzeit die Nachfrage.

Einerseits sind die wichtigen Märkte USA und Asien für die meisten Gäste aus der Schweiz weiterhin geschlossen. Mit einer raschen Öffnung rechnet die Branche nicht. «Aktuell wird davon ausgegangen, dass das erst im Frühling 2022 der Fall sein könnte», sagt Raffaela Ackermann vom Flughafen Zürich. Bis dahin gehe der Flughafen von einem «guten Reisemonat Oktober» und tieferen Verkehrszahlen über den Winter aus. Diese Prognose ist noch einmal pessimistischer, als es zuletzt die Airlines vermuteten. So sagte Lufthansa-Manager und Ex-Swiss-Chef Harry Hohmeister Anfang Monat, er gehe von einer Öffnung der USA gegen Ende Jahr aus, wie die «Wirtschaftswoche» berichtete.

Welche Rolle spielen Einreiseregeln?

Entscheidend ist aber auch, wie viele ausländische Touristen in die Schweiz kommen. Dass mittlerweile in Restaurants, Kinos und Hotels ein Zertifikat benötigt wird, scheint diese noch nicht abzuschrecken. Die Swiss stellte etwa bei den Amerikanern, die in die Schweiz einreisen dürfen, nach Einführung der Zertifikatspflicht keine Veränderung im Buchungsverhalten fest.

Einen grösseren Einfluss haben könnten die verschärften Einreiseregeln, die ab Montag gelten. Ungeimpfte und Nichtgenesene müssen ab dann bei der Einreise in die Schweiz ein negatives Testergebnis vorweisen können, und zwar unabhängig vom Land ihrer Einreise. Nach frühestens vier und maximal sieben Tagen in der Schweiz muss ein weiterer Test unternommen werden. Das hat der Bundesrat am Freitag bekannt gegeben. Für die Reisebranche ist das allerdings das kleinere Übel: Die Regierung hatte auch eine Variante in die Vernehmlassung geschickt, die eine Quarantänepflicht für Ungeimpfte beinhaltet hätte. Das hätte eine deutlich grössere Hürde für einreisende Touristen dargestellt.

Mitarbeit: Benjamin Weinmann (aargauerzeitung.ch)

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Ah, deshalb dauert das Boarding immer so lang!

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