DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Putin flankiert von seinem Verteidigungsminister Sergei Shoigu (links) und Armee-Chef Valery Gerasimov.<br data-editable="remove">
Putin flankiert von seinem Verteidigungsminister Sergei Shoigu (links) und Armee-Chef Valery Gerasimov.
Bild: AP/POOL RIA NOVOSTI KREMLIN

Herr Putin, es sieht aus als wolle Moskau Assad retten?! – «Da haben Sie recht»

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat in einem Interview mit dem US-Sender CBS seine Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad bekräftigt und verteidigt. Er warnte vor Zuständen im Land wie sie in Libyen seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes herrschen.
25.09.2015, 04:2025.09.2015, 08:19

CBS-Moderator Charlie Rose sagte laut am Donnerstag vorab veröffentlichten Interviewauszügen, die verstärkte russische Militärpräsenz in Syrien lege nahe, dass Moskau Assad «retten» wolle. «Da haben Sie recht», antwortete Putin.

«Und es ist meine tiefe Überzeugung, dass jede gegenläufige Handlung – zur Zerstörung einer legitimen Regierung – eine Lage schaffen wird, die man jetzt in anderen Ländern der Region oder in anderen Regionen wie etwa Libyen sehen kann, wo alle staatlichen Einrichtungen zerfallen sind», fügte der russische Präsident hinzu. Auch im Irak sei «eine ähnliche Situation» zu beobachten.

Damit kritisierte Putin indirekt die USA, die in den vergangenen Jahren sowohl im Irak als auch in Libyen mit ihrem militärischen Eingreifen den Sturz der bestehenden Regierungen herbeigeführt hatten. Für das Bürgerkriegsland Syrien forderte Putin ein anderes Vorgehen.

Satellitenbilder enthüllten vor Kurzem die Armeestellungen Russlands in Syrien.<br data-editable="remove">
Satellitenbilder enthüllten vor Kurzem die Armeestellungen Russlands in Syrien.

Reformen in Syrien erforderlich

Es gebe «keine andere Lösung der syrischen Krise als eine Stärkung der tatsächlichen Regierungsstrukturen und Hilfe für sie, um den Terrorismus zu bekämpfen». Zugleich müsse Damaskus dazu gedrängt werden, «sich an einem positiven Dialog mit der vernünftigen Opposition zu beteiligen und Reformen durchzuführen». Das vollständige Interview will CBS am Sonntag ausstrahlen.

Die USA werfen Russland vor, seine Militärpräsenz in Syrien zu verstärken und damit Assads Position zu festigen. Nach US-Angaben schickte Moskau nach Panzern, Artillerie und Soldaten inzwischen auch Kampf- und Aufklärungsflugzeuge nach Syrien.

Washington fürchtet, dass sich im syrischen Luftraum russische Flugzeuge und Flugzeuge der US-geführten Militärkoalition bei ihren Luftangriffen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Quere kommen könnten.

Am Montag treffen sich Putin und US-Präsident Barack Obama am Rande der UNO-Generaldebatte in New York, dabei soll es vor allem um den Syrien-Konflikt gehen. (dwi/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
Weitere Boote in Lampedusa angekommen – Flüchtlingscamp ist überfüllt
Das Flüchtlingscamp auf der italienischen Insel Lampedusa ist gut zwei Wochen nach seiner teilweisen Räumung schon wieder deutlich überfüllt.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch meldete, hielten sich fast 2000 Menschen in dem Hotspot im Bezirk Imbriacola auf, der eigentlich nur für 350 Personen ausgelegt ist. Allein in der Nacht und am Morgen seien drei Boote mit Migranten eingetroffen, die nach eigenen Angaben aus Syrien, Ägypten, dem Sudan und diversen westafrikanischen Staaten stammten. Zwei der Boote hätten in Tunesien und eines in Libyen abgelegt.

Zur Story