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Passanten vor dem Douyin-Logo in Peking: Die chinesische Tiktok-Schwester-App sorgt im Ausland für Schlagzeilen, weil das Regime die Nutzung für Kinder massiv einschränkt.
Passanten vor dem Douyin-Logo in Peking: Die chinesische Tiktok-Schwester-App sorgt im Ausland für Schlagzeilen, weil das Regime die Nutzung für Kinder massiv einschränkt.
archivBild: keystone

Nur noch 40 Minuten Tiktok pro Tag für chinesische Kinder – und dazu Nachtsperre

21.09.2021, 14:5921.09.2021, 16:28

Die chinesische Version der weltweit populären Kurzvideo-App TikTok darf neu von Kindern unter 14 Jahren nur noch maximal 40 Minuten pro Tag genutzt werden. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ist Douyin – so heisst die App – neu überhaupt nicht mehr verfügbar – zumindest nicht für Minderjährige, die unter ihrem echten Namen registriert sind: Dies teilte der chinesische Konzern ByteDance, der die Tiktok-App für Festland-China betreibt, am Wochenende mit.

«Wenn Sie ein mit echtem Namen authentifizierter User unter 14 Jahren sind, öffnen Sie Douyin und Sie werden feststellen, dass Sie sich bereits im ‹Jugendmodus› befinden und ihn nur 40 Minuten am Tag verwenden können – und nicht zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens.»

Das Unternehmen forderte chinesische Eltern zudem auf, ihren Kindern bei der Registrierung mit echten Namen zu helfen oder den «Jugend-Modus» manuell zu aktivieren.

Laut dem Medienforschungsunternehmen iiMedia Research hatte Douyin Ende 2020 über 490 Millionen User.

Das Regime greift durch

Mit der Beschränkung der Nutzungszeit würden die Kinder geschützt, teilte ByteDance mit. Laut CNN-Bericht soll damit vor allem der Internetsucht entgegengewirkt werden.

Chinas Druck auf Techkonzerne sei Teil der umfassenden neuen Vorschriften für Unternehmen, die sich auf junge Kundschaft konzentrierten – von einem harten Vorgehen gegen Privatunterricht bis hin zu Regeln für Online-Spiele.

Die Einschränkung der Nutzungsdauer sei eine «proaktive Massnahme» des Unternehmens, um einer möglichen Regulierung durch den chinesischen Staat zuvorzukommen, schrieben Analysten von Citigroup Global Markets in einer am Montag publizierten Mitteilung. Der Schritt dürfte auch andere Online-Plattformen mit Kurzvideos dazu bringen, die Umsetzung ähnlicher Massnahmen zu prüfen.

Seit Anfang September dürfen minderjährige Nutzerinnen und Nutzer in China nur noch an Freitagen, Samstagen, sowie Sonn- und Feiertagen Online-Spiele spielen, und zwar jeweils nur für eine Stunde – zwischen 20 und 21 Uhr.

Im Juni hat die herrschende Parteidiktatur das «Gesetz zum Schutz von Minderjährigen» revidiert. Dieses verpflichtet Internetanbieter – einschliesslich Social-Media-Apps – «entsprechende Funktionen wie Zeitmanagement, Inhaltsbeschränkung und Konsumbeschränkungen» einzurichten.

Wer in China Online-Games spielen will, soll sich mit einem amtlichen Ausweis identifizieren und wird bezüglich Nutzung überwacht. Dies gilt auch für alle Spiele auf den beiden mobilen Plattformen iOS (Apple) und Android (Google).

(dsc)

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